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Warum immer wieder Kampfjets über Köln fliegen

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Von: Oliver Schmitz

Immer wieder sieht man Kampfjets, die über Köln fliegen – sowohl Eurofighter als auch Tornados. Warum fliegen die Kampfjets über NRW?

Köln – Gefühlt fast täglich fliegen derzeit Kampfjets über Köln. Und das so tief, dass sie nicht nur sehr gut zu hören, sondern häufige auch mit bloßem Auge zu sehen sind. Vor allem seit Sommer 2022 kommt es immer wieder zu mehreren Flügen kurz hintereinander. Warum fliegen die Kampfjets überhaupt? 24RHEIN hat bei der Bundeswehr nachgefragt.

Köln: Kampfjets kommen aus Nörvenich – Eurofighter und Tornado auf Trainingsflügen

Ein Eurofighter der Luftwaffe startet am Fliegerhorst Wittmund
Immer wieder sind Kampfjets über Köln und NRW zu hören, auch in den Abendstunden. (Symbolbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Kampfjets, die immer wieder über Köln fliegen, stammen vom Fliegerhorst Nörvenich bei Düren, sagte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr zu 24RHEIN (12. August 2022). Der Grund: Trainingsflüge für die Piloten. Neben Eurofightern sind seit Juni 2022 in Nörvenich auch Tornado-Kampfflugzeuge stationiert.

Ein ganz klassisches Beispiel für diese Flüge war am 11. August 2022. Laut Bundeswehr flogen gegen 9:22 Uhr zuerst drei Eurofighter in 7000 Fuß Höhe (circa 2100 Meter) und gegen 11:07 Uhr dann vier Tornado-Jets im „Formationsflug“ in 5000 Fuß Höhe (circa 1500 Meter) über das Stadtgebiet. Beide Flüge gingen jeweils von Süd-Westen über die Kölner Innenstadt nach Nordosten. Heißt also: Nicht nur Kölner und Kölnerinnen hören die Kampfjets.

Kampfjets über Köln: Eurofighter und Tornados fliegen jetzt auch nachts

Seit Oktober 2022 sind die Kampfjets dann sogar nachts über NRW unterwegs. Dabei schreckten sie den ein oder anderen Bewohner in Köln auf, da sie diesmal deutlich tiefer flogen. Eurofighter und Tornado waren „zwischen 535 Meter über Grund und 961 Metern über Grund“ unterwegs, sagte eine Sprecherin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr auf 24RHEIN-Anfrage.

Das ist der Eurofighter-Jet

Der „Eurofighter Typhoon“ ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug. Es kann für mehrere Zwecke eingesetzt werden. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK), Italien und Spanien entworfen und gebaut. Der Kampfjet wird neben den vier Entwurfsländer auch noch von Österreich, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Oman genutzt.

Erstflug: 27. März 1994

Indienststellung: 25. Juli 2006

Produktionszeit: Seit 2003 in Serienproduktion

Stückzahl: 571 (Stand: Dezember 2021)

Kampfjets über Köln: Tornados in Nörvenich – nicht mehr Flüge?

Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado startet vom Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) in der Eifel.
Am Luftwaffen-Standort Nörvenich sind zukünftig neben Eurofighter auch Tornado-Kampfjets stationiert. © Harald Tittel/dpa

Durch die Verlegung der Tornados befinden sich mittlerweile tatsächlich deutlich mehr Kampfjets am Militärflugplatz in Nörvenich. Trotz Protest von Anwohnern sind nun statt 30 ganze 55 Flugzeuge dort stationiert. Doch kommt es dadurch auch tatsächlich zu mehr Flügen, wie es vielleicht wirken mag? Ja und Nein. Zwar kommt es laut Bundeswehr zu mehr Flügen aus Nörvenich, jedoch nicht über Köln. „Eine Analyse der Flugdichte zeigt keine häufigeren Flugbewegungen über dem Stadtgebiet Köln“, sagte ein Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage am 12. August 2022 an.

Grundsätzlich wurden seit Juni 2022 die „An- und Abflugwege zur Basis in Nörvenich etwas aufgelockert“. Damit soll die Lärmbelastung für die Bevölkerung möglichst gering gehalten werden. Dadurch sollen die Kampfjets laut Bundeswehr auch an „sonst nicht überflogenen Orten wahrgenommen werden“.

Das ist der Tornado-Jet

Der „Panavia 200 (PA-200) Tornado“ ist ein zweisitziges, allwetterfähiges Kampfflugzeug. Es ist mit zwei Strahltriebwerken sowie Schwenkflügeln ausgerüstet und für mehrere Zwecke einsetzbar. Der Kampfjet wurde gemeinsam von Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK) und Italien entworfen und gebaut. Deutschland, Italien und Saudi-Arabien nutzen den Kampfjet in unterschiedlichen Rollen. 

Erstflug: 14. August 1974

Indienststellung: 1980

Produktionszeit: 1979 bis 1998

Stückzahl: 992

Kampfjets vom Fliegerhorst Nörvenich: Immer wieder Sichtungen über NRW

Der Fliegerhorst Nörvenich ist tatsächlich einer der wichtigsten Bundeswehr-Standorte in NRW. Zumindest was die Luftwaffe angeht. Er ist unter anderem einer von vier Eurofighter-Standorten des deutschen Militärs. Durch die Verlegung der Tornado-Kampfjets vom Fliegerhorst Büchel im Juni 2022 hat er nun noch mehr Bedeutung gewonnen.

Dadurch sind in der Vergangenheit bereits immer wieder Flüge der Kampfjets über Köln gesichtet worden. Das trifft auch auf den Rest von NRW zu, denn die Testflüge der Flugzeuge gehen über das ganze Bundesland.

Fliegerhorst Nörvenich
Adresse/StandortFliegerhorst, 52388 Nörvenich
Eröffnung1954
BetreiberLuftwaffe (Bundeswehr)
Beschäftigte450 Zivil, 1850 Soldaten (+450 seit Juni 2022)

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Dieser Text wurde am 14. Oktober 2022 inhaltlich aktualisiert und auf den aktuellen Stand gebracht.

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