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Köln: Wegen Missbrauch seiner Nichten – Priester ab November vor Gericht

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Der Eingang des Land- und Amtsgerichts in Köln
Ab November steht ein Priester in Köln vor Gericht (Symbolbild) © Henning Kaiser/dpa

Ein Priester steht ab November wegen Missbrauchs an seine Nichten in Köln vor Gericht. Der 70-Jährige wurde bereits 2010 angezeigt – doch die Anzeige wurde zurückgezogen.

Köln – Wegen Missbrauchs seiner drei Nichten soll einem heute 70 Jahre alten katholischen Priester ab 23. November vor dem Landgericht Köln der Prozess gemacht werden. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Köln vom Juli vergangenen Jahres sei ohne Änderungen zur Hauptverhandlung zugelassen worden, teilte das Gericht am Dienstag, 21. September, mit. Einer der geladenen Zeugen sei der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, ehemals Personalchef im Erzbistum Köln, sagte ein Gerichtssprecher.

Köln: Priester ab November vor Gericht – 31 Fälle von Missbrauch an seiner drei Nichten

Dem angeklagten Priester wird zur Last gelegt, von 1993 bis 1999 seine damals zwischen sieben und 13 Jahre alten Nichten missbraucht zu haben. Angeklagt sind 31 Fälle. Drei davon werden von der Staatsanwaltschaft als schwer eingestuft, „weil es zum Beischlaf oder beischlafähnlichen Handlungen gekommen sein soll“. Der Priester war damals in Gummersbach tätig.

Zu den 20 Prozessterminen sind bislang 38 Zeugen aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld des Angeklagten geladen worden. Darüber hinaus werde der Angeklagte durch einen psychiatrischen Sachverständigen begutachtet, teilte das Gericht mit. Die drei Nichten treten als Nebenklägerinnen auf.

Köln: Angeklagter Priester bereits 2010 angezeigt – Anzeige zurückgezogen

Der Priester war 2010 bereits einmal angezeigt worden, doch damals wurde die Anzeige zurückgezogen, und es geschah weiter nichts. Der Priester wirkte weiter als Krankenhauspfarrer und als Pfarrvikar. 2019 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen, was 2020 zur Anklage führte.

Der heutige Erzbischof Heße war 2010 als Personalchef des Erzbistums Köln mit dem Fall befasst. Deshalb dürfte es in dem Prozess auch darum gehen, ob er den Vorwürfen damals mit der gebotenen Gründlichkeit nachgegangen ist. Er selbst weist alle Vorwürfe zurück. In der vergangenen Woche hatte Papst Franziskus ein Rücktrittsangebot von Heße ausgeschlagen. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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