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Urteil gegen Kölner Rizin-Bombenbauerin rechtskräftig – sie muss acht Jahre in Haft

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Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Wohnhaus Osloerstr. 3. I
In einer Kölner Hochhaussiedlung hatte ein Ehepaar einen Terroranschlag in Deutschland geplant. Zum Glück konnte der Anschlag verhindert werden. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Die Kölner Rizin-Bombenbauerin muss acht Jahre in Haft. Das Urteil gegen die 45-Jährige ist rechtskräftig. Bei dem Anschlag hätten viele Menschen sterben können.

Düsseldorf – Das Urteil gegen die Kölner Rizin-Bombenbauerin ist rechtskräftig. Die 45-jährige Islamistin war vor gut einem Jahr für einen geplanten Terroranschlag mit dem hochgiftigen Rizin zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof habe inzwischen die Revision der zum Islam konvertierten Deutschen verworfen, teilte das Oberlandesgericht Düsseldorf am Freitag mit.

Urteil gegen Kölner Rizin-Bombenbauerin ist rechtskräftig – sie plante einen islamistischen Terroranschlag

Die Frau hatte gemeinsam mit ihrem zu zehn Jahren Haft verurteilten Ehemann einen islamistischen Terroranschlag in Deutschland vorbereitet, bei dem das tödliche Gift Rizin über eine Splitterbombe verbreitet werden sollte. Eine Explosion der Bombe wäre der erste Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland gewesen. Die Revision ihres Ehemannes war bereits im vergangenen Jahr verworfen worden. Damit ist das Verfahren nun insgesamt abgeschlossen.

In einer Wohnung der berüchtigten Hochhaussiedlung im Stadtteil Chorweiler in Köln waren die monatelangen Vorbereitungen bereits weit gediehen, als die Polizei 2018 eingegriffen hatte. Der Tunesier und seine Frau hatten das Supergift Rizin hergestellt, an einem Hamster ausprobiert und eine Testexplosion ausgelöst. Außerdem hatten sie 250 Stahlkugeln und Teile für den Bau eines Fernzünders besorgt.

Kölner Ehepaar plante Terroranschlag – 13.500 Menschen hätten sterben können

Ein Gutachten ergab: Rein rechnerisch hätten durch die Giftmenge 13.500 Menschen sterben können. Bei der geplanten Verbreitung durch eine mit Stahlkugeln gespickten Streubombe wären es etwa 200 Tote gewesen.

In Chats des Messengers Telegram hatte sich das Paar von Hintermännern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) motivieren und anleiten lassen, Anschläge in Deutschland zu begehen, nachdem die Ausreise des Tunesiers nach Syrien gescheitert war. (dpa)Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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