Neuer Höchstwert erreicht

Coronavirus: Lage in Kölner Krankenhäusern spitzt sich zu – „Unterversorgung droht“

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Die Kapazitäten auf den Intensivstationen der Kölner Kliniken und Krankenhäuser sind beinah ausgeschöpft. (Symbolbild)
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Das Coronavirus setzt die Krankenhäuser und Kliniken in Köln immer weiter unter Druck. Der bisherige Höchstwert während der Corona-Pandemie ist überschritten.

Köln – Höchste Alarmbereitschaft in den Kölner Krankenhäusern und Kliniken. „Mit 113 Menschen, die dort auf einer Intensivstation behandelt werden, wurde heute der bisherige Höchstwert der Pandemie überschritten“, teilte die Stadt Köln am Montag, dem 12. April, mit.

Coronavirus in Köln: Krankenhäuser und Kliniken in Sorge – Es droht eine Unterversorgung

Insgesamt befinden sich aktuell 319 Personen mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus, so die Stadt. „Obwohl bereits personelle Ressourcen in die Intensivmedizin verlagert wurden, sind die Intensivkapazitäten zwischenzeitlich soweit ausgeschöpft, dass die intensivmedizinische Versorgung im Kölner Stadtgebiet an ihre Grenzen stößt und eine Unterversorgung droht. Um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, mussten bereits Intensivpatientinnen und Intensivpatienten innerhalb der Kölner Krankenhäuser umverteilt werden“, warnt Prof. Alex Lechleuthner, Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln.

Köln: Patienten mit schweren Corona-Verläufen werden immer jünger

In einer Pressekonferenz des Krisenstabs im März 2021 hieß es zudem, dass Patienten mit schweren Corona-Verläufen immer jünger werden. So gibt es laut Dr. Christian Miller, Leiter der Kölner Berufsfeuerwehr, nun viel mehr 40-Jährige, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf die Corona-Mutation B.1.1.7. Die britische Mutation gilt laut Studien als deutlich infektiöser, besonders junge Menschen unter 20 sind gefährdet. Auch bundesweit ist diese Entwicklung spürbar. So äußerte sich zum Beispiel auch Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts dazu: „Wir sehen das jetzt schon auf den Intensivstationen, dass sich die Patienten dort ändern: Die werden jünger“.

Coronavirus: Wocheninzidenz in Köln steigt auf 150 – Krisenstab beschließt Verschärfung der Corona-Regeln

Wie bedrohlich die Situation in Köln derzeit ist, zeigt nun auch der sprunghafte Anstieg der Wocheninzidenz. Das Gesundheitsministerium meldete am Montag, dem 12. April knapp 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Noch wenige Tage zuvor hatte der Krisenstab zudem weitere Verschärfungen beschlossen. So müssen ab heute auch der Kölner Zoo und die Museen wieder schließen. Außerdem hat die Stadt weitere Verweilverbote und ein Alkohol- und Verzehrverbot verhängt. Ob in der Domstadt auch eine Ausgangssperre eingeführt wird, ist bislang nicht geklärt. Darüber will der Krisenstab in seinen Sitzungen weiter beraten, so ein Stadtsprecher gegenüber 24RHEIN.

Hier die zusammengefassten Informationen zu den neuesten Beschlüssen des Krisenstabs:

  • Der Kölner Zoo und die Museen müssen nun auch wieder schließen.
  • Überall dort, wo im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht angeordnet ist, gilt nun ein Alkohol- und Verzehrverbot.
  • Am Alter Markt, am Theo-Burauen-Platz und am Gülichplatz (Bereich rund um das Historische Rathaus und den Spanischen Bau) gilt nun ebenfalls ein Verweilverbot von montags bis samstags, 8:30 bis 18 Uhr.
  • Seit dem 12. April muss bei Vorsprachen und Terminen in städtischen Dienstgebäuden ein negativer Coronatest vorgezeigt werden. Dies gilt unter anderem auch für Trauungen. Der Test darf maximal 24 Stunden alt sein. ausgenommen sind Kinder bis zum Schuleintritt. Die Stadt akzeptiert keine Corona-Selbsttest.

Alle aktuellen Corona-Regeln in Köln finden Sie zum Nachlesen in unserer Übersicht. (nb)

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