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Kölner Gastronomen fehlt Personal: „Die Lage ist dramatisch“

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Von: Nina Büchs

Menschen sitzen im Außenbereich eines Restaurants in Köln.
Der Gastronomie fehlt nach dem langen Corona-Lockdown Personal. (Symbolbild) © Christoph Hardt/dpa

Der Lockdown ist vorbei, Restaurants und Cafés in Köln sind geöffnet. Doch häufig fehlt Personal. Nicht nur für die Wirte hat das Folgen.

Köln – Seit Ende Mai ist in Köln die Außengastronomie wieder geöffnet. Seitdem hat sich dank der niedrigen Infektionszahlen vieles getan. So können Gäste nun seit dem 11. Juni sowohl im Innen- als auch im Außenbereich der Cafés, Kneipen und Restaurants bewirtet werden – und das ganz ohne negatives Testergebnis. Doch obwohl die Nachfrage der Gäste groß ist, haben es viele Wirte in der Domstadt aktuell nicht leicht. Der Grund: ihnen fehlt Personal. Einige Betriebe müssen deshalb sogar weiter geschlossen bleiben. Zudem müssen Gäste teils mit Wartezeiten rechnen.

Köln: Wirte klagen über fehlendes Personal – „die Lage ist dramatisch“

Auch der IG Kölner Gastro ist die Not der Kölner Wirte bekannt. „Viele Betriebe können aktuell nicht so öffnen, wie sie es gerne wollen. Die Situation ist dramatisch, vor allem dort, wo fast nur studentische Aushilfskräfte beschäftigt wurden“, so Martin Schlüter, einer der Vorstände der IG Kölner Gastro.

Wie Schlüter (48) 24RHEIN erzählt, haben sich viele der Aushilfen, darunter viele Studenten, umorientiert. „Sie arbeiten nun zum Beispiel in den Testzentren, wo es moderatere Arbeitszeiten gibt“. Die Freizeit scheint also vielen Aushilfskräften nach Corona nun wichtiger zu sein, denn in der Gastronomie sind Arbeitsstunden bis 1 Uhr morgens keine Seltenheit.

Coronavirus in Köln: Gastronome in Not – Barracuda Bar und Café Rico wegen Personalmangel geschlossen

Auch Schlüter selbst betreibt ein eigenes Restaurant in Köln – das „Reissdorf am Hahnentor“. Er selbst beschäftige aber mehr Festangestellte als Aushilfskräfte, die Auswirkungen seien in seinem Betrieb daher nicht so spürbar, wie bei anderen seiner Kollegen in der Gastrobranche, so Schlüter. Geschlossen hat wegen des Personalmangels derzeit unter anderem noch die Barracuda Bar im Beglischen Viertel oder auch das Café Rico am Rudolfplatz, erzählt er.

Kölner Gastro darf öffnen – doch es fehlt Personal – Gäste müssen teils mit Wartezeiten rechnen

Das fehlende Personal wirkt sich auch auf die Gäste aus. „Manchmal kann es bei den Gästen deshalb auch zu längeren Wartezeiten kommen. Die Betriebe versuchen das zwar zu vermeiden, indem sie Öffnungszeiten anpassen, aber nicht immer können die Gäste auch gleich bedient werden“. Insbesondere bei den EM-Spielen dürften die Wirte und Kellner also allerhand zu tun haben – und auch bei schönem Wetter füllen sich meist die Biergärten und Außenterrassen innerhalb kurzer Zeit. Für Wirte eine Herausforderung, auch, wenn die vielen Gäste nach monatelangen Schließungen endlich wieder die leeren Kassen füllen.

Köln: „Öffnung lief bisher durchweg positiv“ – doch Gäste müssen manchmal mehr zahlen

Inzwischen haben die Gastronomien ihren Betrieb nun schon seit fast einem Monat wieder aufgenommen. Denn am 31. Mai durfte die Außengastronomie mit Test wieder öffnen. Innerhalb weniger Wochen wurde dann immer weiter gelockert. Inzwischen ist der Gastro-Besuch sogar ganz ohne Test möglich. Zudem ermöglichte die Stadt den Gastro-Inhabern nun, zusätzliche Tische und Stühle auf Gehwegen und Straßen zu platzieren.

Die Cafés, Restaurants und Kneipen in Köln haben sich nun also wieder mit Gästen gefüllt, sehr zur Freude der Betreiber. Martin Schlüter zufolge war der Saisonbeginn bislang „durchweg positiv“. „Die Nachfrage ist groß, das Wetter spielt mit und die Gäste sind auch was die Corona-Maßnahmen angeht meist sehr verständnisvoll“, erzählt Schlüter.

Köln: Einige Restaurants erheben „Corona-Aufschlag“

Jedoch kann es durchaus vorkommen, dass die Gäste bei ihrem Restaurantbesuch nun etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn einige Betriebe erheben nun einen „Corona-Aufschlag“, meist in Höhe von zehn bis fünfzehn Prozent, so Schlüter. Zwar sei das in Köln unter den Gastronomen nicht üblich, in einzelnen Betrieben käme das jedoch vor, erzählt Martin Schlüter. Aber auch unabhängig von dem Aufpreis sei das Essen gehen in diesem Jahr teurer geworden. „Das hängt mit den gestiegenen Lebensmittelpreisen zusammen“. So wurden die Preise einigen Produkten seit Beginn des Jahres um etwa 30 bis 40 Prozent angehoben. (nb)

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