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Kölner Innenstadt: Hunderte E-Roller liegen im Rhein

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Von: Johanna Werning

Zwei dreckige E-Scooter stehen an einer Mauer, nachdem sie am Morgen aus dem Wasser geborgen worden waren.
Am Grund des Rheins liegen mehrere Hundert E-Roller. (Archivbild) © Boris Roessler/dpa

Im Kölner Rhein liegen hunderte E-Roller. Doch scheinbar wollen sich nicht alle Vermieter der Scooter darum kümmern, dass die E-Roller aus dem Wasser geholt werden.

Köln – Seit rund zwei Jahren sind sie überall in Köln. Egal ob man in Ehrenfeld, Deutz oder Poll unterwegs ist, die E-Roller von Dott, Tier, Spin, Lime, Voi und Bird stehen gefühlt an jeder Ecke. Doch nicht nur auf den Straßen der Domstadt sind die E-Roller zu finden. Hunderte E-Roller am Grund des Kölner Rheins, berichtet der WDR. Der Grund: Randalierer hätten die Scooter ins Wasser geworfen. Es soll sich dabei um mehr als 500 Scooter in der Kölner Innenstadt in der Nähe der Hohenzollernbrücke handeln. Eigentlich sollten die E-Roller geborgen werden – doch der Einsatz mit Berufstauchern und speziellen Baggerschiffen sei zu teuer. Dabei berge der auslaufende Akku eine Umweltgefahr.

Köln: 500 E-Scooter liegen im Rhein – doch das Bergen ist zu teuer

Ein E-Roller-Unternehmen hat demnach zum Kölner Bau-Taucher Markus Hambüchen aufgenommen. Dabei fragte das Unternehmen nach einem Kostenvoranschlag für das Bergen von 500 Elektro-Tretrollern im Bereich der Hohenzollernbrücke.

Doch zum Einsatz wird es allem Anschein nach nicht kommen. „Im Ergebnis sagte der zuständige Mann, bei den Kosten lohne es nicht, die Scooter aus dem Rhein zu holen. Die sollen bleiben, wo sie sind“, sagt Hambüchen. Die Roller, die sich in Reichweite befinden, würden aus dem Wasser geholt, heißt es vom Anbieter. Aufgrund der Tiefe des Rheins unter Strömung sei es jedoch schwierig, alle Scooter zu bergen.

Köln: E-Roller liegen im Rhein – einige Firmen wollen handeln

Was sagen die Vermieter der E-Scooter dazu? Vom Unternehmen Tier heißt es laut WDR , dass es „nur sehr selten vorkommt, dass einer unserer Scooter in den Rhein oder andere Gewässer geworfen wird und wir ihn eben nicht direkt bergen können“. Um wie viele E-Roller es sich dabei genau handelt, verriet man nicht. Auch die anderen vier befragten Unternehmen machen dazu keine Angaben.

Das Unternehmen Voi gab hingegen an, mit eigenen Leuten Scooter aus dem Wasser zu bergen. Das E-Roller-Unternehmen Bird habe hingegen angekündigt, „so rasch wie möglich eine Fachfirma mit der Bergung im Rhein zu beauftragen“. Zusätzlich soll am gesamten Rheinufer und den Brücken ein Parkverbot verhängt werden. Auch der Roller-Vermieter Voi kündigte diesen Schritt an.

Immer wieder stehen E-Roller in der Kritik- Gerade in NRW verletzten sich die E-Rollerfahrer häufig. Die Verletzungen sind dabei teilweise schwer. 2020 sind in Nordrhein-Westfalen bei Unfällen mit E-Scootern 604 Menschen verletzt worden. In Oberhausen wurde ein Betrunkener nach einem Sturz mit einem E-Scooter lebensgefährlich verletzt.

Köln: 500 E-Roller liegen im Rhein – Chemikalien treten aus

Je länger die E-Roller unter Wasser seien, umso größer sei die Gefahr, dass der Akku undicht und das Metall angefressen wird. „Da liegen allein in Köln Hunderte dieser Fahrzeuge im Rhein, giftige und gefährliche Stoffe werden frei und die Eigentümer wollen ihren Schrott im Rhein lassen. Das dürfen die zuständigen Umweltbehörden nicht hinnehmen. Der Rhein ist Trinkwasser-Lieferant für etwa 30 Millionen Menschen in Europa“, so der Wasserexperte vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in NRW, Paul Kröfges. Die E-Scooter-Vermieter bestreiten die Gefahr für Umwelt und Mensch.

Voi betont, dass die Akkus sicher seien. Auch Tier gibt an, dass die Akkus „abgedichtet“ sein. Das Unternehmen räumt laut WDR jedoch ein, dass mit der Zeit das Metall anfressen könnte, wenn die Fahrzeuge sehr lange im Wasser liegen. Darum versuche man zeitnah jeden Scooter zu bergen, so das Unternehmen weiter.

Das Bergen der E-Roller im Kölner Rhein sei nicht gerade einfach: „Die Bergung im Strom ist sehr aufwendig. Dazu wird ein Baggerschiff benötigt, von dem ein tonnenschweres Schutzschild in den Rhein gehängt wird. Nur hinter einen solchen Schutzschild können Bergungs-Taucher arbeiten“, so Bau-Taucher Hambüchen weiter. Es bleibt also abzuwarten, was mit den E-Rollern im Rhein in Köln passiert – und wie viele tatsächlich aus dem Wasser geholt werden.

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