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Köln: Chaos um Schul-Anmeldung – wie die Situation jetzt entschärft werden soll

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Von: Johanna Werning

Tornister stehen auf dem Boden eines Klassenzimmers.
Das Schulchaos in Köln ist in diesem Jahr besonders groß (Archivbild) ©  Rolf Vennenbernd/dpa

Seit Jahren geht es bei der Schulanmeldung in Köln chaotisch zu. Es gibt zu wenige Schulplätze für zu viele Kinder. Der Schulplatzgipfel soll nun helfen.

Köln – Mehr als 300 Schulen gibt es in Köln. Dazu zählen Grundschulen, Hauptschulen, Gesamtschulen sowie Gymnasien und Berufskollegs. Dennoch reichen die Schulplätze für die Kölner Schülerinnen und Schülern nicht aus. Gerade Plätze an Gesamtschulen und Gymnasien sind knapp. Bereits seit Jahren herrscht darum teilweise großes Chaos – vor allem, wenn die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen bevorstehen. Mittlerweile melden verzweifelte Eltern ihre Kinder bei bis zu 15 Schulen an, um überhaupt einen Platz in Köln zu bekommen.

Anmeldung Gymnasium in Köln: Problem, aktueller Stand – der Überblick

Schulplatz Köln: „Totalversagen der Stadt Köln“ – das Problem

Der Grund für das riesige Schulchaos: Es gibt zu wenig Schulen in Köln – vor allem Gymnasien. Laut Kölner Bildungsportal gibt es gerade einmal 35 Gymnasien in Köln – zu wenig für den hohen Andrang an Schülerinnen und Schülern.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft spricht sogar von einem „Totalversagen der Stadt Köln bei der Schulentwicklungsplanung“. Es fehlen aktuell rund 500 Plätze. Selbst mit Erweiterungsmaßnahmen – wie größeren Klassen – fehlen für das kommende Schuljahr noch immer rund 100 Plätze. Die Kinder müssten dann außerhalb von Köln zur Schule gehen.

„Nun geht Köln tatsächlich als erste Kommune in die Geschichte ein, die es nicht schafft, ihrer kommunalen Pflichtaufgabe nachzukommen und für alle Kinder Schulplätze bereitzustellen“, empört sich Eva-Maria Zimmermann, Geschäftsführerin der GEW Köln.

Schulplatzgipfel in Köln: „Ernster und zielorientierter Austausch“ – das soll helfen

Am Dienstag, 5. April, trafen sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die Schulministerin Yvonne Gebauer, der Kölner Schuldezernent, Robert Voigtsberger, die Kölner Stadtdirektorin Andrea Blome sowie die Regierungspräsidentin von Köln, Gisela Walsken, für einen gemeinsamen Schulplatzgipfel.

„In einem ernsten und zielorientierten Austausch haben alle Beteiligten ihren festen Willen zum Ausdruck gebracht, die angespannte Schulplatzsituation in Köln bestmöglich mit konstruktiven Lösungsansätzen zu entschärfen“, teilt die Stadt Köln mit. Dafür sollen Verwaltung, Politik und Gesellschaft bestmöglich zusammenarbeiten. Damit das Schulchaos in Köln gelöst wird, bedarf es mittel- und langfristige Lösungsansätze, heißt es weiter. Dazu zählen:

Köln: Schulchaos wird Thema im Kölner Stadtrat – Aktuelle Stunde am 5. Mai

Auch der Kölner Stadtrat will sich mit dem Schulchaos beschäftigen. In der Ratssitzung am 5. Mai wird das Problem mit den Schulanmeldungen im Rahmen einer Aktuellen Stunde diskutiert. Grüne, Volt und CDU haben am 1. April mit „Schulanmeldeverfahren: gerecht, rechtssicher und zielführend!“ einen entsprechenden Antrag gestellt.

Das Anmeldeverfahren müsse „gerechter, rechtssicher und vor allem zielführend überarbeitet werden“, heißt es in dem Antrag zur Aktuellen Stunde weiter. Durch die Mehrfachanmeldungen sei ein „Chaos“ verursacht worden, „eine emotionale Achterbahn für die Familien, was hätte vermieden werden können!“, so die Parteien weiter.

Gymasium und Schulanmeldung Köln: Aktuelle Stunde – das sagen die Parteien

Zu wenig Schulplätze in Köln – Schulministerin Gebauer sieht nur eine Lösung: „bauen, bauen, bauen“

Das Kölner Schulchaos war bereits Thema im Schulausschuss des NRW-Landtags. Schulministerin Yvonne Gebauer kritisierte: „Es ist in meinen Augen beschämend, dass mit diesem desaströsen Kölner Schulplatz-Geschachere der Eindruck vermittelt wird, dass die Kinder weder an der einen noch an der anderen Schule willkommen sind.“

Neben dem seit Jahren verschleppten Schulplatzmangel werde das Desaster auch noch dadurch verschärft, dass Köln die Eltern ausdrücklich zu Mehrfachanmeldungen ermuntert habe. Eigentlich sieht das Land die Mehrfachanmeldung nicht als Handhabe vor.

Dies erhöhe die Zahl der Absagen und verlängere die Warteschleifen zusätzlich, ohne das grundsätzliche Problem zu lösen, erklärt Gebauer. Rechtlich sei das zwar möglich, der Sinn aber zweifelhaft. Langfristig könne die Lösung nur heißen: „bauen, bauen, bauen – oder andere Räumlichkeiten für die Beschulung erschließen“, so die FDP-Politikerin weiter. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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