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Aus Habgier getötet? Anklage im Fall der Leichen vom Niehler Hafen erhoben

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Von: Johanna Werning

Links: Ein Polizeifahrzeug steht am Rheinufer im Stadtteil Niehl in den Rheinwiesen. Rechts: Der Eingang zum Landgericht und Amtsgericht auf dem Gelände des Justizzentrum Köln Luxemburger Straße.
Im Fall der getöteten 24-Jährigen und ihren vierjährigen Sohn wurde Anklage erhoben (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa & Thomas Banneyer/dpa

Im November 2021 wurden im Rhein bei Köln zwei Leichen gefunden: Eine Frau (24) und ihr Sohn (4). Gegen den Tatverdächtigen wurde nun Anklage erhoben.

Köln – Es war die Schreckensmeldung Ende November 2021: Am Montag, 15. November, fanden Schifffahrer im Niehler Hafen eine tote Frau im Rhein. Nur einen Tag später, am Dienstag, 16. November, entdeckte eine Spaziergängerin die Leiche eines Vierjährigen im Rhein bei Worringen. Schnell war klar, dass es sich um Mutter und Sohn handelt. Und auch ein Tatverdächtiger wurde schnell gefunden: Der Ex-Freund der 24-Jährigen. Er soll die Kölnerin und das gemeinsame Kind getötet haben – aus Habgier, wie es jetzt in der Anklage der Staatsanwaltschaft Köln heißt.

Leiche im Niehler Hafen: Wurden 24-Jährige und ihr Kind wegen Unterhalt getötet?

Auf Nachfrage von 24RHEIN bestätigt eine Sprecherin des Landgerichts Köln, dass die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den Mann erhoben hat. Der Tatvorwurf: Zweifacher Mord aus Heimtücke. „Die Staatsanwaltschaft sieht niedrige Beweggründe für die Tat“, sagt Dr. Michaela Brunssen, Sprecherin des Landgerichts.

Im Fall der Mutter spreche man von Habgier. Denn „der Tatverdächtige wollte wohl kein Unterhalt zahlen“, erklärt Brunssen weiter. Darum soll der 24-Jährige am Abend des 14. Novembers seine Ex-Freundin und das gemeinsame Kind zu einem Feldweg am Niehler Hafen (Köln-Nippes) bestellt haben. Dort soll er dann auf die beiden eingestochen und die Leichen anschließend im Kölner Rhein entsorgt haben, so die Sprecherin des Landgerichts.

Köln: Rheinleiche im Niehler Hafen – „Prozess soll zeitnah beginnen“

Zwei Tage später – am 14. November – nimmt die Polizei den 24-Jährigen fest. Seitdem sitzt der Kölner in U-Haft. Die Vorwürfe hat der Tatverdächtige zuletzt bestritten. „Der Prozess soll zeitnah beginnen“, so die Gerichtssprecherin. Wann genau ist jedoch nicht klar.

Gewaltverbrechen im Niehler Hafen (Köln) – die Chronik der Ereignisse

► 15. November: Am Montagmorgen wird eine Frauenleiche im Rhein gefunden und im Niehler Hafen von der Wasserschutzpolizei geborgen. Die Obduktion bestätigt, dass die Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

► 16. November: Im Rhein bei Köln-Worringen (Köln-Chorweiler) finden Fußgänger einen weiteren Leichnam, dabei handelt es sich um einen vierjährigen Jungen, den zuvor als vermisst gemeldeten Sohn der Frau. Auch er ist, wie die Obduktion ergibt, Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Die Polizei nimmt einen 24-jährigen Tatverdächtigen fest.

► 17. November: Wie Polizei und Staatsanwaltschaft erklären, handelt es sich beim Tatverdächtigen um den Ex-Freund der Frau und den Vater des vierjährigen Jungen. Zum Motiv machten die Behörden keine weiteren Angaben, es wird lediglich der Tatort bekannt: So soll sich die Tat am Abend des 14. November (Sonntag) am Niehler Hafen (im Bereich des Wendehammers Am Molenkopf) ereignet haben. Der Verdächtige und seine Ex-Freundin sollen sich dort zu später Stunde getroffen haben.

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