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„Blablabla“ auf der Tür: Kölner Brauhaus in der Kritik – bleiben die Toiletten?

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Von: Johanna Werning

Piktogramm Toilette: Ein Hinweisschild mit Mann und Frau
Diskriminierend oder nur „Blabla“? Köln diskutiert über Toilettentüren in einem Brauhaus. (Symbolbild) © Rolf Poss/Imago

Hat das Traditionsbrauhaus „Em Kölsche Boor“ in Köln „diskriminierende Toiletten“? Auf den Türen steht „bla“ und „blablabla“ statt „Damen“ und „Herren“.

Köln – Ist ein „Bla“ und ein „Blablabla“ schon diskriminierend? Diese Frage stellt sich gerade Köln*. Denn die Toiletten des Traditionsbrauhauses „Em Kölsche Boor“* sorgen aktuell für einige Aufreger. Während an der Eingangstür für das Männer-WC ein schlichtes „Bla“ steht, ist die Tür zum Damen-WC voll mit „Blablabla“. Auch auf Facebook wird hitzig diskutiert: Für die einen ist es „diskriminierend“, für die anderen ist die Diskussion „künstlich und maßlos übertrieben“. Immerhin sei das Klischee, dass Frauen mehr reden als Männer, an den WC-Türen als Witz aufgegriffen worden.

„Diskriminierende“ Toiletten in Köln: Brauhaus „Em Kölsch Boor“ bezieht Stellung

Auf Facebook hat das Kölsch*-Brauhaus wenige Tage nach dem Start der Diskussion Stellung bezogen. Das „Em Kölsche Boor“ findet seine Toiletten nicht diskriminierend. Stattdessen erhebt der Gastrobetrieb selbst Vorwürfe. „Auf der einen Seite finden wir diese ganzen Diskussionen schon fast wieder amüsant, auf der anderen Seite sind wir der festen Überzeugung, dass die Gesellschaft und auch die Gastronomie viel größere Probleme und Sorgen haben, als eine Toilettentür-Diskussion.“ Dazu zählen unter anderem die geltenden Corona-Regeln für Gastro-Betriebe*.

Köln: Brauhaus „Em Kölsch Boor“ hat offiziell „diskriminierende“ Toiletten – doch der WC-Gag bleibt offenbar

Vor wenigen Tagen hat Bettina Mötting, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Köln, gegenüber dem Express erklärt, dass der WC-Gag im Brauhaus nicht nur „diskriminierend“ sei. Für die Behauptung, dass Frauen mehr reden als Männer, fehlte auch „jegliche empirische Grundlage“, so Mötting weiter. Kölns Gleichstellungsbeauftragte wünscht sich, „dass sich die Gesellschaft allmählich von diesen platten Geschlechterklischees verabschiedet.“

Im „Em Kölsche Boor“ am Kölner Eigelstein dürfte sie dabei jedoch auf Widerstand treffen. Denn der „Mühlen Kölsch“-Geschäftsführerin Melanie Schwartz scheinen die Vorwürfe allem Anschein nach nur wenig auszumachen. Dass die Toiletten „diskriminierend“ sind und lediglich einem „platten Geschlechterklischee“ entsprechen, wie Mötting erklärt, sieht das Team „Mühlen Kölsch“ nicht.

Das Unternehmensstatement auf Facebook endet mit einer Einladung an alle, „sich die berühmteste Toilette Kölns anzuschauen“. Die fragwürdige Toilettenbeschilderung im „Em Kölsche Boor“ bleibt somit offenbar auch trotz Diskussion bestehen. Auch weiterhin heißt es damit für die Männer „Bla“ und für die Frauen „Blablabla“.

*24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (jw)

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