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Wer zu Fuß geht, fühlt sich in Köln unsicher – nicht nur Autos sind schuld

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Eine Fußgängerin überquert eine Straße in Köln.
In Köln fühlen sich Fußgänger am wenigsten sicher im Straßenverkehr – das zeigt eine Studie des ADAC. (Symbolbild) © Christoph Hardt/Imago

Viele Fußgänger fühlen sich im Straßenverkehr nicht sicher. In Köln ist das Sicherheitsempfinden sogar besonders niedrig. Das zeigt eine neue ADAC-Umfrage.

Köln – In Köln sind täglich unzählige Fußgänger unterwegs, um zum Beispiel durch die Südstadt oder das Belgische Viertel zu flanieren oder um kurze Wege zum Einkaufen, zur Arbeit oder zum Arzt zurückzulegen. Doch wie sicher fühlen sich die Fußgänger dabei? Eine neue Umfrage des ADAC zeigt: Besonders in Köln sorgen sich Fußgänger um ihre Sicherheit.

ADAC-Umfrage: Fußgänger in Köln sorgen sich um ihre Sicherheit

In der Studie hat der ADAC mehr als 3.200 Fußgänger in unterschiedlichen deutschen Städten zu ihrem Sicherheitsempfinden befragt. Heraus kam ein ernüchterndes Ergebnis. „Nur die Hälfte der Befragten fühlen sich als Fußgänger in ihren Städten wirklich sicher. Am besten schnitt noch Rostock ab mit 63 Prozent, am schlechtesten Köln mit 37 Prozent“, so ADAC-Projektleiterin Simone Saalmann.

Doch warum fühlen sich so viele Fußgänger nicht wirklich sicher? Laut Saalmann hat dies unterschiedliche Gründe – zum einen läge dies am Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer oder aber an der Infrastruktur. Ein besonderes Ärgernis seien für die Befragten vor allem E-Scooter-Fahrer. „Das Verhalten der E-Scooter-Fahrer bezeichneten viele als rücksichtslos“, so Saalmann. 53 Prozent der Studienteilnehmer beschwerten sich außerdem über E-Scooter, die falsch abgestellt sind und Gehwege blockieren, so der ADAC.

Auch abgesehen davon sind E-Scooter in Köln schon längst zum großen Problem geworden. So wurde im Sommer bekannt, dass viele der E-Scooter im Rhein versenkt worden sein sollen. Weil die Akkus der Roller im Wasser schnell durchrosten und dabei giftige Stoffe freigesetzt werden, müssen die Fahrzeuge schnellstmöglich geborgen werden. Doch die Bergung der E-Scooter ist aufwendig und teuer.

Köln: Fußgänger fühlen sich in Köln nicht sicher – warum?

Immer wieder haben E-Scooter-Fahrer in Köln Unfälle verursacht. Doch auch bei anderen Verkehrsteilnehmern gäbe es Konfliktpotenzial, zeigt die Umfrage. So habe es Beschwerden gegeben, dass Autofahrer nicht an Zebrastreifen anhalten oder beim Abbiegen nicht auf Radfahrer oder Fußgänger achten. Auch so manche Radfahrer würden dazu beitragen, das Sicherheitsempfinden der Fußgänger herabzustufen – zum Beispiel, wenn diese zu knapp überholen oder etwa auf dem Gehweg fahren.

In puncto Infrastruktur beklagten Fußgänger unter anderem die schlechten Sichtverhältnisse an Kreuzungen. Doch auch Ampelanlagen tragen zur Unzufriedenheit bei – zum Beispiel, wenn es zu lange dauert, bis die Ampel grün wird und die Fußgänger die Straße überqueren können.

Verkehrsunfälle 2020

Im Stadtgebiet Köln wurden laut einer Statistik der Polizei im vergangenen Jahr 517 Fußgänger im Straßenverkehr verletzt. 2019 waren es noch 728 Fußgänger.

Übrigens war die Zahl der in Verkehrsunfälle verwickelten Radfahrer in Köln deutlich höher. So gab es im Jahr 2020 insgesamt 1.999 verletzte Radfahrer, 2019 waren es 1.985. Zahlen für das Jahr 2021 liegen aktuell noch nicht vor.

Fußgänger-Sicherheit in Köln: Stadt will bestimmte Bereiche autofrei machen

Fest steht: Besonders in Großstädten wie Köln, in denen täglich viele Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind, kann es häufiger auch mal krachen. Insgesamt gibt es in Bezug auf die Verkehrssicherheit in Köln aber auch Positives zu berichten. So hat die Stadt inzwischen einige Radstreifen ausgebaut, manche Bereiche sollen sogar komplett autofrei werden. Unter anderem sollen künftig auch am Zülpicher Platz keine Autos mehr fahren dürfen. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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