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KVB verleiht bald Lastenräder – allerdings nicht in ganz Köln

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Von: Sebastian Richter

Sie könnten auf Radwegen in Köln vermehrt auftreten: Lastenräder. Ein Pilotprojekt zum Verleih steht kurz vor der Freigabe.
Sie könnten auf Radwegen in Köln vermehrt auftreten: Lastenräder. Ein Pilotprojekt zum Verleih steht kurz vor der Freigabe. © IMAGO/Michael Gstettenbauer

In Köln gibt es bald einen Lastenrad-Verleih der KVB. Vom Pilotprojekt profitieren vor allem Abo-Nutzer – aber nur in einigen Stadtteilen. Der Überblick.

Köln – In Köln soll die umweltfreundliche Mobilität gestärkt werden. Deshalb wird jetzt der Lastenradverkehr mit einem Verleih-Angebot ausgebaut. Interessierten soll die Möglichkeit geboten werden, sich bei Bedarf ein Lastenrad bei der KVB auszuleihen. Der Rat hat sich im Juni 2022 für das Pilotprojekt ausgesprochen, nun folgt die Umsetzung. Allerdings: Vorerst soll es einen Betrieb in den Stadtteilen Nippes, Deutz und Neubrück geben. Erst bei Erfolg, soll das Projekt ausgerollt werden.

Lastenrad leihen in Köln: Ausbau des KVB-Rads – das ist geplant

Für das Pilotprojekt soll die KVB erstmal fünfzehn elektrisch unterstütze Lastenräder besorgen. „Zunächst soll pro Station ein Lastenrad bereitgestellt werden. Alle Fahrzeuge werden mit einer elektrischen Tretkraftunterstützung ausgerüstet sein“, erklärt die Stadt.

Die Verleihstruktur gibt es in Köln bereits: Die Lastenräder ergänzen das seit 2015 bestehende System KVB-Rad. Auf das Projekt und die Verleih-Stationen soll mit mobilen Elementen hingewiesen werden.

Besonders für Kundinnen und Kunden von VRS und KVB ist das neue Angebot interessant. Während Abo-Inhaber der VRS die Lastenräder günstiger bekommen, sollen KVB-Abonnenten die Lastenräder mindestens 90 Minuten pro Woche kostenlos ausleihen können.

Köln plant Lastenrad-Verleih: Pilotprojekt in Nippes, Deutz und Neubrück

Starten soll das Projekt laut Beschlussvorlage am 1. September 2022. Für die nächsten zwei Jahre können dann die Räder ausgeliehen werden. Ab dem ersten Halbjahr 2023 soll dann stufenweisen ein Ausbau möglich sein – falls das Angebot genutzt wird. Dafür muss dann allerdings noch einmal der Rat abstimmen.

Der Grund für die drei gewählten Stadtteile: Sie „eignen sich besonders gut für den Pilotversuch. Unterstellt wird, dass sich insbesondere die Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen für die Nutzung des Lastenrades interessiert und auf die Verkehrsmittel des Umweltverbundes setzt“, erklärt die KVB. „Bereits der Blick auf Kölns Straßen zeigt, dass die privaten Lastenräder vor allem von dieser Altersgruppe genutzt werden. Weitere Kriterien sind unter anderem die Bevölkerungsdichte und Pkw-Dichte in den Stadtquartieren.“

KVB: Lastenrad-Verleih – so soll es ablaufen

Während die bisherigen KVB-Räder an Ort A ausgeliehen und an Ort B abgegeben werden können, sieht das wohl bei den Lastenrädern anders aus. Der Plan: Start- und Zielort sind identisch. „Dazwischen liegt dann ein Aktivitätsort, wie z. B. der Getränkemarkt, der Park für das Picknick oder die neue Wohnung bei einem Umzug“, sagt die KVB.

Der Grund dahinter: „Während das KVB-Rad aufgrund seiner geringeren Größe an zahlreichen Stellen, auch flexibel, abgestellt werden kann, braucht das Lastenrad zwingend feste Stationen“, so die KVB. „Bereits beim Ein- und Ausparken kommt es schnell zu Beschädigungen anderer Fahrzeuge, wenn der Platz dann doch zu knapp ist oder die Nutzer ungeübt sind.“

KVB-Lastenrad: 300.000 Euro für Pilotprojekt

Finanziert werden soll der Lastenradverleih über die DAWI-Betrauung von KVB Rad. DAWI ist ein Finanzierungsmodell von Dienstleistungen im öffentlichen Interesse. Konkret bekommt der KVB insgesamt 50.000 Euro für 2022, 150.000 Euro für 2023 und 100.000 Euro für 2024. Zunächst war das Pilotprojekt lediglich für die Stadtteile Nippes und Deutz vorgesehen, in der Beschlussvorlage wurde der Stadtteil Neubrück ergänzt.

Der Fahrrad-Verleihdienst der KVB musste vor Kurzem nach diversen Vandalismus-Vorfällen das Projekt in einigen Stadtteilen aussetzen. Jetzt sind die Räder wieder in ganz Köln im Einsatz. (spr) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 11. Juli aktualisiert. Neuerung: Weitere Infos zum Ablauf.

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