1. 24RHEIN
  2. Köln

Köln: Für Party-Hotspots drohen Verschärfungen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Menschen genießen am Sonntag auf einer Wiese am Aachener Weiher den Sonnenschein und die sommerliche Wärme.
In Köln sorgen die Lockerungen und die niedrige Inzidenz für ausgelassene Stimmung. Doch einige haben es mit ihrem Verhalten am Aachener Weiher übertrieben. Womöglich könnte es zu Verschärfungen kommen. (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

In Köln gelten ab Sonntag (6. Juni) weitere Corona-Lockerungen. Doch angesichts „Party-ähnlicher Zustände“ erwägt die Stadt an Hotspots Verschärfungen.

Köln – Grund zur Freude in Köln: Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Inzidenz am Samstag 4. Juni, bei 31,1 und damit den achten Tag in Folge stabil unter 50. Demnach stehen laut der Corona-Schutzverordnung weitere Lockerungen an. Das bestätigt nun auch die Stadt. Ab Sonntag öffnet damit auch die Innengastro, Liegewiesen in den Freibädern sind wieder geöffnet, genauso wie Freizeitparks und Fitnesstudios.

Dass es in Köln zu weiteren Öffnungen kommt, teilt der Kölner Krisenstab am Freitagnachmittag mit. Angesichts des vermüllten Grüngürtels rund um den Aachener Weiher standen die Lockerungen jedoch zuletzt auf der Kippe. Dort kam es am Feiertag zu großen Menschenansammlungen und auf den Wiesen wurde massenhaft Müll hinterlassen. Die „IG Gastro Kwartier Latäng“, ein Zusammenschluss mehrerer Clubs, Diskotheken und Gastronomien aus der Innenstadt, sprach in einem Facebook-Post in Bezug auf den Bereich rund um den Aachener Weiher und die Rheinufer von „Rave-artigen Zuständen, die großen Festivals in Art und Umfang kaum nachstehen“. Andrea Blome, die Leiterin des Kölner Krisenstabs, sagte: „Hier feierten auf engem Raum mehrere tausend Menschen, als läge die Pandemie schon hinter uns.“

Corona in Köln: Diese Lockerungen gelten ab Sonntag

Dennoch greift ab Sonntag die Stufe 2 der Corona-Schutzverordnung, das bestätigt Pressesprecherin Simone Winkelhog auf Nachfrage von 24RHEIN. Damit darf ab dem 6. Juni unter anderem die Innengastronomie öffnen. Bei dem Besuch der Außengastro ist ein negativer Corona-Test nicht mehr nötig.

Auch Private Veranstaltungen sind wieder erlaubt – ebenso wie Flohmärkte. Bäder, Saunen und Indoorspielplätze dürfen ebenfalls wieder öffnen: Es gilt jedoch eine Personenbegrenzung. Besucherinnen und Besucher müssen beim Einlass ein negatives Testergebnis vorzeigen. Dennoch gelten zusätzlich zur Verordnung in Köln besondere Corona-Regeln.

Corona in Köln: Krisenstab appelliert an Bürger – „die Pandemie liegt noch nicht hinter uns!“

So ist die Maskenpflicht in Parks und Fußgängerzonen noch immer Pflicht. Auch das Alkoholkonsumverbot gilt weiterhin. Krisenstabsleiterin Andrea Blome appelliert ebenfalls erneut, dass sich „Party-ähnliche Zustände und Menschenansammlungen, wie wir sie am Vorabend des gestrigen Feiertags erlebt haben“, sich nicht wiederholen dürfen. „Die Pandemie liegt noch nicht hinter uns.“ Doch der Fokus des Krisenstabs liegt nun klar auf dem Wochenende: „Wir werden am Wochenende genau beobachten, für welche Bereiche wir schärfere Maßnahmen benötigen, wollen andererseits aber überall dort lockern, wo wir Einschränkungen ohne Gefahr zurücknehmen können“.

Köln Corona: Wirkt sich ignorantes Verhalten auf kommende Lockerungen aus?

Eigentlich wollte die Stadt Köln nach den ersten Lockerungen Zustände wie zuletzt diese, die zuvor auch in Düsseldorf passiert sind, vermeiden. Dort kam es nach der Öffnung der Außengastronomie am Pfingstwochenende zu zahlreichen Menschenansammlungen und Corona-Verstößen. Vorsichtshalber hat die Stadt Köln deshalb den Rheinboulevard gesperrt, zudem war die Polizei mit einer Hundertschaft im Einsatz. Trotzdem ereignete sich das, was einige schon befürchtet hatten: Menschen strömten nach draußen, ließen sich von der beschwingten Lockerungs-Atmosphäre mitreißen und feierten, als wäre die Pandemie längst vorbei.

Am Wochenende will man in Köln darum nun ganz genau hinschauen und Anfang nächster Woche über den weiteren Verlauf von Lockerungen und Corona-Regelungen entscheiden. Der Krisenstab werde in der kommenden Woche die Bilanz des langen Wochenendes auswerten und dann entscheiden, ob einzelne Kölner Regelungen, die über die Coronaschutzverordnung hinausgehen, aufgehoben werden können – oder, ob weitere über die Coronaschutzverordnung hinausgehende Verschärfungen notwendig sind. 

In Düsseldorf hatte der Krisenstab auf den Ansturm und die Corona-Verstöße mit verschärften Regeln, wie etwa einem Verweil- und Alkoholverbot reagiert. In Köln wurden an manchen Plätzen zuvor schon Verweilverbote eingeführt. Zudem ist überall dort, wo eine Maskenpflicht gilt, der Konsum von Alkohol untersagt. Auf das Einhalten dieser Regeln will die Stadt Köln nun genau hinschauen.

Ein Überblick über die wichtigsten, aktuellen Corona-Regeln in Köln:

Coronavirus Köln: Inzidenz stabil unter 50 – wann könnten die nächsten Lockerungen theoretisch kommen?

Dass die Lockerungen dennoch umgesetzt werden, liegt an der Corona-Schutzverordnung. Denn dort ist festgelegt, dass der Inzidenzwert fünf Tage in Folge unter 50 liegen muss, um Lockerungen der Stufe 2 zu ermöglichen (Feiertage und Sonntage werden nicht mitgezählt). Sollte dies der Fall sein, können am übernächsten Tag weitere Bereiche öffnen.

So hat sich die Inzidenz in Köln in den letzten Tagen entwickelt:

Samstag, 5. Juni31,1
Freitag, 4. Juni32,8
Donnerstag, 3. Juni (Feiertag)38,8
Mittwoch, 2. Juni38,1
Dienstag, 1. Juni35,4
Montag, 31. Mai40,1
Sonntag, 30. Mai42,2
Samstag, 29. Mai42,7

(nb)

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant