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Alarmierender Trend in Köln: „Patienten mit schweren Corona-Verläufen werden immer jünger“

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Von: Nina Büchs

Ein Mitarbeiter des Covid 19-Schnelltest-Zentrums Düsseldorf nimmt bei einem Patienten eine Probe für einen Schnelltest.
Die Corona-Mutation aus Großbritannien ist auf dem Vormarsch (Symbolbild). © Federico Gambarini/dpa

Die Virus-Mutation B.1.1.7 ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Dies führt dazu, dass die Corona-Patienten immer jünger werden. Der Trend ist auch in Köln erkennbar.

Köln – Die Inzidenz in NRW liegt weiterhin über 100 und auch in Köln sind die Zahlen deutlich in die Höhe geschnellt. Wie die aktuelle Corona-Lage in Köln aussieht und wie es in der Domstadt weitergehen soll, wurde in der Pressekonferenz des Krisenstabs am Freitag bekannt gegeben. Besorgniserregend sei neben dem Lieferengpass von Astrazeneca insbesondere auch die Tatsache, dass die Patienten mit schweren Corona-Verläufen nun immer jünger werden, sagte Dr. Christian Miller, Leiter der Kölner Berufsfeuerwehr im Rahmen der Pressekonferenz. Doch worauf ist dies zurückzuführen? Und trifft die Entwicklung nur auf Köln zu?

Nicht nur in Köln: Patienten mit schweren Corona-Verläufen werden immer jünger

Laut Miller werde aktuell sogar eine 18-Jährige auf der Intensivstation versorgt, zudem gäbe es nun viel mehr 40-jährige Patienten in Köln. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf die britische Corona-Mutation B.1.1.7. Die Mutation gilt laut Studien als deutlich infektiöser, besonders junge Menschen unter 20 seien gefährdet. Tatsächlich ist dieser besorgniserregende Trend aber nicht nur auf die lokale Ebene begrenzt. So äußerte sich zum Beispiel auch Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts dazu: „Wir sehen das jetzt schon auf den Intensivstationen, dass sich die Patienten dort ändern: Die werden jünger.“

Wie der Tagesspiegel berichtete, tauchte in diesem Zusammenhang im Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel nun ein Satz auf, der den Ernst der Lage widerspiegelt. Es heißt darin, dass die Belastungsgrenze des Gesundheitssystems erreicht werden könne, auch aufgrund dessen, dass „jüngere Patienten generell eine längere Verweildauer auf der Intensivstation haben.“

Coronavirus: So gefährlich ist die Virus-Mutation B.1.1.7 aus Großbritannien

„Die Virus-Mutation B.1.1.7 aus Großbritannien ist in Köln aktuell am meisten verbreitet“, sagte Dr. Miller in der Pressekonferenz. Doch auch außerhalb der Domstadt am Rhein zeigt sich der bedrohliche Anstieg der gefährlichen Virus-Mutation. Laut eines Bericht des Robert-Koch-Institus vom 24. März sei die Variante B.1.1.7 nun bereits bei 72 Prozent der Covid-19 Fälle bestätigt worden.

„Die Virus-Mutation ist noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als die zuvor zirkulierenden Varianten und weist eine höhere Reproduktionszahl auf, sodass ihre Ausbreitung schwerer einzudämmen ist“, schreibt das Robert-Koch-Institut. Zudem gäbe es Hinweise darauf, dass die Mutation mit einer erhöhten Fallsterblichkeit in allen Altersgruppen einhergeht. Meldungen über eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang jedoch nicht, so das RKI. (nb)

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