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Nach illegaler Corona-Party: Mediziner entschuldigen sich – „hätten mit mehr Weitsicht agieren müssen“

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Von: Nina Büchs

Leere Bierflaschen liegen nach dem Rosenmontagszug am 27.02.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen).
In Köln fand im April eine Party statt, bei der auch Mediziner anwesend gewesen sein sollen. (Symbolbild aus Köln) © Oliver Berg/dpa

Eine Party, bei der auch Mediziner anwesend waren, hat im April in Köln hohe Wellen geschlagen. Berufliche Konsequenzen wird es für sie jedoch nicht geben.

Update vom 21. Mai, 17:25 Uhr: Vor gut einem Monat sorgte in Köln eine illegale Mediziner-Party für Aufruhr. Unter den insgesamt 26 Personen, die trotz des unter den Corona-Regeln geltenden Party-Verbots in einer Gartenlaube gefeiert hatten, waren unter anderem neun zugelassene Medizinerinnen und Mediziner sowie eine Lehrkraft, teilte die Bezirksregierung am Freitag (21. Mai) mit. Zuvor war nicht klar, ob es sich bei den Beschuldigten um bereits zugelassene Mediziner handelte. Diese haben nun laut Bezirksregierung eine Stellungnahme zu dem Vorfall am 17. April abgegeben.

Nach Corona-Party in Köln: Mediziner entschuldigen sich – „hätten mit mehr Weitsicht agieren müssen“

„Die Medizinerinnen und Mediziner haben, vertreten durch eine Rechtsanwältin, Stellung genommen. Sie entschuldigen sich ausdrücklich für ihr Fehlverhalten am Abend des 17. April 2021“, so die Bezirksregierung weiter. In der Stellungnahme heißt es: „Insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Lage hätten wir mit mehr Weitsicht agieren müssen.“ Die Beteiligten fügen an, dass sie den „entstandenen Schaden zutiefst bedauern.“

Zudem versicherten die Partygäste laut Bezirksregierung, dass es sich bei ihrem Verhalten keineswegs um eine Kritik an den geltenden Corona-Schutzmaßnahmen gehandelt habe. „Zum Zeitpunkt der Feier habe ein vollständiger Impfschutz bestanden und alle Personen sind vor und nach der Feier negativ getestet worden. Dies sei allerdings keinesfalls als Ausrede für eine Missachtung von Coronaschutzmaßnahmen zu verstehen.“

Mediziner feierten Party trotz Corona – Ihre Zulassung dürfen sie jedoch behalten

Die Bezirksregierung wertet die Stellungnahme als glaubhaft und nachvollziehbar, heißt in der Mitteilung. Es werde davon ausgegangen, dass es nicht noch einmal zu so einem Vorfall kommt. Die Medizinerinnen und Mediziner müssen daher nun mit keinen weiteren Folgen in approbations- oder disziplinarrechtlicher Hinsicht rechnen, so das Fazit. (nb)

Nach illegaler Party: Bezirksregierung Köln prüft Konsequenzen für Mediziner

Erstmeldung vom 23. April:

Köln – Am vergangenen Wochenende hat eine illegale Party in Köln für Entsetzen gesorgt. Ausgerechnet Mediziner sollen trotz der geltenden Ausgangssperre und Corona-Beschränkungen zusammen gefeiert haben. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker verurteilte dieses Verhalten scharf. Und so einfach wird das Verhalten der Partygäste anscheinend auch nicht vergessen, denn nun hat sich sogar die Bezirksregierung Köln (Dezernat für Approbationsangelegenheiten) eingeschaltet. Drohen nun ernsthafte Konsequenzen?

Köln: Polizei löst Mediziner-Party auf – Bezirksregierung der Stadt Köln prüft den Fall

„Da es sich dabei um eine sehr ernste Angelegenheit handelt und auch das Medieninteresse sehr hoch ist, haben wir als Behörde selbst aktiv die Personalien der betroffenen Partygäste angefordert“, so Vanessa Nolte, Sprecherin der Bezirksregierung Köln.

Das Dezernat für Approbationsangelegenheiten wird die entsprechenden Mediziner per Brief anschreiben und um eine Stellungnahme bitten, erklärt Nolte. Zunächst müsse aber noch geprüft werden, ob es sich bei den Beschuldigten um bereits approbierte Ärzte oder um angehende Ärzte handelt, die noch keine Approbation haben. Dies fließe in die Entscheidung der Prüfung durch das Dezernat für Approbationsangelegenheiten mit ein, so Nolte. „Es sei aktuell aber noch zu früh, um jetzt schon definitiv zu sagen, ob und welche Konsequenzen es geben wird“, sagt Nolte abschließend.

Köln: Mediziner feierten Party – Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist entsetzt

„In unserer jetzigen Situation in der Pandemie eine Party mit vielen Menschen zu feiern, ist unverantwortlich – besonders, weil die Feiernden, bei denen es sich angeblich um angehende Mediziner und Medizinerinnen gehandelt hat, es hätten besser wissen müssen“, so Henriette Reker über die Party am vergangenen Wochenende.

Die Polizei hatte die Feier am Samstagabend, 17. April, in Köln Westhoven aufgelöst und 35 Feiernde, darunter auch mehrere Mediziner, dort angetroffen. Es hieß, sie wollten dort ihr bestandenes Examen feiern. Als die Polizisten am Ort des Geschehens eintrafen, versuchten viele von ihnen, sich zu verstecken oder zu fliehen. Einige Partygäste hätten sogar mit Unverständnis auf die Party reagiert, berichtete die Bild. Es sollen dabei Sätze gefallen sein, wie „Diese Maßnahme ist doch lächerlich“ oder „Wir sind doch alle geimpft“. (nb)

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