1. 24RHEIN
  2. Köln

Köln: Designer entwirft neuen KVB-Netzplan – hängt er bald an jeder Haltestelle?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Benedikt Schmitz neben seinem Entwurf am Ebertplatz.
Benedikt Schmitz (31) steht neben seinem Entwurf zum Liniennetzplan der KVB, der am Ebertplatz aushängt. © Sebastian Miller

Für seine Bachelorarbeit hat Benedikt Schmitz den Liniennetzplan der KVB umgestaltet. Nun hängt der Entwurf am Ebertplatz in Köln aus.

Köln – Wer in Köln vor dem Liniennetzplan der KVB steht und eine bestimmte Haltestelle sucht, muss für gewöhnlich ein bisschen Zeit mitbringen. Denn der Netzplan der KVB ist sehr detailliert, darauf eingezeichnet sind neben sämtlichen Haltestellen, auch die zahlreichen Stadtbahnlinien, die Linien der Regional- und S-Bahn sowie der Fernverkehr. Dass die Darstellung aber auch etwas übersichtlicher sein könnte, zeigt der ehemalige Kölner Student Benedikt Schmitz (31).

Köln: Entwurf für neuen KVB-Liniennetzplan ist am Ebertplatz zu sehen

Aktuell hängt der Plan, den Schmitz im Rahmen seiner Bachelorarbeit erstellte, am Ebertplatz aus. Dort wurde übrigens kürzlich auch eine defekte Rolltreppe zu einer Rutsche umfunktioniert. Wie der ehemalige Integrated Design Student, der nun als Freelance Designer arbeitet, 24RHEIN erzählt, entstand seine Idee 2018: „Ich habe damals ein Seminar zum Thema Informationsdesign besucht. Dabei ging es um Kartografie, also um Karten und Netzpläne. Ich fand das sehr spannend und habe anschließend etwas mehr auf Netzpläne in Köln geachtet. Beim KVB-Liniennetzplan habe ich mir dann gedacht, dass man die Darstellung vielleicht etwas anpassen könnte.“

Denn als regelmäßiger Fahrradfahrer kenne er seine Stadt oberirdisch sehr gut, meint Schmitz. Dabei fiel ihm schließlich auf, dass die Stadt von ihrem Aufbau und den Kölner Ringen an eine Art Spinnennetz erinnere. „Doch auf dem KVB-Liniennetzplan erkennt man diesen Aufbau nicht“, erzählt Schmitz.

Entwurf des Kölner Designers Benedikt Schmitz.
So stellt sich Benedikt Schmitz der Liniennetzbahn der KVB vor. © Benedikt Schmitz

Stattdessen sei der aktuelle Netzplan in einem 45-Grad-Winkel dargestellt. „Diese Darstellung geht auf einen Londoner Entwurf aus den 1940er Jahren zurück. Für London mag das passen, doch Köln ist etwas anders aufgebaut“, findet der 31-Jährige. Über sein Projekt sagt Schmitz: „Mir lag am Herzen, die Stadt Köln verständlicher zu machen. Ich bin Kölner mit Herz und Blut und da freut man sich sehr, wenn man an der Gestaltung des Stadtbilds mitwirken könnte.“

Köln: Ehemaliger Student erstellte neuen Liniennetzplan – was sagt die KVB dazu?

Nach seiner Abschlussarbeit, die er bereits vor drei Jahren abgegeben hatte, hat Schmitz sein Projekt auch bei der KVB vorgestellt. Doch wie groß ist nun die Chance, dass die KVB den neuen Plan des ehemaligen Studenten tatsächlich durch den alten ersetzt? „Aktuell gibt es keine Planungen, unseren Liniennetzplan zu verändern“, sagt Matthias Pesch, Leiter der Unternehmenskommunikation der KVB. Dennoch schloss Pesch die Möglichkeit nicht ganz aus: „Wir werden das Thema intern prüfen. Dabei muss eine Reihe von Fragen geklärt werden, etwa ob und wie sich der Plan in den komplexeren Liniennetzplan des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg integrieren ließe. Aber auch die Frage der Kosten für eine komplette Umstellung unseres Liniennetzplanes muss untersucht werden.“

Der Liniennetzplan der KVB
Aktueller Liniennetzplan der KVB (Stadtgebiet Köln). © Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)

Stattdessen will die KVB das Projekt aktuell dazu nutzen, an der Kundenfreundlichkeit des aktuellen Liniennetzplanes zu arbeiten, sagt Pesch. Dafür hat das Unternehmen auf dem Aushang am Ebertplatz einen QR-Code angebracht, mittels dem man an einer Umfrage teilnehmen kann. In der Online-Umfrage ging es beispielsweise um die Frage, wie die Barrierefreiheit von Haltestellen markiert werden soll oder mit welchen Symbolen Haltestellen generell dargestellt werden können, erzählt Pesch. Inzwischen ist die Umfrage beendet worden. Mehr als 2.000 Menschen haben sich daran beteiligt. „Die Rückmeldungen werden wir nun auswerten“, so Pesch.

Ob der aktuelle Liniennetzplan der KVB also tatsächlich irgendwann geändert wird, ist bislang nicht klar. Stolz kann der Designer aber allemal auf sein Projekt sein. „Die Reaktionen, die ich auf meine Entwürfe bekommen habe, waren durchweg positiv“, sagt Schmitz. Auch in Berlin hätte er für sein Projekt Zuspruch erhalten, erzählt er. (nb)

Auch interessant