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Köln: Mutmaßliche Vergewaltigung an Karneval – Prozess gestartet

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Von: Nina Büchs

Die Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg.
Einer der Männer soll die Tat mit ihrem Handy gefilmt und in eine Whatsapp-Gruppe gestellt haben. (Symbolbild) © Christoph Hardt / Future Image / Imago

Drei Männer sollen sich in Köln an einer Frau vergangen haben. In einer WhatsApp-Gruppe sollen sie Fotos und Videos verbreitet und mit ihren Taten geprahlt haben.

Köln – Eine mutmaßliche Vergewaltigung im Karneval beschäftigt seit Donnerstag das Kölner Landgericht. Angeklagt sind drei Männer im Alter von 31, 35 und 42 Jahren, die im Februar 2020 als Touristen nach Köln gereist und in einem Hotel eine Frau missbraucht haben sollen. Die Vorwürfe lauten auf Vergewaltigung, Anstiftung zur Vergewaltigung und unterlassene Hilfeleistung.

Prozess wegen Vergewaltigung an Karneval: Täter prahlte mit „sexueller Eroberung“

Laut Anklage hatte der 31-Jährige beim Karneval feiern in einem Lokal eine 21-Jährige kennengelernt und „Zärtlichkeiten“ mit ihr ausgetauscht. Im Hotelzimmer des Angeklagten sollen sie dann einvernehmlichen Sex gehabt haben. Anschließend soll der Mann Fotos von der Frau, die stark alkoholisiert war und nackt auf dem Bett schlief, gemacht und in eine WhatsApp-Gruppe eingestellt haben, in der auch die beiden anderen Angeklagten aktiv gewesen sein sollen.

Die Gruppe nannte sich laut Staatsanwaltschaft „Stich-Gruppe“ und habe „dem Austausch und Wettbewerb hinsichtlich sexueller Eroberungen der einzelnen Gruppenmitglieder“ gedient. In dem Chat soll der 31-Jährige dann geprahlt und den 35-Jährigen aufgefordert haben, in sein Hotelzimmer zu kommen und ebenfalls mit der schlafenden Frau Sex zu haben, was die Staatsanwaltschaft als Anstiftung zur Vergewaltigung wertet. Der 35-Jährige soll der Aufforderung nachgekommen sein.

Vergewaltigung an Karneval 2020: Sechs Verhandlungstage geplant

Der währenddessen ebenfalls anwesende dritte Angeklagte, ein Arzt, soll ein Handyvideo von der Tat erstellt und in die Chatgruppe gestellt haben. Der 35-Jährige soll erst von der Frau abgelassen haben, als diese wach geworden sei und über Übelkeit geklagt habe. Am ersten Verhandlungstag kündigten zwei der Angeklagten an, sich später zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Der Dritte will zunächst schweigen. Für den Prozess sind sechs Verhandlungstage geplant. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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