Größe aus dem Kölner Milieu

Köln: „Karate Jacky“ (59) tot in Südstadt aufgefunden – „Langer Tünn“ reagiert

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Jakob Franzen alias „Karate Jacky“ ist am 1. April tot in seiner Wohnung aufgefunden worden.
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Als „Weltmeister der Straße“ machte sich „Karate Jacky“ im Kölner Milieu einen Namen – nun ist Jakob Franzen, wie „Jacky“ bürgerlich heißt, im Alter von 59 Jahren verstorben.

Köln – Große Trauer im Kölner Milieu: Der unter dem Namen „Karate Jacky“ bekannte Jakob Franzen ist im Alter von 59 Jahren tot im „Annoheim“, einer Obdachlosenunterkunft an der Annostraße in der Südstadt von Köln, aufgefunden worden. Dort hatte Franzen in den vergangenen Jahren gelebt.

„Wir sind alle geschockt, er war sehr beliebt. Ich kannte ihn viele Jahre und habe es immer genossen, wenn er Anekdoten von früher erzählt hat. Es ist eine traurige Nachricht vor Ostern“, wird Jürgen Odersdorf vom „Annoheim“ im Express zitiert. Zur genauen Todesursache könne die Polizei noch keine Angaben machen, heißt es weiter.

Zur berüchtigten Zeit Kölns als „Chicago am Rhein“ Jahren in den 1970er und 1980er Jahren hatte sich Franzen vor allem als kompromissloser Türsteher im Rotlichtmilieu einen Namen gemacht, ließ die kriminelle Vergangenheit dann aber letztlich hinter sicht. Jüngeren Kölnerinnen und Kölnern wurde er vor allem durch die Videos bekannt, die sein guter Freund „Der lange Tünn“ von und mit ihm aufnahm. Jacky hatte zu allem und jedem eine Meinung, vertrat diese auf seine ganze eigene Art. In der Südstadt erfreute sich Franzen größter Beliebtheit, war immer wieder mit dem Fahrrad im Veedel unterwegs.

„Langer Tünn“ äußert sich auf Facebook zum überraschenden Tod von „Karate Jacky“

Auf Facebook äußerte sich Jacky langjähriger Weggefährte Anton Claaßen alias „Der lange Tünn“ in einem rund vierminütigen Video zum Tod seines Freundes. „Ich kann das noch gar nicht fassen, weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Er war einer meiner besten Freunde, ein super Kerl. Der Jacky war fit, ist jeden Tag Fahrrad gefahren, hat keinen Alkohol getrunken und keine Drogen genommen. Janz Kölle ist traurig, weil der Jacky in ganz Köln beliebt war“, erklärt die einstige Milieu-Größe. Auch Ex-Boxer Felix Sturm, ebenfalls in dem Video zu sehen, beschreibt die Nachricht als „unglaublich traurig“.

Auch die Facebook-Community schließt sich an. „Das tut mir so leid. Ich habe ihn hier auf deiner Seite immer sehr gerne gesehen. Er war einfach ein besonderer Typ Mensch (auch wenn ich ihn nicht persönlich kannte), er war klasse. Herzliches Beileid“, schreibt eine Userin. Um „Karate Jacky“ einen würdigen Abschied zu bereiten, haben seine Weggefährten eine Spendenaktion gestartet. (mo)

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