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E-Roller verschwinden aus Köln: Anbieter zieht sich zurück

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Von: Johanna Werning

Der E-Roller-Anbieter „Bird“ macht Schluss. Die E-Roller von „Bird“ werden aus Köln verschwinden. Doch nicht nur in Köln zieht sich „Bird“ zurück.

Köln – Sie sind bunt, klein und schnell. Seit 2019 prägen E-Roller das Stadtbild in Köln. Gleich mehrere Anbieter haben in Köln einen profitablen Standort gesehen. Doch mehr und mehr gab es Diskussionen um die bunten Scooter. Unfälle aufgrund von Alkoholkonsum, Vandalismus und verstopfte Gehwege. Die Probleme sind vielseitig.

E Scooter von Bird stehen auf einem Bürgersteig.
Der E-Roller-Anbieter „Bird“ stellt den Betrieb ein (Symbolbild) © Manfred Segerer/Imago

Nächster E-Roller-Anbieter in Köln hört auf: „Schwierige Entscheidung“

Darum hat die Stadt zuletzt hohe Gebühren für die E-Roller-Anbieter erhoben. Und das hat Konsequenzen: Nachdem bereits im Sommer „Dott“ das Handtuch geschmissen hat, verschwindet nun der nächste Anbieter aus Köln. Bereits zum Ende des Jahres hört „Bird“ auf. „Wir mussten heute im Interesse der Zukunft des Unternehmens eine schwierige Entscheidung treffen.“

Nicht nur in Köln ist ab 2023 Schluss mit „Bird“. Der Scooter-Anbieter stellt den kompletten Betrieb in Deutschland, Schweden und Norwegen ein. Zusätzlich stellt „Bird“ den Betrieb in einzelnen Städten und Regionen in den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein.

E-Roller: „Bird“ hört in Köln auf – „Überangebot an Fahrzeugen und überfüllte Straßen“

Denn auch außerhalb der Domstadt stehen die E-Roller immer mehr in der Kritik. Das Geschäft lohnt sich nicht. „Es hat sich gezeigt, dass in einigen Märkten ein solcher Rahmen fehlt, was zu einem Überangebot an Fahrzeugen, überfüllten Straßen und einer hohen, aber häufig wechselnden Anzahl von Wettbewerbern geführt hat. All dies führt unweigerlich zu beträchtlichen Verlusten für die Betreiber, die es sich daher nicht leisten können, zu investieren und die Mikromobilität weiterhin sicherer und nachhaltiger zu gestalten.“

Das Unternehmen gehe zwar davon aus, dass langfristig das Geschäftsmodell funktioniere, aktuell sehe es jedoch anders aus. „Kurzfristig haben die derzeitigen makroökonomischen Bedingungen jedoch ein Umfeld geschaffen, das uns dazu zwingt, unsere finanzielle Disziplin zu erhöhen und eine klare Unterscheidung zu treffen zwischen Märkten, in denen wir einen kurzfristigen Weg zu einem vollständig selbsttragenden Betrieb sehen, und solchen, die uns als längerfristige, risikoreichere Investitionen erscheinen.“ Konkret gesagt: Es werden rote statt schwarze Zahlen geschrieben. Auch aus Hamburg zieht sich „Bird“ zurück, berichtet 24hamburg.

Infos zum E-Roller-Anbieter „Bird“

Umsatz:205 Millionen USD (2021)
Gründer:Travis VanderZanden
Hauptsitz:Miami, Florida, Vereinigte Staaten
Gründung:April 2017
Anzahl der Beschäftigten:572

E-Rolleranbieter „Bird“ macht Schluss – und streicht Stellen

Das wirkt sich nicht nur auf die Kunden, sondern auch auf die Mitarbeiter von „Bird“ aus. „Diese schwierige Entscheidung wird leider auch Auswirkungen auf einige unserer Mitarbeiter und Vertragspartner in Europa sowie auf die unterstützenden Teams in den USA haben“, wie viele Stellen gestrichen werden, teilt das Unternehmen nicht mit. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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