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Sieben Stunden „Telefonterror“: Falsche Tochter und angeblicher LKA-Beamter zocken Frau ab

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Von: Nina Büchs

Eine Frau hält einen Telefonhörer in der Hand.
Immer wieder gibt es Fälle von Telefonbetrug, so auch in Köln (Symbolbild). © Arno Burgi/dpa

Obwohl sie den Betrug am Telefon witterte, fiel eine Seniorin auf die Masche eines angeblichen LKA-Beamten herein. Sie verlor dabei ihren gesamten Schmuck.

Köln – Mit einer unglaublichen Masche gingen Betrüger bei einer Seniorin aus Köln vor. Nach einem siebenstündigen Telefonterror und 30 Anrufen erbeuteten sie den gesamten Schmuck der 78-Jährigen. Und das, obwohl die Seniorin bei den Anrufen schon misstrauisch wurde.

Köln: Seniorin wird misstrauisch und übergibt Betrügern ihren gesamten Schmuck und Bargeld

Wie die Polizei Köln bekannt gab, erhielt die 78-Jährige am Dienstag, dem 9. März einen ominösen Anruf von ihrer angeblichen Tochter. Diese schilderte der Seniorin ihre finanzielle Notlage im Zusammenhang mit einem Grundstückskauf. Die Senioren wurde schließlich misstrauisch und beendete das Gespräch.

Wenig später erhielt sie jedoch einen weiteren Anruf – von einem angeblichen Beamten des Landeskriminalamts (LKA). Er bestätigte das Misstrauen der Seniorin und erzählte ihr, er habe das Gespräch mitgehört. Um die Betrügerin zu fassen, bat er die Seniorin um Unterstützung. Doch auch dieses Telefonat erregte bei der 78-Jährigen Misstrauen. Der angebliche LKA-Beamte gab daraufhin vor, das Gespräch zu beenden und forderte die Frau auf, die „110“ zu wählen. Das tat die Seniorin auch – jedoch ohne das Telefonat auch durch Auflegen zu beenden. Somit hatte sie wieder einen der Betrüger am Apparat, als sie die „110“ wählte.

Polizei Köln warnt: Wer bei einem Telefongespräch Betrug vermutet, sollte „richtig“ auflegen!

Bei Misstrauen sollte das Telefongespräch direkt beendet werden. Wichtig ist, dass das Auflegen unbedingt als physikalische Handlung vorgenommen werden muss. Das heißt, beim Festnetz muss der Hörer wieder im Telefonkorpus sein und beim Mobiltelefon muss die rote Taste gedrückt werden. Nur so wird garantiert, dass das Gespräch nicht weiterläuft und die Leitung auch tatsächlich unterbrochen ist.

Dreister Betrug in Köln: Seniorin holt Schmuck und Bargeld von der Bank – wenig später ist ihr Erspartes weg

Diesmal glaubte die Seniorin jedoch dem Mann am anderen Ende – ein fataler Fehler, wie sich herausstellte. Denn der Betrüger wies sie an, ihren gesamten Schmuck und Bargeld aus dem Bankschließfach zu holen. Gemäß seinen Anweisungen legte die Seniorin die Tasche mit den Wertsachen hinter den Hinterreifen eines neben ihrer Einfahrt „geparkten Lockfahrzeugs der Polizei“.

Als die Frau in ihre Wohnung zurückkehrte, meldete sich der falsche LKA-Beamte wieder bei ihr und dankte ihr für ihre Mithilfe. Er erzählte ihr, dass die Täterin gefasst worden sei und nun ein Kollege auf dem Weg, um ihr den Schmuck wiederzubringen. Eine Stunde verstrich, ohne dass jedoch etwas passierte. Da witterte die 78-Jährige, das etwas nicht stimmen konnte. Sie wählte den Notruf der Polizei und wurde über den Betrug aufgeklärt.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich im Januar in Köln-Ensen. Auch dort wurde eine Seniorin von vermeintlichen Polizisten um mehrere Tausend Euro gebracht. Übrigens: Auch im Bundesland Bayern gab es schon mehrere Fälle von Telefonbetrug. Im Jahr 2020 hatten Täter bei mehr als 21.000 Fällen insgesamt mehr als 14 Millionen Euro erbeutet:

Betrug: Ähnliche Fälle aus NRW wurden auch schon bei Aktenzeichen XY ausgestrahlt

Immer wieder gibt es Fälle von Telefonbetrug, manche wurden auch schon in der Sendung Aktenzeichen XY im ZDF ausgestrahlt. So auch ein Vorfall aus Duisburg. Dort gab sich ein Mann bei einer Duisburgerin als Neffe aus, der einen schweren Autounfall hatte und nun dringend Geld braucht. Die Seniorin verlor dabei eine sechsstellige Summe. (nb)

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