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Erste E-Roller verschwinden aus Köln: Anbieter stellt Betrieb ein

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Von: Johanna Werning

Der E-Roller-Anbieter Dott stellt in Köln den Betrieb ein. Der Grund: Die „einzigartig hohen Gebühren der Stadt“, heißt es.

Köln – Anfang Mai hat der Stadtrat in Köln entschieden. Nun folgen die ersten Konsequenzen: Der E-Roller-Anbieter Dott stellt in Köln den Betrieb ein – komplett. „Auf Wiedersehen Köln!“, teilte das Unternehmen am 19. Juli mit. „Wir haben die schwere Entscheidung getroffen, unseren Betrieb von E-Scooter und E-Bikes vorerst in Köln einzustellen.“

„Auf Wiedersehen Köln“: E-Scooter-Anbieter stellt Betrieb wegen Stadtgebühren ein

Zwei Personen auf einem Mietroller am Rheinufer in Köln-Deutz.
Der E-Scooter-Anbieter „Dott“ zieht sich aus Köln zurück. (Archivbild) © Jochen Tack/Imago

Der Grund: Am 5. Mai hat der Stadtrat in Köln sich für eine erhöhte Sondernutzungsgebühr bei E-Rollern entschieden. Dadurch soll der Betrieb in der Kölner Innenstadt und anderen Bereichen der Domstadt eingeschränkt werden. Der Plan: Anbieter müssen je nach Stadtteil pro Fahrzeug eine jährliche Gebühr bezahlen. Die Verwaltungsvorlage sieht zwischen 85 und 130 Euro vor. Zusätzlich sind pro Anbieter nur noch 500 E-Roller in der Innenstadt erlaubt.

Untragbar, wie Dott erklärt: „Aufgrund der einzigartig hohen Gebühren der Stadt und der großen Anzahl an Anbietern, ist ein langfristiger Betrieb unter den derzeitigen Konditionen in Köln nicht weiter tragbar.“ Der Betrieb wird darum eingestellt. Ab wann, teilt das Unternehmen allerdings noch nicht mit. Ob andere E-Roller-Anbieter in Köln wie Tier, lime und bird ebenfalls den drastischen Schritt wählen, ist aktuell noch nicht klar.

E-Scooter verschwinden aus Köln: Dott stellt Betrieb ein – hält sich allerdings Tür offen

Allerdings hält sich der E-Roller-Anbieter Dott eine Tür in Köln offen: „Auch wenn wir uns vorerst verabschieden, sind wir dennoch bestrebt, umweltfreundliche, effiziente und verantwortungsvoll integrierte Verkehrsmittel in ganz Europa anzubieten.“ Und auch in anderen NRW-Städten bleibt Dott bestehen – darunter zum Beispiel in Bonn und Aachen.

E-Scooter Köln: Anbieter „Dott“ zieht sich zurück – Stadt reagiert

Wie aber reagiert die Stadt auf den Rückzug des E-Scooter-Anbieters? Spielt dies der Stadt eventuell sogar in die Hände? Denn zuletzt sorgten E-Scooter in Köln immer wieder für Ärger. Unzählige E-Roller liegen allein auf dem Grund des Kölner Rheins. Die Aufräumaktion: aufwendig, schwierig und teuer.

„Die Stadt bedauert natürlich unabhängig vom Anbieter, wenn eine Mobilitätsdienstleistung in Köln nicht mehr erbracht wird“, sagte Stadt-Sprecherin Sabine Wotzlaw gegenüber 24RHEIN. Die Aussage, dass die Gebühren nicht getragen werden können, sei nicht gefallen und wurde bis heute von keinem Anbieter vorgetragen“, sagt die Stadtsprecherin weiter.

Die hohen Kosten seien in Köln außerdem genau richtig. Auch, wenn andere Städte wie Düsseldorf geringe Gebühren verlangen. „Bei der Höhe der Gebühren sind das Äquivalenzprinzip und der Gleichheitsgrundsatz zu beachten. Und zwar innerhalb der Kölner Sondernutzungssatzung und nicht im Vergleich zu anderen Städten.“(jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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