Mangel an Halbleiter-Chips

Köln: Ford-Werke stehen für Monate still – 5000 Mitarbeiter betroffen

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Die Fließbänder in den Kölner Ford-Werken sollen bis Mitte August fast komplett stillstehen.

Schlechte Stimmung trotz Jubiläum: Am 90. Geburtstag der Ford-Werke in Köln stehen die Bänder still. Wegen eines Chip-Mangels müssen tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Köln – Wegen fehlender Halbleiter-Chips müssen die Ford-Werke die Auto-Produktion in Köln in den nächsten Monaten fast komplett einstellen. Der Konzern habe für die Zeit vom 3. Mai bis zum 18. Juni sowie vom 30. Juni bis zum 9. Juli mit der Arbeitnehmervertretung Kurzarbeit in der Produktion vereinbart, berichtete am Montag ein Unternehmenssprecher. In dieser Zeit stünden die Bänder still. Betroffen seien rund 5000 der 15.000 Mitarbeiter in Köln. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über den Produktionsstopp berichtet.

Kölner Ford Werke: Nur zehn Arbeitsstage bis Mitte August für 5000 Mitarbeiter

Lediglich an den Tagen vom 19. bis zum 29. Juni sollen in Köln die Fließbänder laufen. An den zweiten Produktionsstillstand bis Mitte Juli schließen sich dann die Werksferien an. Die Produktion starte wieder 16. August, hieß es. Ford steht mit den Lieferproblemen bei Chips nicht allein. Auch andere Autohersteller wie Audi und Daimler haben deshalb bereits Produktionseinschränkungen angekündigt.

„Die Lage auf dem globalen Halbleiter-Markt bleibt angespannt und wird es allen Schätzungen zufolge auch in den nächsten Monaten bleiben, woraus sich Lieferengpässe ergeben“, begründete ein Ford-Sprecher den Schritt. Deshalb müsse der Konzern die Produktion herunterfahren. „Die ausgefallene Produktion werden wir bestmöglich aufholen“, versprach er. „Wir arbeiten daran, die Situation schnellstmöglich zu verbessern“. Die Situation am Kölner Standort sieht aufgrund der Corona-Pandemie zurzeit nicht so gut aus, obwohl erst Ende letzten Jahres 200 neue Arbeitsplätze angekündigt wurden.

Nachfragerückgang bei Ford: Neben Kölner Werken auch anderer Standort von Kurzarbeit betroffen

Zuvor hatte Ford wegen des coronabedingten Nachfragerückgangs bereits angekündigt, die Produktion in Köln an Freitagen ruhen zu lassen. Auch im Werk in Saarlouis sollen in der Zeit vom 3. bis zum 18. Mai und vom 25. Mai bis zum 7. Juni die Bänder stillstehen, wie kürzlich bekannt wurde. Dort sind rund 4500 Ford-Mitarbeiter betroffen. Über weitere Kurzarbeitstage in Saarlouis werde bereits verhandelt, hieß es bei Ford.

Die Hotelkette Maritim musste viele ihrer Mitarbeiter ebenfalls für Monate in Kurzarbeit schicken, nun bangen die Angestellten in Köln, Düsseldorf und Bonn aber sogar um ihre Arbeitsplätze. (dpa)

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