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Köln: Darum läuten am Freitag um 18 Uhr die Kirchen im Erzbistum

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Von: Martin Henning

Der Dom in Köln bei Sonnenschein.
Auch im Kölner Dom werden am Freitag um 18 Uhr die Glocken zum Gedenken läuten. © Oliver Berg/dpa

Am Freitag um 18 Uhr werden Kirchengemeinden, Klöster und kirchliche Einrichtungen in Köln gemeinsam ihre Glocken läuten lassen. Das hat einen besonderen Grund.

Köln – Wenn am Freitag die Glocken im Kölner Dom und anderen Kirchen erklingen, dann hat das nichts mit einem Gottesdienst zu tun. Es geht um eine besondere Geste, „ein Zeichen des Zusammenhalts“, sagt das Erzbistum Köln.

Mit den Glockenschlägen will das Erzbistum den Betroffenen der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Belgien gedenken. „Kirchengemeinden, Klöster und kirchliche Einrichtungen sind aufgerufen, am kommenden Freitag, 23. Juli, um 18 Uhr die Glocken zu läuten und eine Andacht zu feiern“, heißt es. Das Erzbistum lädt alle Menschen zum Gedenken an die Gestorbenen und in Not Geratenen ein – „in Gemeinschaft in den Kirchen, zu Hause in der Familie oder allein“.

Köln: Erzbistum gedenkt Hochwasser-Betroffenen in NRW und anderen Gebieten

Viele Gemeinden hätten große Schäden durch das Hochwasser erlitten, sagt das Erzbistum. Rainer Maria Kardinal Woelki besuche deswegen seit dem vergangenen Wochenende die Betroffenen: „Viele standen vor mir mit Tränen in den Augen. Sie waren völlig fassungslos, wie das Wasser gekommen ist, wie es ihre Wohnungen vernichtet hat“, sagte Woelki.

Zugleich sei er „sehr beeindruckt“ von der Hilfsbereitschaft und Solidarität in den betroffenen Gebieten. Diese neue Form der Mitmenschlichkeit zu spüren, mache Mut, so der Kardinal.

Hochwasser in NRW: Gaffer und planlose Helfer behindern Einsatzkräfte

Auch außerhalb der Krisengebiete ist die Hilfsbereitschaft groß. Doch nicht jede Spende für Betroffene des Hochwassers bringt die Menschen vor Ort weiter. Das DRK Köln kann keine Sachspenden mehr annehmen, die Kleidungsmengen übertreffen den Bedarf. Als Helfer auf eigene Faust in die betroffenen Regionen zu fahren, macht es sogar noch schlimmer. Es behindert die Organisationen vor Ort.

Ebenso wie die Gaffer in den Krisengebieten, die die Arbeit der Rettungskräfte beeinträchtigen und sich selbst in Gefahr bringen. Die Polizei warnte in den sozialen Netzwerken vor entsprechenden Aktionen. „Seit dem 1. Januar 2021 ist das Fotografieren und Filmen oder das Teilen von Bildaufnahmen, die in grob anstößiger Weise eine verstorbene Person zur Schau stellen, an Dritte strafbar“, sagt die Polizei Köln. Gaffer müssten mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen. (mah)

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