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Hilferuf der Kölner Gastronomie: „Köln kollabiert“

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Von: Johanna Werning

Stühle und Tische stehen vor einem Restaurant im Regen, im Hintergrund der Kölner Dom.
Die Kölner Gastro droht zu „kollabieren“ (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Die Kölner Gastro-Branche ist am Boden: Erneut kämpfen Restaurants und Bars aufgrund von Corona mit Umsatzeinbrüchen. Die IG Kölner Gastro fordert Hilfe.

Köln – Seit fast zwei Jahren erleben die Gastronomie-Betriebe eine emotionale Achterbahn – Lockdown, Einschränkungen und strenge Corona-Regeln. Für viele Kneipen, Restaurants und Bars in Köln ist die aktuelle Situation mit dem Coronavirus mehr als schwierig. „Wir müssen an dieser Stelle Alarm schlagen und dieser Hilferuf darf nicht ungehört bleiben“, beginnt die IG Kölner Gastro in ihrem emotionalen Brief. Die Gastro-Branche in Köln droht zu „kollabieren“. Denn vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals. „Fast alle unsere Betriebe verzeichnen Umsatzrückgänge zwischen 40 und 70 Prozent.“

Köln: Hilferuf – Kneipen und Restaurants drohen „komplett abzuschmieren“

„Im Durchschnitt ist der Umsatz um knapp die Hälfte eingebrochen“, so die IG Kölner Gastro in einem Facebook-Post vom 2. Dezember weiter. „Die Situation ist mehr als dramatisch. Keine Branche der Welt könnte von einem auf den anderen Tag mit der Hälfte des Umsatzes leben.“ Vor allem in den letzten Tagen gab es laut IG Gastro einen starken Einbruch. „Das ist katastrophal! Hinter der Gastronomie stecken Menschen, die Familien haben.“

Falls die Lokale keine Hilfe von Bund, Land oder Stadt bekommen, steht der Gastro-Branche „ein desaströs trauriger Jahreswechsel“ bevor, so die IG Kölner Gastro weiter. „Wir benötigen sofort und unmissverständlich wirksame Hilfen.“

Auch in den verschärften Corona-Regeln mit 2G+-Regel für die Betriebe, die derzeit drohen, sieht die IG Kölner Gastro Schwierigkeiten. „Sollte das Land NRW 2G+ einführen, dann hat Köln keine Testkapazitäten und die Gastronomie würde komplett abschmieren“, fürchtet der Verein. „Niemand hat Lust, sich eine Stunde irgendwo anzustellen oder weit zu fahren, um mal eben fünf Kölsch trinken zu gehen.“

Gastronomie während Corona: In Köln explodieren die Fälle

Doch damit nicht genug. Der Vorwurf: „Hinzu kommt, dass in der öffentlichen Wahrnehmung immer wieder so getan wird, als wenn wir an den steigenden Zahlen schuld wären.“ Für die IG Kölner Gastro ein drohender Genickbruch. „In Köln explodieren die Fälle gerade förmlich: Binnen von 3 Tagen steigt die Inzidenz von 290 auf den bundesdeutschen Durchschnitt von 433. Das ist Wahnsinn für uns und wird uns noch weiteren Schaden zufügen“, so der Verein mit rund 230 Mitgliedern weiter.

Die IG Kölner Gastro

Der Verein gründete sich Anfang 2020 mit dem Ziel, ein gemeinsames Sprachrohr der Kölner Gastronomen zu werden und ein gutes Verhältnis zu den zuständigen Behörden der Stadt Köln auf Augenhöhe zu organisieren. Die IG Kölner Gastro hat etwa 230 Mitglieder. Bereits in der Vergangenheit bezog der Gastro-Verein zu den Corona-Regeln in Kneipen und Restaurants Stellung. Im Februar verklagte die IG Kölner Gastro sogar die Stadt.

Darum fordert die IG Kölner Gastro „ein unabhängiges Gutachten, dass diese harten Einschnitte für die Gastronomie rechtfertigt.“ Die Gastro-Betreiber haben genug: „Immer so zu tun, dass es bei uns in den Lokalen gefährlich sei, während der sonst ganz normale Wahnsinn in Köln weitergeht, das ist enorm schädigend für unser Geschäft und aus unserer Sicht nicht länger zu ertragen.“

Corona in Köln: Gastro am Boden – „keine Voodoopuppe für Spielchen“

Aufgeben kommt für die Kneipen, Bars und Restaurant dennoch nicht infrage. „Die Gastronomie kämpft weiter, wir möchten arbeiten, wir möchten Gastgeberin und Gastgeber sein.“ Dafür ist jedoch die Hilfe von Stadt, Land und Bund nötig, so die IG Kölner Gastro weiter.

„Die Gastronomie ist keine Voodoo-Puppe für existenziell gefährliche Spielchen. Die Gastronomie ist euer Gastgeber für die schönsten Stunden im Leben und das möchten wir auch bleiben“, so der Verein weiter. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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