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Karl Lauterbach: „Schuljahr nur im Distanzunterricht zu retten“

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Von: Nina Büchs

Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer an einem Gymnasium in Bayern.
Die Infektionen nehmen auch bei Kindern und Jugendlichen zu, zudem sind viele Lehrer in NRW noch nicht geimpft. (Symbolbild) © Armin Weigel/dpa

Der Politiker Karl Lauterbach aus Köln twitterte, dass das Schuljahr nur noch im Distanzunterricht zu retten sei. Er verwies auch darauf, dass nicht alle Lehrer geimpft sind.

Köln – Das ewige Hin und Her zwischen Präsenz- und Distanzunterricht verlangt auch Kindern, Eltern und Lehrern viel ab. Noch immer sind einige der Lehrer in NRW nicht geimpft, trotzdem müssen sie aber in den Unterricht. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) aus Köln teilte auf Twitter nun eine Statistik zur Covid-19-Inzidenz in den verschiedenen Altersgruppen. In seinem Tweet hieß es, dass die Inzidenz von Kindern und Jugendlichen noch nie so hoch war, wie heute.

Kölner Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach: „Schuljahr wahrscheinlich nur im Distanzunterricht zu retten“

„Noch nie war die Inzidenz von Kindern und Jugendlichen so hoch wie heute. Da Eltern und zum Teil auch Lehrpersonal noch nicht geimpft sind und auch Kinder Long Covid bekommen können, ist das Schuljahr wahrscheinlich nur noch im Distanzunterricht zu retten“, schrieb der Kölner Gesundheitspolitiker am Mittwoch auf Twitter.

Lehrer aus NRW starten Online Petition – Auch Personal in weiterführenden Schulen sollte geimpft werden

In einer Petition forderten Lehrkräfte aus NRW die Landesregierung Ende März dazu auf, auch Lehrer und Lehrerinnen in weiterführenden Schulen zu impfen. Bisher wurden nur die Förder- und Grundschullehrer in der Impfpriorität vorgezogen. Alle übrigen Lehrer sind noch in der Impfgruppe 3, so die Kritik.

Lehrer und Lehrerinnen der weiterführenden Schulen haben täglich Kontakt zu bis zu 120 Schülern und Schülerinnen nur im Wechselmodell (halbe Klassen). Die zur Zeit steigenden Infektionszahlen mit der deutlich ansteckenderen und tödlicheren Virusmutante B.1.1.7 macht einen zusätzlichen Schutz für Schüler und Lehrer unabdingbar. Dazu reichen Tests und die Hygienevorschriften nicht aus“, heißt es in der Petition.

Politiker Karl Lauterbach aus Köln: Auch Kinder können Long Covid bekommen

Dass – wie Lauterbach sagt – auch Kinder Long Covid bekommen können, kommt erschwerend hinzu. „Corona-Infektionen nehmen mittlerweile bei Kindern und Jugendlichen stark zu – damit steigt auch die Anzahl an Kindern, die nach überstandener Infektion an Langzeitfolgen, dem sogenannten Long-COVID-Syndrom, leiden. Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Muskel- und Gliederschmerzen, Schlafstörungen, Luftnot oder Herzklopfen gehören hier zu den häufigsten Beschwerden“, heißt es auf der Internetseite des Uniklinikum Jena.

Coronavirus: Schuljahr nur noch im Distanzunterricht zu retten? Schärfere Maßnahmen in Sichtweite

Nach dem aktuellen Gesetzesentwurf zur einheitlichen Bundesnotbremse sollen die Schulen übrigens schon ab einer Inzidenz von 165 wieder geschlossen werden. Zuletzt wollte die Bundesregierung die Schulen erst schließen, wenn die Inzidenz an drei Tagen in Folge einen Wert von 200 überschreitet. Der Bundestag will heute über die bundesweite Corona-Notbremse entscheiden. (nb mit dpa)

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