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Kölner Zoo mit Millionen-Verlusten: Corona lässt Einnahmequelle versiegen – Zoos in ganz NRW betroffen

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Von: Stefanie Knupp

Eine noch namenlose Elefanten-Kuh läuft neben ihrer Mutter „Shu Thu Zar“. Das Jungtier kam in der Nacht zum 18.06.2020 zur Welt
Ein Elefantenbaby kam in Köln im Sommer 2020 zur Welt. Viele Besucher hatte der kleine Dickhäuter noch nicht. © Marius Becker/picture alliance/dpa

Corona setzt den Tierparks in NRW finanziell zu: Der größte Zoo des Bundeslandes in Köln machte 2020 Millionenverluste. Der Zooverband fordert Hilfe vom Staat.

Köln – Am Tag verbraucht der Kölner Zoo 54.000 Euro für seinen Unterhalt. Aktuell lebt der größte Zoo in Nordrhein-Westfalen von seinen Rücklagen. Damit seien die Unterhaltskosten bis Ende Februar gedeckt. Spätestens dann hoffe der Zoo, wieder öffnen zu können, sagte Zoo-Sprecher Christoph Schütt der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der Kölner Zoo verzeichnete im Jahr 2020 nur rund 700.000 Besucher. Das sind nur halb so viele wie im Vorjahr. Der Einnahmerückgang liege bei rund drei Millionen Euro, erklärte Christoph Schütt. Auch anderen Zoos in NRW geht es nicht besser. Ähnliche Zahlen verzeichnet zum Beispiel der Gelsenkirchener Zoo, die Zoom Erlebniswelt. Dort wird mit vier Millionen Euro Einnahmeverlust gerechnet, wie eine Sprecherin berichtete.

Corona NRW: Duisburger Zoo braucht allein für Futter 50.000 Euro

Der Duisburger Zoo mit seinen rund 100 Festangestellten rechnet für 2020 voraussichtlich mit 2,7 Millionen Euro Einnahmeeinbußen – rund ein Drittel weniger Geld komme in die Kasse, sagte Sprecher Christian Schreiner. Der Zoo habe dabei kaum Möglichkeiten, seine Fixkosten runterzufahren. Er müsse weiter heizen, die Tiere füttern und betreuen – allein ein Elefant benötige rund 150 Kilogramm Heu, Möhren und Äpfel am Tag, sagte Schreiner. „Die Kosten laufen weiter – allein 50 000 Euro pro Monat für Futter“, sagte Christian Schreiner.

Der Zoo in Duisburg ist international ein Spezialist für die seltene Zoo-Haltung von Koalas, die ausschließlich Eukalyptus-Blätter fressen. Die Blätter müssen jetzt im Winter aus Miami eingeflogen werden - extrem teuer und aufwendig. Ein Paar Langschnauzen-Kaninchenkängurus Duisburger Zoo wohnt seit Dezember im Tiergarten am Kaiserberg. Damit beherbergt der Zoo Duisburg als einziger Tiergarten in Deutschland zwei Tiere dieser Art.

Zoos während Corona: „Tiere können nicht in Kurzarbeit“

„Irgendwann ist bei jedem Zoo der Ofen aus. Eintrittsgelder sind eine Haupteinnahmequelle“, sagt der Direktor des Naturzoos Rheine, Achim Johann. Der vergleichsweise kleine Zoo Rheine im Norden des Landes verzeichnete 2020 nur rund 250 000 Besucher – etwa 100 000 weniger als im Vorjahr. Die Einnahmen schrumpften um etwa 400 000 Euro auf 1,4 Millionen Euro. Der Zoo müsse deshalb geplante Investitionen in den Umbau seines Wirtschaftsgebäudes und eine neue „Zooschule“ für junge Besucher aufschieben oder zumindest kritisch überprüfen, sagte Johann.

Die Zoos in NRW haben durch die Corona-Schließungen und Besucherbegrenzungen im vergangenen Jahr Millionen an Einnahmen eingebüßt und leben derzeit von ihren Rücklagen. Angesichts des bis mindestens Ende Januar verlängerten Lockdowns sehen sie schwierige Zeiten anbrechen.

Coronavirus in Deutschland: NRW legte im ersten Lockdown Hilfsprogramm für Zoos auf

Der bundesweite Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) drängt angesichts der kritischen Situation auf staatliche Hilfe: „Wenn unsere Zoos jetzt unverschuldet in finanzielle Engpässe geraten, würden wir es natürlich begrüßen, wenn der Staat Verantwortung übernehmen und passende Hilfsprogramme auflegen würde“, sagte VdZ-Geschäftsführer Volker Homes der dpa. „Schließlich können wir unsere Tiere kaum in Kurzarbeit schicken. Diese Hilfe wäre gelebter Tierschutz“, sagte Homes.

Nordrhein-Westfalen hatte im Frühsommer 2020 nach dem ersten Lockdown ein Corona-Hilfsprogramm für die Zoos im Bundesland mit insgesamt knapp 12 Millionen Euro Fördervolumen gestartet. Maximal 800 000 Euro pro Zoo wurden ausgeschüttet – Geld, das hochwillkommen war zur Deckung des Defizits, wie mehrere Zoo-Sprecher betonten. Doch das ist lange her. Inzwischen hat sich nach dem erneuten Lockdown Anfang November die Lage wieder verschärft.

Corona in NRW: Der Kölner Zoo muntert seine Fans auf Twitter auf

Unter dem Motto „Wir wollen Euch ablenken“ verbreitet der Kölner Zoo auf Twitter unter seinen Fans trotz aller Sorgen gute Laune: Zum Beispiel mit einem flauschigen Ameisenbär, der sein Futter verspeist oder Bildern von exotischen bunten Tieren. (sk mit dpa)

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