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Köln: Frau verklagt Lufthansa auf Schmerzensgeld – Suppe war zu heiß

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Von: Oliver Schmitz

Pilzcremesuppe mit Baguette
Die Frau hat sich während des Fluges nach New York mit ihrer Pilzsuppe den oberen Brustbereich verbrannt. (Symbolbild) © Sandra Roesch/Imago

Weil sie sich bei einem Flug an einer Suppe verbrannte, hat eine Frau Lufthansa verklagt. Vor einem Kölner Gericht forderte sie ein fünfstelliges Schmerzensgeld.

Köln – Am Freitag stand in Köln ein wirklich ungewöhnlicher Fall vor Gericht. Eine Frau hatte von der deutschen Airline Lufthansa ein Schmerzensgeld gefordert, weil sie sich auf einem Flug mit einer Pilzsuppe den oberen Brustbereich verbrannt hatte. Während eine US-Amerikanerin für einen ähnlichen Fall vor Jahrzehnten satte 640.000 Dollar kassierte, ging die Passagierin vor dem Kölner Landgericht letztlich leer aus – aus einem entscheidenden Grund.

Fall vor Kölner Landgericht: Frau verbrennt sich im Flug nach New York an Suppe – Schüssel zu heiß?

Doch was war eigentlich genau passiert? Der Vorfall spielte sich bei einem Lufthansa-Flug von München nach New York ab. Rund 1,5 Stunden vor der Landung hatte die Frau in der Business-Class eine Steinpilzcremesuppe geordert. Diese wurde dabei in einer Porzellanschale auf einem Tablett mit Besteckrolle und fester Leinenserviette serviert. Als die Klägerin schließlich ihre Speise genießen wollte, ergoss sie sich die Suppe über den eigenen Ausschnitt, was offenbar Verbrennungen zweiten Grades nach sich gezogen habe. Bei der Ankunft in den Vereinigten Staaten musste die Frau aufgrund der Verletzung dann sogar in ein Krankenhaus.

So viel zu den Fakten. Denn den genauen Ablauf des Unfalls schilderten die beiden Parteien vor dem Kölner Landgericht vollkommen unterschiedlich. Die Frau beteuerte beim Servieren und Essen der Suppe aufrecht gesessen zu haben. Dabei soll sie die Schale in die linke Hand genommen haben und den Löffel in die rechte. Dadurch wollte sie einen möglichst geringen Weg zum Mund haben. „Die Schüssel sei aber so heiß gewesen, dass sie sie schnell wieder absetzen wollte und hierbei einen Ruck verursacht habe“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. Dadurch sei der Inhalte dann ausgekippt und habe zu den Verbrennungen geführt.

Fall vor Kölner Gericht: Lufthansa-Passagierin mit langer Beschwerdeliste – hohes Schmerzensgeld gefordert

Bei dem eigenartigen Fall, der aufgrund des Firmensitzes der Lufthansa in Köln stattfand, führte die Klägerin eine lange Beschwerdeliste ins Feld. Nach Meinung der Frau hätten die Lufthansa-Mitarbeiter die angeblich zu hohe Temperatur der Suppenschale kontrollieren müssen. Zusätzlich habe sie zum Kühlen lediglich Eiswürfel in einem Becher und nicht wie gefragt in einer Serviette gewickelt, erhalten. Darüber hinaus sei ihr keine Brandsalbe gegeben worden und auch kein Arzt sei im Flugzeug ausgerufen worden.

Da endete die Kritik nicht. Weiter beklagte die Passagierin, dass sie bei der Ankunft in New York nicht am Gate versorgt wurde. So habe man ihr auch lediglich eine normale Klinik statt einer Spezialklinik für Verbrennungen empfohlen. Aufgrund der ganzen angeblichen Versäumnisse forderte die Frau für die erlittenen Schmerzen an der Brust und den Fingern sowie psychische Beeinträchtigungen ein „angemessenes“ Schmerzensgeld im fünfstelligen Bereich.

Fall vor Kölner Landgericht: Lufthansa gibt plausible Erklärung für Mitschuld der Frau – Klage abgewiesen

Doch die Lufthansa wies diese Vorwürfe entschieden von sich. Nach Aussagen des Unternehmens würden Speisen und Getränke sorgfältig und nie zu heiß serviert. Obendrein habe die Frau beim Essen der Suppe nicht wie behauptet aufrecht, sondern „in einer stark zurückgeneigten Position“ gesessen. Diese Erklärung war für das Gericht plausibel, welches sich das Verschütten in den Ausschnitt anders nicht erklären konnte. So kam es auch, dass man die Klage aufgrund des Mitverschuldens der Passagierin abwies.

Wie kurios die ganze Sache war, zeigte nicht nur die Auszeichnung des Landgerichts als „Entscheidung des Monats“, sondern auch die knappe Antwort der Lufthansa auf eine 24RHEIN-Anfrage. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu diesem Fall nicht weitergehend äußern“, sagte ein Unternehmenssprecher. Es ist wohl wirklich alles zu dem Fall gesagt.

Am Kölner Landgericht hatte man bereits im März mit einem auf eine ganze andere Arte und Weise kuriosen Vorfall zu tun: Ein Angeklagter machte einer Zeugin einen Heiratsantrag im Gerichtssaal – und sie gab sogar ihre Zustimmung. (os)

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