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Lebenslagebericht für Köln: Im Rechtsrheinischen gibt es die meisten Probleme

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Von: Oliver Schmitz

Haltestelle Wiener Platz in Köln
Der Wiener Platz im rechtsrheinischen Stadtviertel Mülheim ist einer der größten sozialen Brennpunkte in Köln. © IMAGO/Future Image

Die Stadt Köln hat den Lebenslagebericht für die Domstadt vorgestellt. Die Erkenntnisse offenbaren zwei problematische Entwicklungen.

Köln – Das was bereits alle ahnten, gibt es jetzt schwarz auf weiß: Es besteht eine soziale Kluft zwischen den links- und rechtsrheinischen Veedeln in Köln. Das hat die Stadt in ihrem ersten Lebenslagebericht offenbart. In diesem wurden alle Stadtviertel anhand verschiedener Faktoren wie Arbeit, Bildung, Wohnsituation oder generellem Lebensstandard bewertet und miteinander verglichen. Der Bericht wurde im Auftrag des Stadtrates vom Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) erstellt und bietet auf 368 Seiten einen tiefen Einblick in die Lebens-Situation der Kölnerinnen und Kölner.

Kölner Lebenslagebericht: Große Unterschiede zwischen Veedeln – Alterspolarisierung nimmt zu

Haupterkenntnis ist wohl der Fakt, dass der Großteil der Kölner Problemviertel auf der Schäl Sick liegt. Von den insgesamt sechszehn Stadtteilen mit „potenziell erhöhten stark Problemlagen“, befinden sich elf rechts vom Rhein. Dazu gehören unter anderem Mülheim, Kalk oder Höhenberg. Sehr gut aufgestellt sind hingegen insgesamt 25 Viertel, von denen 22 linksrheinisch liegen. Darunter fallen zum Beispiel Rodenkirchen, Lindenthal oder Sülz. Insgesamt gibt es also großer Unterschiede zwischen den Bewohnern der verschiedenen Rheinseiten.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Kölner Bevölkerung insgesamt jünger sowie älter zugleich wird. So nimmt laut dem Bericht der Teil der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren immer weiter ab, viel mehr kommt es durch den demographischen Wandel zu einer Alterspolarisierung. Dadurch wird es in Zukunft verstärkt Probleme mit der Daseinsvorsorge sowie den wirtschaftlichen Entwicklungen geben.

Zuständiger Beigeordneter zufrieden mit der Lebenslage in Köln – Corona spielte keine Rolle

Trotz der beiden durchaus problematischen Entwicklungen zeigte sich Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Gesundheit, Umwelt, Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln, recht zufrieden mit der Situation: „Der Bericht zeigt, dass es den meisten Kölnerinnen und Kölnern gut geht. Zudem unterscheiden sich die Lebenslagen in Köln nicht wesentlich von den Lebenslagen der Bevölkerung anderer Metropolen“, erklärte Rau, räumte aber anschließend ein: „Allerdings sind noch zu viele Menschen in unserer Stadt einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.“

Der Lebenslagebericht gibt zwar insgesamt einen guten Überblick über die Lage der Kölner Bevölkerungen, konnte jedoch aktuelle Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht mehr mit einbeziehen. Die verwendeten Daten stammen nämlich aus dem Jahr 2018. Nichtsdestotrotz möchte man auf Basis des Berichts nun die Arbeit der eigenen Verwaltung entsprechend anpassen und verbessern. Wie genau das aussehen soll, weiß man wohl erst am 6. Mai 2021. Dann soll der Bericht im Stadtrat final besprochen und das weitere Vorgehen beschlossen werden. (os)

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