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RheinEnergie: Gaspreis steigt um 133 Prozent – was Kunden jetzt wissen müssen

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Der Kölner Dom und das Heizkraftwerk der Rheinenergie in Köln-Niehl (Montage).
Gas in Köln wird deutlich teurer. Die RheinEnergie hat massive Preiserhöhungen angekündigt (IDZRW-Montage). © Christoph Hardt/Panama Pictures/Imago & Richard Wareham /Imago

Die RheinEnergie erhöht die Gas-Preise: Der Preis pro Kilowattstunde steigt um 133 Prozent. Kunden müssen mit bis zu 1000 Euro mehr rechnen – pro Jahr.

Köln – Kunden der RheinEnergie müssen sich auf eine saftige Erhöhung der Gaspreise einstellen. Ab dem 1. Oktober erhöht die RheinEnergie den Preis für eine verbrauchte Kilowattstunde Erdgas von 7,87 Cent auf 18,30 Cent. Damit steigt der Preis um mehr als das Doppelte. Die Anpassung entspricht einer Erhöhung von rund 133 Prozent. Auch Fernwärme wird teurer – um rund 73 Prozent. Für Kunden in Köln hat das teils große Auswirkungen. 24RHEIN zeigt die Preissteigerungen für Erdgas und Fernwärme in Köln im Überblick.

Köln: Gaspreis steigt – um wie viel steigt der Preis?

Preis pro Kilowattstunde bisherab 1. Oktober 2022Steigerung
Arbeitspreis7,87 Cent18,30 Cent10,43 Cent

Der Grundpreis für Erdgas bleibt gleich. Als Grundpreis definiert die RheinEnergie einen festen Betrag, der „unabhängig vom Verbrauch“ ist. Allerdings steigt der sogenannte Arbeitspreis, also der Preis, der je verbrauchter Kilowattstunde Erdgas fällig wird.

RheinEnergie: Gaspreis in Köln steigt – welche Auswirkungen hat das?

Die RheinEnergie rechnet vor, welche Auswirkung die Anhebung des Gaspreises für Kölner hat:

Kosten bisher (im Jahr)ab 1. Oktober (im Jahr)Steigerung
Wohnung (10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch)960 Euro2002 Euroetwa 108 Prozent
Große Wohnung (15.000 Kilowattstunden Jahresbedarf)1353 Euro2918 Euroetwa 116 Prozent
kleines Einfamilienhaus (15.000 Kilowattstunden Jahresbedarf)1353 Euro2918 Euroetwa 116 Prozent

RheinEnergie: Fernwärme in Köln wird teurer

Während Kunden der RheinEnergie im Jahr 2021 noch rund 407 Euro jährlich in einer Kölner Wohnung zahlen mussten, steigt dieser Betrag 2022 auf rund 705 Euro. Eine voraussichtliche Preisanpassung zum 1. Oktober ist in dieser Zahl bereits eingerechnet. „Das entspricht einem Anstieg von rund 73 Prozent“, teilt die RheinEnergie mit.

RheinEnergie: Nachzahlungen vermeiden

Ab Anfang August werden Kunden der RheinEnergie über die neuen Preise informiert. In diesem Zug werden die monatlichen Abschläge auf die Jahresrechnung angepasst. So sollen hohe Nachzahlungen vermieden werden. Und: „Mieterinnen und Mieter, die ihre Energiekosten über die Nebenkostenabrechnung begleichen, sollten ebenfalls Vorsorge wegen einer höheren Nachzahlung treffen“, empfiehlt die RheinEnergie.

Gas wird teurer: Beschaffungskosten sind gestiegen

Grund für die Preissteigerung ist „eine fast 450-prozentige Steigerung der Beschaffungskosten für Erdgas im Vergleich der Beschaffungsperiode 2021/2022 zu 2022/2023“, teilt die Rheinenergie am 1. August 2022 mit. Die Preise steigen trotz „eines Systems der langfristigen kontinuierlichen Beschaffung“.

Der Gaspreis ist bereits 2021 erheblich angestiegen. Leerere Gasspeicher trafen auf eine deutlich erhöhte Nachfrage nach dem Ende vieler Corona-Maßnahmen. Das sorgte bereits im vergangenen Jahr für steigende Preise auf dem Markt. 2022 hat sich die Situation mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine nochmal deutlich verschärft. Russland ist Hauptlieferant für Erdgas und hat die Einfuhr in den letzten Monaten massiv zurückgefahren. Das hat für Ungewissheit und teilweise regelrecht Angst auf dem Markt gesorgt. Die Gaspreise schossen damit nochmal in die Höhe. Eine Entspannung auf dem Gasmarkt ist in nächster Zeit ebenfalls nicht zu erwarten. Angesichts steigender Gaspreise überlegen einige Menschen, auf elektrische Heizgeräte umzusteigen – allerdings warnen Experten.

RheinEnergie: Gaspreis in Köln steigt extrem – und noch ist kein Ende in Sicht

Auch, weil weitere staatliche Umlagen in den nächsten Monaten für zusätzliche Preiserhöhungen sorgen könnten. Diese beiden Umlagen, Ende Juni von der Bundesregierung beschlossen, lassen die Großhandelsunternehmen die entstehenden Mehrkosten auf die Endkunden umverteilen. „Beide Umlagen befinden sich bei der Bundesregierung in Arbeit und sollen zum 1. Oktober oder 1. November in Kraft treten. In den oben aufgeführten Preisen sind diese Mehrkosten noch nicht berücksichtigt“, teilt die RheinEnergie mit.

Das heißt: Der Preis für Gas könnte dann nochmal steigen. Die Mehrkosten entstehen laut RheinEnergie, weil die Lieferanten nun die ausfallenden russischen Gaslieferungen „teuer am Weltmarkt nachbeschaffen müssen“. (mlu/bs) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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