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Corona-Regeln in Köln: Gastro-Verein attackiert Laschet – „Verzweiflung“ und „Tränen“

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Von: Martin Henning

Menschen in einem Kölner Restaurant beim EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich.
Die Gastronomie in NRW darf weiterhin nur eingeschränkt öffnen – auch, wenn es mitunter voller wird. © Ying Tang/Imago

In einem offenen Brief attackiert die IG Kölner Gastro NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Gastronomen seien wegen der unklaren Corona-Regeln „verzweifelt“.

Köln – In Köln kehrt trotz steigender Corona-Inzidenzen zunehmend Normalität ein. Seit vergangenem Wochenende dürfen auch die Clubs in Köln wieder öffnen. Also: Erleichterung überall? Nicht ganz. Denn die Gastronomie kann nach wie vor nur mit Einschränkungen öffnen. Die Wut darüber ist groß. Auf Facebook hat die IG Kölner Gastro deswegen einen offenen Brief gepostet. Empfänger: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

„Wir wissen nicht, wer bei Ihnen die Verordnungen würfelt, aber so geht es keinen einzigen Tag weiter“, schreibt die Interessengemeinschaft in ihrem emotionalen Brief. Bei den Gastronomen sei „Verzweiflung“ zu spüren. Auch „Tränen und Menschen, die nicht mehr können“ seien an der Tagesordnung.

Köln: Restaurants und Bars dürfen wegen Corona nur eingeschränkt öffnen

Der Hintergrund: Laut der Stadt Köln gilt für gastronomische Betriebe, dass in den Innenräumen die „3G-Regel“ zu beachten ist. Die Rückverfolgbarkeit der Gäste müsse dagegen nicht mehr gewährleistet werden. Das würde theoretisch bedeuten, dass die gastronomischen Betriebe – wie Veranstaltungen auch – ihre Räume wieder voll machen dürften. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass die Gäste geimpft, genesen oder getestet sind.

Doch die Realität sehe anders aus, schreibt die IG Kölner Gastro in ihrem Brief. „Die Stadt Köln hat uns in einem langen Gespräch am Freitag mitgeteilt, dass die Gastronomie wegen der Verordnung NRW eingeschränkt bleiben muss“, heißt es. Niemand wisse im Moment genau, wie die Regeln auszulegen seien. Auch die Anwälte seien sich uneinig, so die IG Kölner Gastro weiter.

Ihnen mag es entgangen sein, dass wir 18 ziemlich beschissene Monate hinter uns haben, dass wir Personal verloren haben, dass wir physisch und psychisch in Mitleidenschaft gezogen wurden und der Willkür der Behörden ausgeliefert sind. Das sind alles Fakten, denen Sie sich als Chef dieses Bundeslandes doch nicht so einfach entziehen können!

IG Kölner Gastro an Armin Laschet

Köln: Gastronomie fühlt sich von Armin Laschet „im Regen stehen“ gelassen

Während die Deutsche Bahn tausendfach „volle Züge mit teilweise ungeimpften Menschen durch die Gegend“ fahre, die Lanxess Arena wieder 18.000 Menschen begrüßen dürfe und viele junge Menschen „sich einen Dreck um irgendeine Regel“ scherten, bliebe der Gastronomiebetrieb eingeschränkt.

„Wie können sie unsere gesamte Branche und die Kommunen so sehr im Regen stehen lassen?“, richtet die Interessengemeinschaft ihr Wort an Armin Laschet. „Ihnen mag es entgangen sein, dass wir 18 ziemlich beschissene Monate hinter uns haben, dass wir Personal verloren haben, dass wir physisch und psychisch in Mitleidenschaft gezogen wurden und der Willkür der Behörden ausgeliefert sind. Das sind alles Fakten, denen Sie sich als Chef diesen Bundeslandes doch nicht so einfach entziehen können!“

Die IG Gastro fordert die Landesregierung in ihrem offenen Brief auf, Klarheit in die Gastro-Regeln in NRW zu bringen. Denn: „Alle unsere über 400.000 Mitarbeiter:innen haben es endlich verdient, dass menschlich und fair mit uns umgegangen wird. Sofort.“ Bereits im Februar hatte die IG Kölner Gastro für Aufmerksamkeit gesorgt. Damals hatte sie angekündigt, die Stadt Köln wegen der Corona-Regelungen zu verklagen. (mah) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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