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Ist „Schwarzfahren“ rassistisch? KVB bezieht klar Stellung

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Eine Stadtbahn der KVB in Regenbogenfarben steht an einer Haltestelle.
Seit 2019 ist die „Diversity-Bahn“ in Köln unterwegs. © Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)

München, Berlin und jetzt Köln? Immer mehr ÖPNV-Anbieter verzichten aus Angst vor Rassismus-Vorwürfen auf den Begriff „Schwarzfahren“. Nun macht auch die KVB eine deutliche Ansage.

Köln – Angemessene Reaktion oder übertriebene Maßnahme? Immer mehr Verkehrsbetriebe in den deutschen Großstädten verzichten auf die Verwendung des recht geläufigen Begriffes „Schwarzfahren“. Dieses Vorgehen hat nun zuletzt für eine größere Debatte gesorgt, ob der Begriff noch zeitgemäß ist. Im Zuge dessen hat sich nun auch die KVB aus Köln zu der Thematik geäußert und bezieht dabei deutlich Stellung.

„Schwarzfahren“-Debatte: KVB benutzt schon länger andere Bezeichnung – Diversität wichtiges Thema

Wie der Express berichtet, verwenden auch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) den Begriff „Schwarzfahren“ schon länger nicht mehr. „Wir bemühen uns in unseren Veröffentlichungen schon seit einiger Zeit um eine neutrale Formulierung und sprechen von Fahrgästen ohne gültigen Fahrausweis. Eine solche Bezeichnung ist sachgerecht und vermeidet jegliche Form von Stigmatisierung“, erklärt KVB-Pressesprecher Matthias Pesch die Position dem Kölner Blatt.

Jedoch ist es auch bei der KVB immer noch möglich ab und zu über den Begriff zu stolpern. „Da der Begriff ja im allgemeinen Sprachgebrauch weit verbreitet ist, taucht er auch in früheren Veröffentlichungen auf. Wo das möglich ist, passen wir die Formulierungen entsprechend an“, ergänzte Pesch anschließend.

Bereits seit Jahren haben Themen wie Diversität und Vielfalt bei der KVB einen hohen Stellenwert. „Wir haben ja gemeinsam mit der Stadt Köln 2019 eine ‚Vielfalt-Bahn‘ gestaltet, die immer noch unterwegs ist und mit der wir uns in dieser Frage deutlich positioniert haben“, sagt Pesch dem Express. Von dieser deutlichen Haltung sei die KVB auch jetzt nicht abgerückt. So hat der Verkehrsbetrieb erst vor kurzem mit der „Vielfalt-Bahn“ der UEFA einen Seitenhieb verpasst.

„Schwarzfahren“-Debatte: Viele Städte verzichten seit Jahren auf umstrittenen Begriff – Hannover zieht nach

Neben der KVB verzichten auch andere ÖPNV-Anbieter in diversen deutschen Großstädte wie München, Nürnberg oder Berlin auf den Begriff „Schwarzfahren“. Dies sei bereits seit Jahren so, hieß es beispielsweise von den Verkehrsbetrieben der beiden größten bayerischen Städte. „Plakate mit dem Begriff ‚Schwarzfahren‘ verwendet die MVG schon seit einigen Jahren nicht mehr“, hieß es aus München. In Nürnberg werde der Begriff „Fahren ohne gültigen Fahrausweis“ verwendet, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sagte am Freitag, der Begriff werde – mit Ausnahme einer satirischen Werbekampagne vor einigen Jahren – auch in der Hauptstadt nicht verwendet. Auch hier heiße es stattdessen Fahren ohne gültigen Fahrausweis oder eben, dass man einen gültigen Fahrausweis brauche.

Die Bild-Zeitung hatte zuvor darüber berichtet, dass mehrere deutsche Großstädte auf den Begriff verzichten, um möglichen Vorwürfen zu entgehen, es werde rassistische Sprache verwendet. Allerdings dürfte die Herkunft des Begriffes „Schwarzfahren“ nichts mit der Hautfarbe von Menschen zu tun haben. So oder so findet die Debatte auf jeden Fall Anklang: Zukünftig möchten auch die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra auf den Begriff verzichten. (os mit dpa)

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