Katholische Kirche unter Druck

Köln: Nach Kritik um Missbrauchsgutachten – Kardinal Woelki räumt Fehler ein

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Seit Wochen steht Kardinal Rainer Maria Woelki unter Druck.

In einer Videobotschaft gesteht der unter Druck geratene Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Fehler bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche.

Köln – Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln hat Fehler bei der Aufarbeitung von Missbrauchsvergehen und in der Krisenkommunikation der vergangenen Wochen eingeräumt. „Da habe ich auch Schuld auf mich geladen“, gestand der Erzbischof in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft ein. „Das tut mir von Herzen leid.“ Gleichzeitig versicherte er: „Es ging und es geht mir um konsequente Aufarbeitung.“

Kirche in Köln: Erzbistum ist laut Woelki „von Rissen durchzogen“

Woelki hatte ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester in Auftrag gegeben. Das Gutachten ist seit längerem fertig, doch Woelki hält es bisher unter Verschluss. Er führt dafür rechtliche Bedenken an. Stattdessen hat er ein neues Gutachten bestellt, das am 18. März veröffentlicht werden soll. Sein Vorgehen hat eine schwere Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst.

Woelki, der zeitweilig wochenlang wie abgetaucht schien, äußert sich in dem Video und einem gleichlautenden Fastenhirtenbrief ausführlich und in deutlichen Worten zu der entstandenen Krise. Das Erzbistum sei von Rissen durchzogen, stellt er fest. „Dabei weiß ich, dass viele Menschen in unserem Erzbistum und darüber hinaus mich persönlich dafür verantwortlich machen.“

Köln: Woelki verteidigt zweites Missbrauchsgutachten

In den vergangenen Wochen und Monaten hätten ihm Gläubige ihre Irritation deutlich gemacht. „Sie tun sich schwer, nachzuvollziehen, warum es eine zweite unabhängige Untersuchung braucht, um die systematischen Zusammenhänge jahrzehntelangen Missbrauchs in unserem Erzbistum aufzudecken und im Detail aufzuzeigen.“ Er sei jedoch überzeugt, dass dies erforderlich sei, weil er „eine bestimmte qualitative und quantitative Faktenlage“ benötige. Die Kanzlei, die das erste Gutachten erstellt hat, weist alle Vorwürfe zurück.

Woelki versichert in seiner Botschaft: „Es war und ist meine Absicht, eine transparente, konsequente Aufklärung der Missbrauchsvergehen und ihrer systemischen Umstände in unserem Erzbistum zu erreichen – selbstverständlich auch im Blick auf meine eigene Person.“

Der Missbrauchsskandal schlägt auch innerhalb der Kirche hohe Wellen. Am 10. Februar hatte der oberste katholische Vertreter in Bonn, Stadtdechant Wolfgang Picken, bei Bischöfen die Bereitschaft zum Rücktritt gefordert. Zudem kämpft die Kirche aktuell mit einer wahren Welle an Kirchenaustritten. (dpa) 

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