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Köln: Großmarkt zieht um – neues Frischezentrum ab 2026 in Marsdorf

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Von: Nina Büchs

Eine Luftaufnahme von Köln Raderberg. Zu sehen ist die Großmarkthalle und die Rodenkirchener Brücke.
Die Großmarkthalle in Köln wurde während des Zweiten Weltkriegs errichtet. Nun soll der Großmarkt umgesiedelt werden. (Archivbild) © APress/Imago

Bis Ende 2025 soll es die Großmarkt noch in Köln-Raderthal geben – danach werden die Händler ins neue Frischezentrum nach Marsdorf ziehen. Das Projekt im Überblick.

Köln – Es ist eines der größten Projekte zum Thema Stadtentwicklung in Köln: die Umsiedlung des Kölner Großmarkts von Köln-Raderthal nach Köln-Marsdorf im Stadtbezirk Lindenthal. Schon seit 1940 gibt es den Großmarkt im Kölner Süden – das Gebäude war im Zweiten Weltkrieg zahlreichen Luftangriffen ausgesetzt. Heute gibt es die Großmarkthalle noch immer in Köln-Raderthal.

Doch das denkmalgeschützte Gebäude ist in der Konzeption nicht mehr zeitgemäß, zudem müsste es aufgrund von festgestellten Schäden dringend saniert werden, so die Stadt Köln. Bereits am 13. Dezember 2007 hat der Rat deshalb beschlossen, den Großmarkt nach Marsdorf zu verlagern. Doch welche Folgen hat der Umzug der Großmarkthalle? Und was passiert mit dem alten Gebäude? Ein Überblick über das Projekt, den aktuellen Stand und weitere Fragen, die sich stellen.

Kölner Großmarkt: Wirtschaftlicher Anziehungspunkt in der Region

Der Kölner Großmarkt ist einer der flächenmäßig größten Märkte in Deutschland. Für Köln und die Region hat er eine große wirtschaftliche Bedeutung. In dem Gebäude werden seit 1940 Waren gehandelt. 220 Unternehmen verkaufen etwa 300.000 Tonnen Waren im Jahr an 5.000 Kundinnen und Kunden. Der Großmarkt befindet sich im Stadtteil Raderthal liegt in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnanschlüssen Köln-Süd, Eifeltor und Köln-West.

Köln: Großmarkt soll von Raderthal nach Marsdorf verlagert werden – das ist der Plan

„Für das neue Frischezentrum steht ein städtisches Grundstück an der A1, Anschlussstelle Frechen, zur Verfügung“, so die Stadt Köln. Vor Ort sollen dann weiterhin Produkte wie Obst, Gemüse, Geflügel, Fisch, Lebens- und Genussmittel oder etwa Verpackungswaren angeboten werden.

Hintergrund für die Umsiedlung ist, dass die „genutzten Gebäude in ihrer Konzeption nicht mehr zeitgemäß sind“ und dringend saniert werden müssen. Im Jahr 2018 wurden außerdem bei einer Tragwerks- und Betonuntersuchung der denkmalgeschützten Halle Risse und Ablösungen an der Decke und der Außenfassade auf der Westseite des Gebäudes festgestellt. „Gutachter vermuten, dass es sich bei den Rissen und Ablösungen um Kriegsschäden handelt, die in der Nachkriegszeit mit Bauschutt ausgebessert wurden“, so die Stadt.

Köln: Großmarkt soll nach Marsdorf ziehen – das ist der aktuelle Stand

Im Dezember 2007 hat der Kölner Rat beschlossen, dass der Kölner Großmarkt nach Marsdorf umziehen soll. Mit dem Umzug in das geplante Frischezentrum steht den Händlern dort jedoch weniger Nutzfläche zur Verfügung. Die FDP will das Vorhaben nun nochmal am 31. Januar 2022 in einer „Aktuellen Stunde“ im Gremium der Bezirksvertretung Rodenkirchen besprechen und hat diesbezüglich einen Antrag eingereicht. Geklärt werden soll unter anderem der Sachstand zum Umzug des Großmarkts. Zudem sollen die drohende Verkleinerung und die daraus resultierenden Folgen thematisiert werden. Wie aus dem Antrag entnommen werden kann, könnte die Reduzierung der Fläche auch eine Reduzierung der Arbeitsplätze bedeuten – oder etwa eine Verbinderung des Warenangebots.

Wie in der Ratssitzung am 14. Dezember 2021 beschlossen, sollen die Flächen für das Frischezentrum sowie die Flächen für die frischezentrumsaffinen Betriebe in einem Sondergebiet (SO) im Bereich nördlich Toyota-Allee in Köln-Marsdorf festgesetzt werden. „Dies bedeutet eine Reduzierung der insgesamt vorgesehenen Fläche von ehemals circa 26 Hektar (Frischezentrum und frischezentrumsaffine Nutzung) um circa 14,5 Hektar auf nunmehr etwa 11 Hektar“, teilt die Verwaltung nun mit.

Wie es weiter heißt, soll zunächst unter anderem ein Zeit-/Maßnahmenplan für das Projekt erarbeitet werden. Mit der Fertigstellung des Plans ist zum Ende des 1. Quartals 2022 zu rechnen. Zudem seien derzeit noch die konkreten Rahmenbedingungen für ein Frischezentrum sowie auch das Betreibermodell noch offen.

Köln: Was soll mit der alten Großmarkthalle in Raderthal passieren?

Bis zum 31. Dezember 2025 soll die Großmarkthalle in Köln-Raderthal bleiben. Anschließend sollen die Händler dann ins Frischezentrum nach Marsdorf ziehen, der Betrieb am Standort im Kölner Süden wird dann geschlossen. Was aber passiert dann mit der leerstehenden Großmarkthalle?

Fest steht: Das jetzige Gelände des Großmarkts soll als Teil des Bauvorhabens „Parkstadt Süd“ komplett neu entwickelt und konzeptioniert werden. Konkrete Pläne, wie das denkmalgeschützte Gebäude in Zukunft genutzt werden könnte, hat zum Beispiel der Kölner CDU-Politiker Oliver Kehrl. Er würde an dem Standort in Köln-Raderthal gerne eine „Markthalle für alle“ errichten. Denn während die Großmarkthalle bisher nur für Gastronomie-Betreiber zugänglich ist, sollen dort künftig alle Kölnerinnen und Kölner einkaufen können. Neben Lebensmittelhändlern soll es dort dann auch Supermärkte, Cafés und Restaurants geben. „In Palma, Lissabon und Budapest gibt es solche Konzepte schon – selbst Düsseldorf hat den Carlsmarkt“, so Kehrl gegenüber 24RHEIN. Mit der Idee „Markthalle für alle“ soll es das auch in Köln geben. Für das Vorhaben müsste die Halle allerdings umgebaut werden.(nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Update-Hinweis: Dieser Artikel wurde am 18. Januar aktualisiert. Neuerung: Neue Infos zum aktuellen Stand eingefügt.

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