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„Klima-Kleber“ auch bald in Köln? Wie die Polizei die Situation einschätzt

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Von: Mick Oberbusch

Klimaaktivisten machen aktuell fast täglich Schlagzeilen. Sind Aktionen bald auch in Köln zu erwarten? 24RHEIN hat bei der Polizei nachgefragt.

Köln – Die Mona Lisa im Pariser Louvre, etliche weitere Gemälde in Kunstgalerien auf der ganzen Welt und auch Straßenzüge können ein Lied von ihnen singen: In den vergangenen Wochen und Monaten machen Klima-Protestler regelmäßig Schlagzeilen. Und dabei handelt es sich nicht immer um Mitglieder der bekannten Gruppen wie „Extinction Rebellion“ oder „Letzte Generation“ – was Einsätze in diesem Gebiet für die Polizei nicht immer unkompliziert macht. Doch wie sieht es eigentlich mit Klimaprotesten in Köln aus – und bereitet sich die Polizei angesichts aktueller Entwicklungen vielleicht sogar dezidiert darauf vor?

Köln: Drei Fälle von Klima-Protesten im Jahr 2022 – zwei Personen auf der Fahrbahn festgeklebt

Klima-Proteste in Köln – 3 Fälle in 2022

► Einsätze mit Bezug zu Klimaprotesten werden regelmäßig als Versammlung im Sinne des Versammlungsgesetzes bewertet. Diese werden bei der Polizei Köln grundsätzlich nicht statistisch erfasst.

► Eine händische Auswertung der Polizei jedoch ergab, dass der Staatsschutz der Polizei Köln im Jahr 2022 (Stand: November) in drei Fällen unter anderem wegen Nötigung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

► Diese Fälle fanden in Köln am 30. Mai, 13. Juni und 1. Juli 2022 statt.

► In zwei dieser Fälle hatten sich Personen mit ihren Händen auf der Fahrbahn festgeklebt, in einem Fall ist das Festkleben durch das frühe Einschreiten der Polizei verhindert worden.

24RHEIN hat bei der Polizei Köln nachgefragt – und erfahren, dass es in diesem Jahr auch in der Domstadt bereits zu Klimaprotesten gekommen ist. Insgesamt dreimal sei man aufgrund dessen ausgerückt, so die Polizei. „In zwei Fällen hatten sich Personen mit ihren Händen auf der Fahrbahn festgeklebt, in einem Fall ist das Festkleben durch das frühe Einschreiten der Polizei verhindern worden. Bei allen Einsätzen sind die Beteiligten anschließend identifiziert worden“, erklärt Polizeioberkommissar Max Wilmes aus Köln. Auch die Polizei NRW bereitet sich bereits auf Straßenblockaden und Klimaproteste vor.

„Klima-Kleber“ als neues Phänomen – in der Vergangenheit ketteten sich Aktivisten fest

Klimaaktivist klebt sich auf Münchner Straße fest
Immer häufiger sorgen derzeit „Klima-Kleber“ für Aufsehen – auch in Köln? (Symbolbild). © Lennart Preiss/dpa

Sogenannte „Klima-Kleber“, also Menschen, die sich an Fahrbahnen, Gebäuden etc. „festkleben“, sind dabei ein neues Phänomen für die Kölner Polizei. Bislang hätten die Protestler hier eher auf Ketten statt Kleber gesetzt. „In den letzten Jahren war die Polizei mit Aktionen wie z.B. Festketten an Hafeneinfahrten, Betreten von großen Arbeitsgeräten oder dem Abseilen von Brücken konfrontiert“, so Wilmes weiter. „Je nach Einsatzlage wurden neben den Polizistinnen und Polizisten des Wachdienstes, des Verkehrsdienstes oder der Bereitschaftspolizei auch spezialisierte Einheiten“, wie etwa ein Höheninterventionsteam, eingesetzt.

Ziel der Klima-Proteste: „Größtmögliche Aufmerksamkeit“ – bald auch in Köln?

Das Ziel solcher Aktionen ist „in der Regel eine großmöglichste Aufmerksamkeit durch Störung des Straßen-, Schienen-, Luft-, oder Schiffverkehrs sowie der Behinderung von Arbeitsabläufen“, teilt die Polizei mit – und schließt nicht aus, dass es in naher Zukunft zu weiteren dieser Proteste kommen könnte. „Aufgrund der Aktualität des Themas, der bislang an anderen Orten festzustellenden gesteigerten Aktivtäten der sog. „Klimagerechtigkeitsgruppen“ sowie deren Berichterstattungen und Ankündigungen in Print- und Internetmedien“ sei dies gar nicht so abwegig. Auch deshalb bereitete sich auch die Kunstaustellung „Art Cologne“ gesondert auf mögliche Proteste vor. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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