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Köln: KVB bekommt Bodycams – deutlich mehr Angriffe auf Mitarbeiter

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Von: Nina Büchs

Mitarbeiter der KVB tragen Bodycams.
Etwa 20 Mitarbeiter sollen mit den Bodycams in Köln ausgestattet werden. © KVB/Christoph Seelbach

Ab dem 24. Januar sollen 20 KVB-Mitarbeiter in Köln mit Bodycams ausgestattet werden. Die KVB hofft, Übergriffe und Beleidigungen dadurch zu reduzieren.

Köln – Einige Mitarbeiter der KVB sollen ab dem 24. Januar 2022 Bodycams erhalten. Hintergrund ist, dass die Bodycams in „Konfliktsituationen deeskalierend wirken und sowohl die Sicherheit derer erhöhen, die sie tragen, als auch die etwaig weiterer beteiligter Personen“, teilt das Unternehmen in Köln mit.

Köln: KVB-Mitarbeiter werden mit Bodycams ausgestattet

„Gemäß Beschluss des Verkehrsausschusses der Stadt Köln wird die KVB den Einsatz von Körperkameras nun im Rahmen eines einjährigen Pilotprojektes erproben“, so die KVB. Insgesamt haben sich 20 Mitarbeiter der KVB aus den Bereichen Service, Sicherheit und Fahrausweisprüfung daran beteiligt. Sie wurden zuvor für den Einsatz der Bodycams geschult. Ab dem 24. Januar sollen sie dann damit ausgestattet werden. „Wir setzen auf Bodycams, weil es damit gute Erfahrungen sowohl in unserer Branche als auch beispielsweise bei der Polizei gibt “, erläutert Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB.

Köln: KVB-Mitarbeiter erhalten Bodycams – Angriffe haben „deutlich zugenommen“

Immer häufiger werden KVB-Mitarbeitende wie Fahrkartenkontrolleure oder Mitarbeitende aus den Bereichen Service und Sicherheit mit aggressivem Verhalten konfrontiert. „Die tätlichen Angriffe, bei denen Kolleginnen und Kollegen im Dienst verletzt werden, haben deutlich zugenommen“, berichtet Peter Densborn, Mitglied des Vorstandes und Arbeitsdirektor der KVB.

Aus diesem Grund habe es 2019 bei der KVB noch rund 230 Ausfalltage geben — 2020 habe sich dies mit 580 Tagen mehr als verdoppelt. „Mögliche Konflikte entstehen besonders bei Großveranstaltungen wie Karneval, Demonstrationen, Messen oder Risiko-Fußballspielen“, so die KVB weiter. Einsätze gäbe es jedoch auch immer wieder dort, an denen sich schwierige und zum Teil gewaltbereite Personengruppen aufhalten.

KVB in Köln: Mitarbeiter werden mit Bodycams ausgestattet – das sollen sie bewirken

Unter anderem sollen nun die Bodycams dazu beitragen, die Sicherheit für das KVB-Personal und weitere Personen, die bedroht werden, zu erhöhen. Ziel der Bodycam-Einsätze sei dabei immer das „Erreichen einer Deeskalation durch die präventive Abschreckung möglicher Täter“. Hilfreich sei die Bodycam aber auch, um unter anderem Tatverdächtige nachträglich besser zu identifizieren.

KVB: Bodycam darf nur in bestimmten Situationen aktiviert werden

„Der Einsatz der Körperkameras ist in Situationen möglich, in denen eine Person aggressives Verhalten zeigt, es etwa zu verbalen Beleidigungen, Drohungen oder körperlicher Auseinandersetzung kommt oder eine Situation unmittelbar zu eskalieren droht“, so das Verkehrsunternehmen. Die Kamera darf also nur dann stattfinden, wenn eine Konfliktsituation stattfindet oder zu erwarten ist. Kommt ein solcher Vorfall zustande, wird die oder der Tatverdächtige vor dem Einschalten der Bodycam auf die Aufnahme hingewiesen. Sollte sich die Situation dadurch bereits beruhigen, ist eine Aufzeichnung nicht mehr nötig. Zudem dürfen die Kameras auch nur in Stadtbahnen, Bussen und Haltestellenbereichen genutzt werden. Ein Dauerbetrieb der Bodycam ist nicht zulässig.

KVB: Wie funktioniert die Aufnahme?

Doch wie funktionieren die Bodycams eigentlich? „Die Aktivierung der Bodycam wird durch ein optisches Signal und das Aufleuchten des Displays angezeigt. Es ist nun das Spiegelbild des Gegenübers zu sehen“, schreibt die KVB dazu. Mit dem Auslösen der Aufnahmefunktion wird ein Pre-Recording aktiviert, für die Dauer von zwei Minuten werden dann also Bildaufnahmen gemacht. Sie werden jedoch laufend überschrieben, so die KVB weiter. Wenn sich die Situation entspannt und eine Aufnahme nicht mehr notwendig ist, wird der Aufnahmemodus deaktiviert, die Aufnahmen werden dann automatisch von der Kamera gelöscht.

„Falls eine Situation eskaliert, kann die Pre-Recording-Bildaufnahme durch Knopfdruck gesichert werden und die Kamera schaltet in den laufenden Aufnahmemodus, bis eine Deaktivierung durch erneute Bedienung des Mitarbeiters erfolgt“, heißt es.

Die Aufnahmen der Bodycams werden übrigens verschlüsselt aufbewahrt. Unbefugte haben also keinen Zugriff auf die Bildaufnahmen – ebenso, wie der Träger der Bodycam selbst. Die Bodycams zeichnen außerdem zunächst keine Tonaufnahmen auf.

Köln: KVB-Mitarbeiter erhalten Bodycams – so geht das Projekt weiter

Die Bodycams sollen nun etwa einhalbes Jahr in den Probebetrieb geben, nach sechs Monaten wird das Projekt neu bewertet. „Eine Auswertung oder ein Zugriff auf die Daten wird nur zu festgelegten Zwecken erfolgen, etwa um die Aufnahmen an die zuständige Ermittlungsbehörde zu übermitteln oder um eigene zivilrechtliche Ansprüche zu begründen. Nicht benötigte Daten werden unverzüglich und irreversibel gelöscht“, so das Verkehrsunternehmen. Bei dem Projekt soll erfasst werden, ob und inwieweit der Einsatz der Bodycams zu einer Reduzierung von Übergriffen auf das Personal führt. Im Nachgang soll in Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien über den weiteren Einsatz von Bodycams entschieden werden. (nb) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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