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Nach dem Kölner Dom: Köln hat jetzt ein zweites Weltkulturerbe

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Das Praetorium unter dem Spanischen Bau des Kölner Rathauses ist Teil des Niedergermanischen Limes.
Das Praetorium unter dem Spanischen Bau des Kölner Rathauses ist Teil des Niedergermanischen Limes. © Rheinisches Bildarchiv, RBA

Eine alte römische Grenze, die auch durch Köln verlief, wird Weltkulturerbe. Der Niedergermanische Limes wurde am Dienstag von der Unesco ausgezeichnet.

Köln – Die Stadt Köln hat Grund zur Freude: Der Niedergermanische Limes, ein Teil der Grenze des antiken Römischen Reichs, wurde von der Unesco als neues Weltkulturerbe ausgezeichnet. Drei Bodendenkmäler des Limes, der früher über 400 Kilometer entlang des damaligen Verlaufs des Rheins bis in die Nordsee, führte, liegen in Köln. Damit hat die Domstadt nach dem Kölner Dom nun ein zweites Unesco-Weltkulturerbe auf ihrem Stadtgebiet.

Neues Weltkulturerbe in Köln: Niedergermanischer Limes hat drei Bodendenkmäler in der Domstadt

Bei den drei Bodendenkmälern handelt es sich um das Praetorium, die damalige Residenz des Statthalters der Provinz Niedergermanien unter dem Spanischen Bau des Kölner Rathauses, das Flottenkastell „Alteburg“ im heutigen Stadtteil Marienburg, das als Hauptquartier der römischen Rheinflotte diente und das Kastell Divitia-Deutz im rechtsrheinischen Deutz, das im Auftrag Kaiser Konstantins des Großen errichtet wurde.

„Alle drei Bodendenkmäler sind Zeugnisse der Ursprünge und Entwicklung der Stadt Köln. Gemeinsam mit den unzähligen antiken Funden, die bei Ausgrabungen der Stadtarchäologie ans Tageslicht kommen, berichten diese Denkmäler von den Anfängen Kölns, das als einzige Millionenstadt Deutschlands auf 2000 Jahre städtischer Kontinuität zurückblicken kann“, so eine Stadtsprecherin.

Begeistert zeigte sich durch die Nachricht auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Es erfüllt mich mit Stolz, denn ich bin mir der herausragenden Bedeutung unseres antiken Erbes entlang des Rheins bewusst. Gerade in einer pulsierenden Millionenstadt wie Köln gilt es, die Erinnerung an die römischen Ursprünge aufrechtzuerhalten und deren Zeugnisse dauerhaft zu bewahren.“ Dabei werde diese Auszeichnung durch die Unesco helfen. Professor Dr. Marcus Trier, Direktor des Römisch-Germanischen Museums in Köln, bezeichnete die Nachricht als „Meilenstein für die Archäologie und Kulturgeschichte Kölns“.

Unesco-Weltkulturerbe: Niedergermanischer Limes liegt zu 200 Kilometern in NRW

Der Antrag war von den Anliegerländern des Limes, den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, gemeinsam eingereicht worden. Als Welterbe werden nur Kultur- und Naturstätten von „herausragendem universellen Wert“ ausgezeichnet. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärte: „Eine alte Grenze wurde zum grenzüberschreitenden Gemeinschaftsprojekt“. Dass der Niedergermanische Limes nun Weltkulturerbe sei, sei eine große Anerkennung für die Arbeit und eine Auszeichnung für diese einzigartige Kulturlandschaft.

Die neue Welterbestätte besteht aus 44 Teilabschnitten von Remagen bis ins niederländische Katwijk. „Die Überreste der Legionslager und Kastelle, Häfen, Aquädukte und Tempel sind für unser Verständnis des Lebens am Limes von unschätzbarem Wert“, erklärte die Unesco. Der Grenzabschnitt beginnt in Rheinbrohl in Rheinland-Pfalz und endet an der Nordsee in den Niederlanden. In NRW liegen 220 Kilometer zwischen Bonn und Kleve. (bs mit dpa)

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