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Köln: Stadteile mit hoher Inzidenz erhalten mehr Corona-Impfstoffe

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Von: Oliver Schmitz

Die EU-Kommission hat 50 Millionen weitere Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech bestellt. (Symbolfoto)
Die Stadt Köln ändert ihre Impfstrategie. (Symbolfoto) © Paul Zinken/dpa

Köln ändert seine Impfstrategie. In der Metropole werden Corona-Impfstoffe bald nach Bedarf verteilt und Hausärzte dürfen selbst über die Impfreihenfolge bestimmen.

Köln – Wie in ganz NRW verschlechtert sich auch die Corona-Lage in Köln immer weiter. Am Freitag stieg die 7-Tages-Inzidenz sprunghaft auf einen Wert von 235,7 an und erreicht ein neues Rekordhoch. Auch die Lage in den Krankenhäusern ist immer dramatischer, den Kölner Intensivstationen droht die Überlastung. Um der Negativentwicklung besser entgegenwirken zu können, traf die Stadt nun neue Maßnahmen.

Coronavirus in Köln: Stark betroffene Stadtteile erhalten extra Impfkontingent

Wie der Krisenstab der Stadt Köln am Freitag bekannt gab, wird es von nun an ein Sonderkontingent von Corona-Impfdosen für Stadtteile mit hohen Infektionsrisiko bereitgestellt. Dabei orientiert man sich in erster Linie an den Inzidenzwerten. In den betroffenen Stadtteilen soll ein größeres Impfangebot aufgebaut werden um Menschen aus „besonderen Sozialstrukturen“ frühzeitig impfen zu können. Wie die Verteilung der Corona-Fälle in Köln genau aussieht, ist auf der offiziellen Karte der Stadt einsehbar.

Dauber hinaus traf der Krisenstab noch weitere Beschlüsse zur effektiven Bekämpfung der Corona-Pandemie. Nicht nur wird an den bisherigen Maßnahmen – wie der Ausgangssperre ab 21 Uhr – festgehalten, sondern es kommen weitere hinzu. Ab Montag, dem 26. April, kehren Schulen in den Distanzunterricht zurück und Kitas gehen in die Notbetreuung. Zusätzlich greift ab Samstag noch die bundesweite Corona-Notbremse, durch welche sich die Corona-Regeln in NRW teilweise noch ändern werden.

Corona-Impfungen: Kölner Hausärzte können nun selbst über Reihenfolge entscheiden

Eine weitere große Änderung im Bezug auf die Corona-Impfungen in Köln ist die Aufhebung der verpflichtenden Impf-Reihenfolge bei Hausärzten. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, bedeutet das, dass die Kölner Mediziner von nun an selbst entscheiden können, wem sie eine Schutzimpfung geben. Der Beschluss wurde am Freitag von der Kölner Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung getroffen. Das bedeutet, dass unter bestimmten Umständen nun auch junge, gesunde Menschen in der Domstadt die Chance haben sich impfen zu lassen.

Im dem Kölner Stadt-Anzeiger vorliegendem Schreiben heißt es: „Gesetze und Erlasse können auf die Infektionslage nicht so schnell reagieren wie unsere Praxen. [...] Die Umsetzung der Priorisierung sollte in den Arztpraxen dem ärztlichen Sachverstand überlassen werden“. Generell kann damit gerechnet werden, dass die bestehenden Priorisierungsregeln bald abgeändert werden. So erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag, dass man aktuell davon ausgehen könnte, dass diese im Juni aufgegeben werden könne. NRW-Gesundheitsminister Laumann erklärte dagegen am Freitag, dass er zumindest im Mai nicht mit dem Wegfallen der Impfpriorisierung rechnet. (os)

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