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Kölner Handwerkskammer: „Testpflicht in Unternehmen ist das falsche Signal“

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Von: Nina Büchs

Eine Mitarbeiterin lässt sich auf den Coronavirus testen.
Ob im Testzentrum oder zu Hause: Mindestens einmal pro Woche müssen Beschäftigte, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, künftig eine Corona-Testmöglichkeit von ihrem Arbeitgeber angeboten bekommen. (Symbolbild) © Kira Hofmann/dpa

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice sind, mindestens einmal pro Woche ein Corona-Testangebot zu machen. Die Handwerkskammer Köln übt Kritik.

Köln – Während der Gesetzesentwurf zur bundeseinheitlichen Corona-Notbremse derzeit noch nicht in Kraft getreten ist, gibt es in Sachen „Testpflicht in Unternehmen“ bereits eine Entscheidung. Wie die Bundesregierung bekannt gab, werden Arbeitgeber nun dazu verpflichtet, Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten können, einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten. Obwohl die Corona-Zahlen in Köln weiter steigen und sich auch die Lage in den Krankenhäusern weiter zuspitzt, sieht die Handwerkskammer Köln eine Testpflicht für Unternehmen kritisch.

Köln: Handwerkskammer zu Testpflicht in Unternehmen – „das ist das falsche Signal“

Zur Testpflicht in den Unternehmen gibt es unterschiedliche Meinungen. So „reagiert das regionale Handwerk mit Unverständnis, denn es führt bereits auf freiwilliger Basis intensiv Selbsttests bei der eigenen Belegschaft durch. Eine starre Corona-Testpflicht belastet Handwerksunternehmen einmal mehr in einer ohnehin schwierigen Lage“, so die Handwerkskammer zu Köln in einer Pressemitteilung.

Coronavirus: Präsident der Handwerkskammer Köln lehnt Testpflicht ab

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer zu Köln teilte dazu mit, dass die Betriebe in Köln bereits jetzt in großem Umfang freiwillige Tests durchführen würden. „Dort, wo dies noch nicht der Fall ist, liegt das überwiegend daran, dass nicht ausreichend Test-Kits beschafft oder geliefert werden können. Dafür aber jetzt Betriebe abzustrafen, ist unangemessen und stellt einen Vertrauensbruch gegenüber dem bereits unter Beweis gestellten großen Einsatz der Betriebe bei der Infektionseindämmung dar. Es kommt jetzt dringend darauf an, bundesweit die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und etwa das Impftempo drastisch zu erhöhen“, fordert Wollseifer.

Statt also eine Testpflicht in den Unternehmen einzuführen, drängt Wollseifer darauf, Handwerkerinnen und Handwerkern möglichst schnell zu impfen und sie dabei mehr zu „priorisieren“. „Wir müssen systemrelevante Handwerkerinnen und Handwerker schützen, indem wir ihnen endlich Schutzimpfungen ermöglichen. Das ist auch eine Frage der politischen Wertschätzung“, so Wollseifer.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verteidigte dagegen die Testpflicht: „So können wir Infektionsketten verhindern, Gesundheit schützen und letztlich Betriebsschließungen vermeiden“, so Heil.

Testpflicht in Unternehmen: Nur ein Drittel der Firmen verfügt bereits über Schnelltests

Über den Mangel an Schnelltests für Unternehmen berichtete auch der Spiegel. So hat laut einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bisher nur ein Drittel der Betriebe Tests angeschafft. 30 Prozent der Unternehmen hätte vor, die Tests in den nächsten vier Wochen zu beschaffen, so das IAB. Die Umfrage wurde von Ende März bis Anfang April durchgeführt, es wurden insgesamt 2000 Betriebe befragt.

Testpflicht in den Unternehmen: Das müssen Beschäftigte nun wissen

Was die Testpflicht nun genau für Beschäftigte bedeutet, haben wir in einer kurzen Frage-Antwort-Übersicht zusammengefasst:

(nb)

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