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E-Scooter in Köln bald teurer? Neue Gebühr könnte Folgen haben

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Von: Johanna Werning

Der Kölner Dom bei Sonnenschein. In einem Kreis ist ein zweites Bild mit mehreren E-Rollern.
Wird das E-Roller-fahren in Köln künftig teurer? (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago & Eduard Bopp/Imago

Köln-News: Die Nutzung von E-Scootern könnten bald teuer werden. Grund dafür ist ein neuer Beschluss der Stadt.

Köln – Egal, ob mit Tier, lime, bird oder dott: In Köln gibt es mehrere E-Roller-Anbieter. Für wenig Geld sollen Kölner so in beinahe in jedem Veedel die sogenannte „letzte Meile“ mit den E-Rollern fahren können. Doch schon bald könnte das Angebot stark eingeschränkt und die Nutzung teurer werden.

E-Scooter in Köln: Stadt will Gebühren anheben – nur noch eingeschränkter Betrieb

E-Roller in Köln: Sondernutzungsgebühr – das steckt dahinter

► Der Verkehrsausschuss hat am 5. Mai über die Sondernutzungsgebühr bei E-Rollern abgestimmt.

► Anbieter müssen dann je nach Stadtteil pro Fahrzeug eine jährliche Gebühr bezahlen. Die Verwaltungsvorlage sieht zwischen 85 und 130 Euro vor.

► Außerdem soll das Netz stark eingeschränkt werden. Pro Anbieter sind nur noch 500 E-Roller in der Kölner Innenstadt erlaubt.

Grund dafür sind besondere Gebühren, die die Stadt in der Ratssitzung am 5. Mai beschlossen haben. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung hervor. Wie in Düsseldorf soll nun auch in Köln die sogenannte Sondernutzungsgebühr für E-Scooter-Anbieter erhöht werden. Das Ziel dahinter? Das E-Roller-Angebot in Köln einschränken. Denn damit die Scooter-Firmen die einzelnen E-Roller aufstellen dürfen, müssen sie bei der Stadt eine Gebühr bezahlen.

Aber wie teuer sind die Gebühren? Pro Jahr und pro Fahrzeug sind für die Anbieter dann zwischen 85 und 130 Euro fällig. Abhängig ist die Gebühr vom Standort. „Dafür werden drei Gebührenzonen im Stadtgebiet ausgewiesen: Innenstadt, Mittelzone und Außenbezirke. Für ‚Verleihsysteme für Leihfahrräder, Leih-Lastenräder und Ähnliches‘ sind Gebühren in Höhe von 10 Euro pro Jahr und Fahrzeug vorgesehen“, erklärt die Stadt. Außerdem sind in der gesamten Kölner Innenstadt nur noch 500 E-Roller pro Anbieter erlaubt. Ein erster Entwurf zeigt bereits die verschiedenen Zonen:

Das neue E-Roller-Gebiet in Köln zeigt die verschiedenen Zonen. IDZRW-Montage
Das neue E-Roller-Gebiet in Köln (IDZRW-Montage) © Stadt Köln

E-Scooter in Köln: Was bedeutet der Beschluss für die Nutzer?

Aber wirkt sich das auch auf die Nutzer der E-Roller aus? Grundsätzlich wird es weniger E-Roller in der Kölner Innenstadt geben. Und auch weitere Einschränkungen sind denkbar. Aber werden die Scooter zusätzlich auch teurer? 24RHEIN hat bei Tier nachgefragt: „Wir sehen die geplante Erhöhung der Sondernutzungsgebühren als unverhältnismäßig und nicht zielführend an. Anstatt alternative Mobilitätsformen zu fördern, werden diese durch überzogene Gebühren ausgebremst“, sagt Patrick Grundmann, Pressesprecher von Tier.

Aber was bedeuten die Gebühren für den Preis? Ganz klar ist das noch nicht. „Die unmittelbaren Folgen der Änderung der Sondernutzungssatzung für unser Angebot sind noch nicht absehbar. Gebühren in dieser Höhe müssen wir erst kritisch prüfen und könnten Konsequenzen auf unser Mobilitätsangebot zukünftig haben, auch auf die Flottengröße und das Geschäftsgebiet“, sagt Grundmann weiter. Aktuell plane man jedoch nicht, die Gebühren auf die Nutzer umzulegen. Teurer soll eine Fahrt somit nicht werden.

Köln: E-Roller schon bald eingeschränkt – ab wann gilt der Beschluss?

Im Verkehrsausschuss wurde am 5. Mai über die Sondernutzungsgebühr für E-Scooter abgestimmt. Ab wann die Umsetzung beginnt, ist noch nicht klar. „Mit Veröffentlichung im Amtsblatt treten die Regelungen in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt sind alle Anbieter von Sharing-Systemen verpflichtet, eine Sondernutzungserlaubnis zu beantragen. Dazu wird es zeitnah eine Informationsveranstaltung der Verwaltung für die Unternehmen zur Erläuterung des Antragsverfahrens für die Sondernutzungserlaubnisse geben“, erklärt die Stadt.

Aber warum gibt es die Umsetzung überhaupt? Zuletzt sorgten die bunten E-Roller in Köln immer wieder für Ärger: Unzählige E-Roller liegen allein auf dem Grund des Kölner Rheins. Um sie zu bergen, waren mehrere Großaktionen nötig. Die Kölner Politik setzte zudem mehrere Parkverbote für die Scooter um. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 6. Mai aktualisiert. Neuerung: Rat beschließt Gebühren.

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