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Kinderpornographie-Razzia: Polizei durchsucht Objekte auch in Köln

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Von: Martin Henning

Polizisten stehen während einer Razzia wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornographie an einem Wohnhaus.

So wie hier Ende Januar durchsuchten Ermittler in ganz NRW Objekte nach kinderpornographischem Material. (Symbolbild) © Alex Talash/dpa

Die nordrhein-westfälische Justiz hat einen Großeinsatz gegen Kinderpornographie beendet. Dabei wurden 54 Objekte durchsucht und 440 Datenträger konfisziert.

Köln – Der Verdacht lautet: Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornographie. Ermittler haben in ganz NRW Razzien durchgeführt. Insgesamt wurden 54 Räumlichkeiten von 73 beschuldigten männlichen Personen durchsucht. Der landesweite Einsatz startete bereits am 25. Februar und sei mittlerweile beendet, gab die Staatsanwaltschaft Köln jetzt bekannt.

Offenbar erfolgreich, wie sich herausstellte. 440 Datenträger haben die Ermittler sichergestellt, einige Beschuldigte sollen laut Staatsanwaltschaft bereits Geständnisse abgelegt haben. Beschafft haben sollen sich die Beschuldigten das Material vor allem über soziale Netzwerke.

Kinderpornographie-Razzia: Welche Strafen drohen den Beschuldigten?

Auf wie vielen der 440 beschlagnahmten Datenträger kinderpornographisches Material vorhanden ist, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Köln auf 24RHEIN-Anfrage noch nicht sagen. Die Auswertung der Datenträger nehme noch „mehrere Wochen“ in Anspruch, so der Sprecher.

Dabei prüfen die Ermittler auch, ob es Hinweise auf einen „Gefahrenüberhang“ gibt. Bedeutet in dem Fall: Ob die Beschuldigten nicht nur kinderpornographisches Material besitzen, sondern auch selbst am Missbrauch von Kindern beteiligt waren.

Sollte sich der Anfangsverdacht erhärten, erwartet die Beschuldigten eine Anklage wegen der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinderpornographischer Inhalte. „Es drohen Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren“, sagt der Sprecher.

Razzia gegen Kinderpornographie: In diesen Städten fanden Durchsuchungen statt

Kinderpornografie-Razzia auch in Köln: Wie wurden die Ermittler informiert?

Die Durchsuchungen hatte die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) in Köln veranlasst. Auf die Verdächtigen aufmerksam wurden die Ermittler durch Informationen des US-Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC). Das NCMEC bekommt Hinweise auf Straftaten gegen Kinder, die es dann an die zuständigen Behörden weiterleitet.

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist in den letzten Jahren mehrmals wegen Missbrauchsfällen in die Schlagzeilen geraten. Bei Razzien in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster stellten Ermittler große Datenmengen mit Abbildungen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs sicher.

Für die Aufklärung des Missbrauchskomplexes Bergisch Gladbach ist die Ermittlungsgruppe „Berg“ aus Köln zuständig. Sie sei jedoch nicht an der aktuellen, NRW-weiten Razzia beteiligt gewesen, sagte der Sprecher.

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