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Ausbau der KVB: Längere Züge, längere Bahnsteige – für mehr Platz in der Bahn

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Von: Johanna Werning

Eine Strassenbahnlinie der KVB fährt über die Severinsbrücke in Köln. Im Hintergrund sind die Kranhäuser zu sehen.
Das KVB-Netz in Köln soll ausgebaut werden (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

Die KVB in Köln soll weiter ausgebaut werden. Doch statt einer Taktverdichtung setzt die KVB auf ein anderes Konzept: „Nicht mehr, sondern längere Züge.“

Köln – Die Stadt Köln hat es sich zum Ziel gesetzt, den Autoverkehr innerhalb der nächsten Jahre um 33 Prozent zu reduzieren. Statt mit dem Auto sollen die Kölnerinnen und Kölner künftig häufiger mit der KVB fahren – und damit Bus und Bahn fahren attraktiver wird, wird das KVB-Netz mit dem Konzept „Köln Mobil 2025“ ausgebaut. Doch das ist teuer: Rund 442,5 Millionen Euro sind für das Projekt nötig.

Köln: Ausbau der KVB – „nicht mehr, sondern längere Züge“

„Köln Mobil 2025“: Die Ausbau-Maßnahmen bei der KVB

Längere Züge: Statt 60 Meter sollen die KVB-Bahnen künftig bis zu 70 Meter lang werden. Der 10 Meter lange Mittelteil soll dabei herausnehmbar sein.

Längere Haltestellen: Insgesamt sind 73 Haltestellen betroffen. Davon müssen 21 Haltestellen umgebaut und 39 Bahnsteige verlängert werden. Die Haltestellen befinden sich auf der KVB-Linie 4, KVB-Linie 13 und KVB-Linie 18. Begonnen werden die Umbauarbeiten an der „Aachener Straße/Gürtel“. Anschließend werden die Haltestellen „Dürener Straße/Gürtel“ und „Wüllnerstraße“ verlängert.

►Weitere Umbau-Maßnahmen: Außerdem müssen Werkstätten, Abstellanlagen und Wendeanlagen umgebaut werden.

Betroffen sind dabei vor allem die KVB-Linie 4, die KVB-Linie 13 und die KVB-Linie 18 und die Nord-Süd-Bahn. Denn hier sei die Auslastung besonders hoch, so die KVB. Und da künftig die Bevölkerung in Köln wächst, sei der Ausbau umso wichtiger. Das Problem: Taktverdichtungen sind aufgrund der bestehenden Netzstruktur meist nicht mehr möglich. Aber was ist stattdessen die Lösung? „Nicht mehr, sondern längere Züge“, erklärt die KVB. So könnten dann pro Bahn mehr Fahrgäste einsteigen. Statt 60 Meter langen Züge sollen die Bahnen künftig 70 Meter lang werden.

Doch das ist aufwendiger, als es im ersten Moment scheint: Denn wenn es längere Bahnen gibt, muss es auch längere Haltestellen und entsprechende Abstellanlagen und Werkstätten geben. Auch brandschutztechnisch gibt es laut KVB Maßnahmen, die angepasst werden müssen.

Köln: Ausbau der KVB – Baubeginn an der Haltestelle „Aachener Straße/Gürtel“

Darum ist das Projekt für mehrere Jahre ausgelegt. In einem ersten Schritt wird Ende April mit dem Umbau von zunächst drei Haltestellen der Linie 13, an denen jeweils ein Bahnsteig verlängert werden muss, begonnen. Gestartet wird an der Station „Aachener Straße/Gürtel“. Anschließend werden die Haltestellen „Dürener Straße/Gürtel“ und „Wüllnerstraße“ umgebaut, sagt die KVB. Die Arbeiten sollen im Juni abgeschlossen sein. Dann geht es mit den nächsten Haltestellen weiter.

Köln: Ausbau der KVB – 442,5 Millionen Euro für „Köln Mobil 2025“

Doch all das ist teuer und aufwendig. Laut aktuellem Zeitplan dauert die Umsetzung von „Köln Mobil 2025“ wohl bis 2029. Und auch die Bahnen müssen erst noch bestellt werden. Dabei laufen die ersten Planungen bereits seit 2019. Aber wie teuer ist das Projekt? Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 442,5 Millionen Euro. Das ergeben erste Schätzungen.

Die Kosten für „Köln Mobil 2025“442,5Millionen Euro
Kosten: Teilprojekt Fahrzeuge280 Millionen Euro
Kosten: Teilprojekt oberirdische Haltestellen12,5 Millionen Euro
Kosten: Teilprojekt Abstellanlage15 Millionen Euro
Kosten: Teilprojekt Werkstätten35 Millionen Euro
Kosten: Teilprojekt Sanierung der unterirdischen Haltestellen100 Millionen Euro

Die KVB betont dabei jedoch: „Da es sich hier um ein Projekt mit außerordentlicher Bedeutung für den Kölner ÖPNV und die dringend notwendige Verkehrswende handelt, werden bis auf die Beschaffung der Fahrzeuge alle Projekte durch das Land und den Bund mit 95 Prozent der Kosten bezuschusst werden.“ Außerdem sei ein Teil dieser Kosten „ohnehin fällig“. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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