1. 24RHEIN
  2. Köln

E-Scooter Köln: Schockierende Unfallbilanz – Polizei hätte nichts gegen Verbot

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Bei einer Polizeikontrolle in Stuttgart wird ein E-Scooter Fahrer von der Polizei verwarnt, weil er über einen Fußgängerweg gefahren ist.
Die Polizei Köln registriert immer wieder schwere Unfälle mit E-Scooter-Fahrenden. Sollte die Nutzung nun eingeschränkt werden? (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

E-Scooter-Fahrer waren in Köln zuletzt mehrfach in schwere Unfälle verwickelt. Die Polizei steht einem Nutzungsverbot offen gegenüber. Doch was sagt die Stadt dazu?

Köln – E-Scooter sind in Köln für viele ein echtes Ärgernis – nicht nur, weil hunderte von ihnen im Rhein liegen und eine Gefahr für die Umwelt darstellen. Denn auch im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu E-Scooter-Unfällen mit zum Teil schwerverletzten Personen. Erst am vergangenen Wochenende mussten deshalb mehrere E-Scooter-Fahrer mit schweren Kopfverletzungen in Kliniken gebracht werden, so die Polizei Köln. Der Dienststelle sind die Fahrzeuge – beziehungsweise deren Nutzer – zum Teil ein großer Dorn im Auge.

Denn wie der leitende Polizeidirektor Martin Lotz in Bezug auf die Unfallbilanz am Wochenende erzählt, seien die Nutzer in Köln immer wieder alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss auf den E-Scootern gefahren. Teilweise waren Menschen auch zu zweit oder zu dritt auf den Rollern unterwegs. Lotz ergänzt: „Das Verhalten der E-Scooter-Nutzenden ist eine enorme Belastung in Zeiten stark steigender Einsatzzahlen. Diese liegen nach den Lockerungen inzwischen deutlich über dem Vergleichszeitraum aus 2019, als von Corona noch keine Rede war.“

Doch was passiert nun mit den Rollern in Köln? Wie wahrscheinlich ist es, dass die E-Scooter schon bald ganz aus der Domstadt verschwinden – ähnlich wie zum Teil in Kopenhagen oder in Mailand? Und was hält die Stadt Köln von einem möglichen Verbot?

Köln: Polizei offen für E-Scooter-Verbot – zahlreiche Unfälle am Wochenende

Der leitende Polizeidirektor Martin Lotz sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, dass der „auf Vernunft basierende Gestaltungsspielraum“ für sicheres E-Scooter-Fahren kleiner werde. Um schwere Unfälle zu vermeiden sei aus polizeilicher Sicht die Forderung nach einem Nutzungsverbot auf kritische Zonen und zu kritischen Zeiten als letzte Möglichkeit nachvollziehbar. Dies müsse jedoch von der Verkehrspolitik gefordert werden, nicht von der Polizei, so Lotz weiter. Polizeidirektor Gereon Eich kündigte zudem für die kommenden Wochen E-Scooter-Kontrolleinsätze des Verkehrsdienstes an.

Wie es in einer Pressemitteilung hieß, erfasste die Polizei allein im Mai und im Juni insgesamt über 110 Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern. Zehn der Nutzer mussten ins Krankenhaus gebracht werden, 18 Personen standen unter Alkoholeinfluss.

E-Scooter in Köln: Polizei offen für Verbot – Stadt sieht in den Rollern „Beitrag zur Verkehrswende“

Und was sagt die Stadt Köln dazu? Stadtsprecher Baumanns zufolge sieht die Stadt derzeit von einer Regulierung der Fahrzeuge ab. Man wolle abwarten, wie die Gespräche mit den Vermietfirmen in Bezug auf das Parkverbot, sowie die Abstell- und Ausbringungszonen verlaufen, so Baumanns gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Abwarten will die Stadt auch, ob sich das Verhalten der Nutzer zum Wohl der Allgemeinheit und zum Wohl des Umweltschutzes ändert, so der Stadtsprecher weiter. Die E-Scooter leisten der Stadt zufolge einen Beitrag zur Verkehrswende.

Tätig wird das Ordnungsamt jedoch, wenn Elektro-Roller falsch abgestellt werden. Dabei werde zum Beispiel ein Verwarngeld von den Vermietfirmen erhoben. (nb)

Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant