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Es ist fertig: Kölns neues Stadtarchiv ist das modernste in ganz Europa

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Von: Nina Büchs

Foto vom inneren des Historischen Archivs der Stadt Köln.
Der Lesesaal des neuen Stadtarchivs in Köln. © Martina Goyert

Nach der Katastrophe 2009 ist nun an anderer Stelle ein neues Stadtarchiv entstanden. Das alte Gebäude war wegen Baupfusch eingestürzt. Es kamen zwei Menschen ums Leben.

Köln – Es ist ein wichtiger Meilenstein für Köln. Gut elf Jahre nach dem Einsturz des alten Stadtarchivs wurde nun an anderer Stelle das neue Gebäude für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv am Eifelwall fertiggestellt.

Köln: Das neue Stadtarchiv kostet rund 90 Millionen Euro

Der technische Nutzungsbeginn für das Gebäude ist im Frühjahr 2021 vorgesehen. Der genaue Bezugstermin für das neue Gebäude steht allerdings bislang noch nicht fest. Das neue Gebäude befindet sich an der Luxemburger Straße und hat insgesamt eine Nutzfläche von insgesamt 14.493 Quadratmetern, was etwa 14,5 Fußballfeldern entspricht. „Die Planungskosten und Baukosten betragen vorbehaltlich der noch ausstehenden Schlussrechnungen für die abschließende Kostenfeststellung aktuell rund 90 Millionen Euro“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Köln. Neben Stauraum für die Aufbewahrung von Archivmaterialien bietet das Gebäude auch Platz für Ausstellungen, einen Lesesaal und Gruppenarbeitsräume. Zudem sind im Neubau für rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Arbeitsplätze vorgesehen.

Neues Stadtarchiv: Das ist das Besondere an dem neuen Gebäude

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist von dem neuen Gebäude des Stadtarchivs begeistert: „Planerisch wie baulich wurde hier Großartiges realisiert. Entstanden ist Europas modernstes kommunales Archiv mit einer Gebäudetechnik, wie sie so noch nie entwickelt und verbaut wurde.“

Köln verfüge jetzt über einen Archivkomplex mit europaweiter Ausstrahlung. Bei dem Neubau für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv handele es sich um ein Gebäude mit hohen Anforderungen an die Klimastabilität, die die empfindlichen Archivalien benötigten.

Rückblick: So kam es zu dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009

Luftbild von der Einsturzstelle des ehemaligen Kölner Stadtarchivs.
Luftbild der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs im März 2009 (Archivbild). © Stadt Köln/Juergen Schuetze

Unvergessen ist in Köln der 3. März 2009, ein Tag, der allen in trauriger Erinnerung bleiben wird. An diesem Tag fiel das Stadtarchiv gegen 14 Uhr in sich zusammen. Dabei kamen zwei junge Kölner, Kevin und Khalil, ums Leben. Tausende Archivalien wurden unter den Trümmern des Gebäudes begraben. Das Kölner Landgericht urteilte 2018, dass das Archiv wegen eines gravierenden Fehlers beim Bau einer neuen U-Bahn-Haltestelle unterhalb des Gebäudes eingestürzt war.

Demnach stießen Arbeiter 2005 beim Aushub einer Grube auf einen dicken Gesteinsblock. Doch dieser ließ sich nicht entfernen, woraufhin der Baustellenleiter entschied, das Hindernis einfach an Ort und Stelle zu lassen. Im Bauprotokoll wurde dies anschließend vertuscht. Wie die Deutsche Welle berichtete, führte der nicht entfernte Gesteinsblock zu einer Undichtigkeit in einer unterirdischen Schlitzwand, die eigentlich das Grundwasser abhalten sollte. Doch durch die undichte Stelle drangen schließlich Erde, Kies und Wasser – woraufhin das Archivgebäude unterhöhlt wurde und einstürzte. Im August 2018 fiel dann das Urteil gegen die Verantwortlichen. Das Landgericht Köln verhängte gegen einen Bauüberwacher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) eine Bewährungsstrafe von acht Monaten wegen fahrlässiger Tötung. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.(nb mit dpa)

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