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Nach TikTok-Video: Massenhaft KVB-Räder in Köln zerstört

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Von: Johanna Werning

Zwei Leihfahrräder der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) stehen in Köln vor dem Dom.
Mehr als die Hälfte aller KVB-Räder sind aktuell beschädigt (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Immer mehr KVB-Räder werden beschädigt. Mehr als die Hälfte der 3000 Leihräder in Köln sind vom Vandalismus betroffen. Auslöser ist offenbar ein TikTok-Video.

Köln – Die KVB wird aktuell von einem äußerst fragwürdigen TikTok-Trend auf Trab gehalten. Denn in dem Video auf der Social-Media-Plattform wird zur Zerstörung der KVB-Räder aufgerufen. Innerhalb weniger Tage wurde mehr als die Hälfte aller Leihräder von den Betreibern KVB und Nextbike in Köln zerstört. Dadurch musste sogar das Geschäftsgebiet der KVB-Räder eingeschränkt werden.

Köln: Immer mehr KVB-Räder werden beschädigt – das Ausmaß der Schäden

Das Ausmaß der Schäden wird nun in einer Präsentation der KVB im Rahmen des Verkehrsausschusses der Stadt Köln deutlich. Am Mittwoch, 16. März, gab es in den Stadtteilen Köln-Ehrenfeld und Köln-Lindenthal Vandalismus-Fälle. Zerstörte KVB-Räder wurden in Bocklemünd, Widdersdorf und Ossendorf gefunden.

Nur zwei Tage später gab es im kompletten Kölner Norden Vorfälle. „Wir hatten am Freitag, 18. März, 150 beschädigte KVB-Räder, am Montag, 21. März, waren es bereits 500“, erklärt Stephan Anemüller, Pressesprecher der KVB, auf Nachfrage von 24RHEIN. Die 500 Vandalismus-Vorfälle gab es in 26 verschiedenen Bereichen – im gesamten Kölner Stadtgebiet. Doch damit nicht genug.

KVB-Leihräder in Köln zerstört: Zerstörung nimmt kein Ende

„Am Donnerstag, 31. März, kamen wir auf 1800 beschädigte KVB-Räder.“ Das entspricht mehr als der Hälfte aller Leihräder der KVB und des Anbieters nextbike. Insgesamt gibt es 3000 KVB-Räder in Köln. „Seitdem ist noch kein Stillstand festzustellen, sondern eine weitere, aber abgeflachte Entwicklung nach oben“, so Anemüller weiter.

Wie viele Räder mittlerweile tatsächlich zerstört worden sind, ist nicht mehr nachvollziehbar, da „die Kollegen des Service in mehreren 12-Stunden-Schichten mit dem Einsammeln, Reparieren und weiteren Maßnahmen beschäftigt sind.“

Zwei Karten zeigen die Zonen, in denen KVB-Räder beschädigt worden sind
Das Ausmaß der beschädigten KVB-Räder in Köln © KVB/Stadt Köln

Köln: Über 1800 KVB-Räder beschädigt – Grund ist ein TikTok-Video

Aber wie kam es dazu, dass innerhalb kürzester Zeit so viele KVB-Räder beschädigt werden konnten? „Ausgangspunkt waren offensichtlich ein Ursprungs- und mehrere Nachahmervideos. In mindestens einem wurde zur Zerstörung aufgerufen“, so der KVB-Pressesprecher weiter.

Die Videos sind nun auch Teil von polizeilichen Ermittlungen. „Es wurden durch nextbike und KVB Anzeigen erstattet und Beweismaterial gesichert.“ Mittlerweile wurden die TikTok-Videos von der Plattform selbst gelöscht, die zerstörten KVB-Räder gibt es zum Leidwesen der Nutzer allerdings noch immer.

KVB: Geschäftsbereich der Leihräder könnte weiter eingeschränkt werden

Ende März folgte die erste Konsequenz aufgrund der Zerstörungswelle: KVB und Nextbike nahmen die links- und rechtsrheinische Stationszone (Kölner Vororte) vorübergehend aus dem Bediengebiet. Wenige Tage später folgten weitere Zonen. Nur so konnte der Betrieb der KVB-Räder überhaupt noch gewährleistet werden.

Und auch jetzt sind weitere Konsequenzen denkbar. „Noch ist nicht sicher, ob das Bediengebiet nicht noch weiter eingeschränkt werden muss“, so der KVB-Pressesprecher weiter. Das müsse sich in den nächsten Tagen entscheiden. (jw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 5. April aktualisiert.

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