1. 24RHEIN
  2. Köln

Frauen der Kölner Feuerwehr räumen mit Vorurteilen auf: „Egal, ob Frau oder Mann“

Erstellt:

Von: Nina Büchs

Eine Feuerwehrfrau steht an einer Einsatzstelle in Baden-Württemberg.
Frauen gibt es auch bei der Kölner Feuerwehr. 255 Frauen sind dort im Einsatz, um Gefahren zu beseitigen und Menschenleben zu retten. © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Kölner Feuerwehrfrauen stellen sich in einem Video den Klischees und Vorurteilen, mit denen Frauen in ihrem Beruf zu kämpfen haben. Eines davon scheint jedoch zu stimmen.

Köln – Über 550.000 Frauen leben in Köln (Stand März 2020). Einige von ihnen arbeiten für die Kölner Feuerwehr und sind täglich im Einsatz, um Gefahrenquellen zu beseitigen und Menschenleben zu retten – ob bei einer Rettung auf dem Eis, bei Hochwasser oder sogar beim Ausbruch einer Giftschlange. Anlässlich des Weltfrauentags veröffentlichte die Kölner Feuerwehr nun ein Video auf Facebook und dankte ihren Mitarbeiterinnen für ihre Dienste.

Doch dabei gab es auch kritisches zu berichten: Denn noch immer sind Feuerwehrfrauen mit geschlechtsspezifischen Klischees und Vorurteilen konfrontiert. Was sie davon halten, veröffentlichte die Feuerwehr nun in einem Video auf Facebook.

Köln: Feuerwehrfrauen zeigen, mit welchen Vorurteilen sie zu kämpfen haben

Eine junge Frau mit braunen Haaren, rotem Helm und roter Jacke mit Leuchtstreifen steht vor einem Feuerwehrauto. Sie heißt Lisa und ist Oberbrandmeisterin und Höhenretterin der Kölner Feuerwehr. In den Händen hält sie einen Zettel und liest ihn vor laufender Kamera vor: „Frauen sind für den Beruf körperlich nicht geeignet“, steht darauf.

Das ist nur eines von vielen Klischees, mit denen die Frauen bei der Feuerwehr konfrontiert werden. „Wenn das wirklich so wäre, stände ich nicht hier oder irgendeine andere meiner Kolleginnen“, kontert Lisa. „Es gibt einen Sporttest, den man machen muss und der ist für alle gleich. Wenn du ihn nicht schaffst, bist du nicht dafür geeignet. Ende aus.“

Auch Alicia, Brandmeisteranwärterin und Notfallsanitäterin, liest ein typisches Vorurteil vor: „Technik ist Männersache“, steht auf dem Zettel. „Das sehe ich überhaupt nicht so“, sagt sie. „Wenn man Interessen hat, ob im Bereich Technik oder in anderen Dingen, dann ist es egal, ob man Frau oder Mann ist.“

Kölner Feuerwehrfrauen scherzen über Klischees und Vorurteile – doch eines davon stimmt

Ein „Klischee“ dürfte jedoch stimmen: „Die Feuerwehr ist immer noch eine Männerdomäne“, steht auf einem der Zettel. Oberbrandmeisterin Katrin stimmt der Aussage zu. „Klar, mittlerweile sind wir auch mehrere Frauen und das lockert sich auch inzwischen, trotzdem ist das so einer der letzten Bereiche, bei denen man sagt: Ja, das ist eigentlich ein Männerhaufen.“

Köln: Feuerwehrfrauen über Vorurteile – Video auf Facebook veröffentlicht – so reagiert die Community

Das Video hat bei auf Facebook einige Reaktionen hervorgerufen. Der Beitrag wurde bisher über 200-mal gelikt und über 50-mal geteilt (Stand: 8. März, 16 Uhr). Einige Nutzer haben auch einen Kommentar unter das Video geschrieben. „Provokant gefragt, gut beantwortet“, schreibt ein Nutzer. „Sollte meine Tochter (fast 5) ihrem Berufswunsch treu bleiben, wird es für sie und ihr Umfeld ganz selbstverständlich sein, dass auch Frauen bei der Feuerwehr (gleichberechtigt) arbeiten. Ein weiterer Kommentar lautet: „Gleiche Arbeit, gleiche Bezahlung, gleiche Leistung. Es gibt viel zu wenig Frauen bei uns.“ Eine andere Userin, schlägt dagegen vor, den Männern bei der Feuerwehr mal die gleichen Fragen zu stellen.

Obwohl die Klischees und Vorurteile auch im jetzigen Zeitalter teilweise noch vorhanden sind, eines hat das Video auf jeden Fall gezeigt: Frauen sind ein wichtiger Teil der Kölner Feuerwehr und jeder Mitarbeiter oder jede Mitarbeiterin kann ihren Job gut machen, egal welches Geschlecht er oder sie hat. (nb)

Auch interessant