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Wer in Köln abends E-Scooter fahren will, muss erst einen Test machen

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Von: Nina Büchs

Ein Mann fährt auf dem Fahrradweg mit einem E-Scooter über den Kölner Ring.
In Köln muss beim Leihen eines E-Scooters am Abend ein Reaktionstest bestanden werden – zumindest bei einem Anbieter. © Rolf Vennenbernd/dpa

Um in Köln am Wochenende abends einen E-Scooter zu leihen, muss künftig bei einigen Rollern erst ein Reaktionstest absolviert werden.

Köln – E-Scooter sind das Thema in Großstädten: Sie stehen im Weg, landen in Flüssen oder sind in teils schwere Unfälle verwickelt. Köln ist da keine Ausnahme. Immer wieder sorgten Unfälle mit E-Scootern für Diskussionen. Ob die Nutzung der E-Scooter vielleicht sogar besser reguliert werden stand zur Debatte.

Ein Teil des Problems: Zahlreiche Nutzer der E-Scooter sind betrunken oder unter dem Einfluss von Drogen unterwegs. Der Anbieter „Voi“ hat nun eine mögliche Lösung parat: Um die Fahrtauglichkeit der E-Scooter-Nutzer zu kontrollieren, müssen diese erst einen Reaktionstest absolvieren. Wer den Test nicht besteht, sollte besser zu Fuß gehen – empfiehlt die App.

E-Scooter in Köln: Wer abends fährt, muss Test bestehen

„Der Test ist Teil der App und muss vor jedem Leihvorgang in den Abendstunden absolviert werden. Über die Abfrage haptischer Reaktionszeiten wird ein Kontrollwert für die NutzerInnen bestimmt, anhand dessen Fahrten mit Gefahrenpotential erkannt und vermieden werden können“, teilt Voi mit. Konkret soll das dann so funktionieren: Auf der Bildfläche erscheinen plötzlich mehrere Helme, auf die der Nutzer dann möglichst schnell tippen muss. Mit diesem Vorgang soll die Reaktionszeit gemessen werden.

Die Funktion sei von donnerstags bis samstags jeweils von 22 bis 5 Uhr morgens aktiviert, so Voi. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Meldungen zu Fahrten unter Alkoholeinfluss beziehungsweise mit riskantem Fahrverhalten in diesen Zeiträumen stattfinden”, erklärt Reimann-Philipp von Voi. „Mit unserem Reaktionstest wollen wir hier gegensteuern.”

E-Scooter Köln: Was, wenn man beim Reaktionstest zu schlecht abschneidet?

Doch, was passiert eigentlich, wenn man beim Reaktionstest zu schlecht abschneidet also quasi zu langsam ist? „Bislang gibt die App dann nur eine Empfehlung, den E-Scooter besser nicht zu nutzen“, sagt Voi-Sprecher Caspar Spinnen auf Nachfrage von 24RHEIN. Wer also Alkohol getrunken hat und beim Reaktionstest schlecht abgeschnitten hat, kann den Roller theoretisch trotzdem nutzen. Denn die Freischaltung des E-Scooters ist trotzdem möglich.

„Wir sind noch dabei, Tests mit den Nutzern durchzuführen. Theoretisch kann es auch sein, dass manche Menschen nüchtern sind aber beim Test zu schlecht abschneiden, weil sie mit der Haptik nicht zurechtkommen oder beim Umgang mit dem Smartphone nicht flink genug sind“, so Spinnen. Ob die Nutzung in Zukunft dann einmal wirklich nicht mehr möglich sein wird, wenn man den Test nicht besteht, könne zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

E-Scooter in Köln: Reaktionstest könnte Betrunkene abhalten

Getestet wurde das Feature bereits unter anderem München, seit dem 19. Juli gibt es den Test nun auch in Köln. Scheinbar zeigt der Test Wirkung: Nach Unternehmensangaben würden erste Zahlen zeigen, dass nach Absolvieren des Tests etwa 20 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer keine Fahrt mit dem E-Scooter mehr antreten. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen sollen jedoch noch folgen und dann Ansätze für einen neuen Branchenstandard liefern.

Köln: Fahren mit E-Scootern unter Alkoholeinfluss verhindern

Fest steht: Das Fahren mit dem Auto, dem Fahrrad und auch mit dem E-Scooter ist gefährlich, wenn man unter Drogen- oder Alkoholeinfluss steht. Situationen richtig einschätzen und im schlimmsten Fall auf Gefahren entsprechend zu reagieren, können durch Alkohol oder Drogen beeinträchtigt werden. Betrunkene würden zudem häufiger durch einen riskanten Fahrstil auffallen, heißt es von Voi – und damit vielleicht sogar zur Gefahr für andere werden. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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