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Zugpersonal hört „schussartige Geräusche“ – Großeinsatz der Polizei

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Von: Nina Büchs

Ein  Intercity Zug der Deutschen Bahn  steht am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe.
Ein Intercity Zug der Deutschen Bahn wurde auf der Strecke zwischen Köln und Hürth beschädigt (Symbolbild). © IMAGO / Rüdiger Wölk

Hat ein Unbekannter etwa Schüsse auf einen vorbeifahrenden IC abgefeuert? Die Polizei gibt Entwarnung. Doch der Vorfall gibt Rätsel auf.

Köln/Hürth – Nach Daten des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2019 ist die Bahn eines der sichersten Verkehrsmittel. Wer also auf den Schienen unterwegs ist, sollte sich in der Regel sicher fühlen. Doch in NRW gab es in den Bahnen und Bahnhöfen in der Vergangenheit auch schon schockierende Vorfälle. Zum Beispiel wurde am Kölner Hauptbahnhof ein Reisender mit einer Handgranate in der Tasche festgenommen. An einem anderen Tag verletzte ein Reisender drei Bundespolizisten, weil er kein Ticket dabei hatte. Auch der neueste Vorfall zeigt: Nicht überall sind Reisende sicher. Denn auf einer Bahnstrecke zwischen Köln und Hürth meldete das Zugpersonal eines IC plötzlich „schussartige Geräusche“. Zwar geht die Polizei dem jetzigen Ermittlungsstand nicht von einem Beschuss aus, doch der Fall gibt dennoch Rätsel auf.

Schüsse auf IC zwischen Köln und Hürth? Das ist über den Vorfall bekannt

Nach Angaben der Bundespolizei soll sich der Vorfall am Mittwoch, dem 24. Februar, gegen 18:30 Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Köln Eifeltor und Hörth-Kalscheuren ereignet haben. Das Zugpersonal des IC 2202 meldete um diese Uhrzeit „schussartige Geräusche“. Der Zug war mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h unterwegs, als sie die ungewöhnlichen, lauten Knallgeräusche vernahmen. „Beim planmäßigen Halt am Bahnhof Brühl konnte der 50-jährige Triebfahrzeugführer mehrere Beschädigungen in der Außenhülle erkennen und verständigte die Bundespolizei, glücklicherweise wurde niemand verletzt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Köln/Hürth: Polizei geht nicht von Beschuss aus – Bahnstrecke wurde gesperrt

Bei der genauen Untersuchung entdeckten die Bundespolizisten insgesamt 30 kleinere Schäden des Lacks, Schleifspuren an einigen Fenstern und Beschädigungen durch Splitterauswirkungen. „Auf einer Gesamtlänge von 120 Metern waren alle Waggons vom Triebkopf bis hin zum vierten Wagen auf der rechten Seite in Fahrtrichtung betroffen“, heißt es. Die Bahnstrecke zwischen Hürth und Köln wurde zunächst gesperrt. Ein Polizeihubschrauber, Diensthunde der Bundespolizei und weitere Kräfte der Landes- und Bundespolizei unterstützen die Beamten, die die Strecke weiträumig absuchten. Sogar die Feuerwehr aus Köln Lindenthal half mit professioneller Ausleuchtung bei der Suche nach Hinweisen. Die ersten Gleise wurden gegen 21: 45 Uhr wieder freigegeben. Die gesamte Strecke war jedoch erst ab 23:00 Uhr wieder befahrbar. Auch der beschädigte IC durfte seine Fahrt schließlich wieder fortsetzen.

IC: „Schussartige“ Geräusche auf Bahnstrecke – Polizei gibt Entwarnung – doch eine Frage bleibt offen

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen schließen die Beamten des kriminaltechnischen Dienstes einen Beschuss jedoch aus. Woher die Knallgeräusche gekommen sein sollen, ist bislang noch nicht geklärt. Die Ermittlungen dauern an.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits am Sonntagabend, dem 21. Februar, gegen 13:25 Uhr. Auch hier wurden Knallgeräusche auf nahezu demselben Streckenabschnitt gemeldet. Der Triebfahrzeugführer des ICE 1915 nahm bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h Einschläge und ein Knallgeräusch ebenfalls auf der rechten Fahrseite wahr. Auch in diesem Fall gab es zum Glück keine Verletzten.

IC zwischen Hürth und Köln beschädigt: Polizei bittet um Hinweise

Durch den Vorfall auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Hürth kam es zu mehreren Verspätungen. 131 Züge waren mit insgesamt 9.834 Verspätungsminuten betroffen. Zudem kam es zu Umleitungen und 20 Teil- und einem Komplettausfall. Die Bundespolizei bittet in beiden Fällen nun um Hinweise. Wer Angaben dazu oder zu möglichen Tatverdächtigen machen kann, wird gebeten, sich unter der kostenfreien Servicenummer 0800 6 888 000 an die Bundespolizei zu wenden. (nb)

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