1. 24RHEIN
  2. Köln

Uniklinik Köln: 750 Mitarbeiter nach Karneval in Quarantäne – mit Folgen für OPs

Erstellt:

Von: Johanna Werning

Ein Rettungswagen fährt am Bettenhaus der Universitätsklinik Köln (Nordrhein-Westfalen) vorbei.
Rund 700 Mitarbeiter der Uniklinik Köln können aufgrund des Coronavirus aktuell nicht arbeiten (Archivbild) © Marius Becker/dpa

Die Inzidenz in Köln steigt. Das wirkt sich jetzt auch auf die Uniklinik aus. Mittlerweile befinden sich 750 Mitarbeiter in Quarantäne. Operationen müssen verschoben werden.

Köln – Die Inzidenz in Köln ist erneut im Steilflug. Aktuell liegt der Kölner Inzidenzwert laut RKI bei 2.504,1 (Stand: Dienstag, 8. März). Damit ist die Kölner Inzidenz trauriger Spitzenreiter in NRW. Noch vor einer Woche lag die Corona-Inzidenz bei unter 1000. Das ist ein enormer Anstieg und wirkt sich nun auch auf die Uniklinik Köln aus. Rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich aktuell in Quarantäne und können somit nicht arbeiten. Darum müssen mehrere Operationen verschoben werden.

Uniklinik Köln: 750 Mitarbeiter in Quarantäne – „massiver Anstieg fortgesetzt“

Bereits am Montag teilte die Uniklinik mit, dass es beim Personal viele Corona-Fälle und Verdachtsfälle gebe. „Aktuell sind 689 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums mit dem Coronavirus infiziert oder befinden sich in Quarantäne“, teilte am Montag der Ärztliche Direktor Edgar Schömig der dpa mit.

Nun hat sich die Lage noch einmal verschlimmert. „Der massive Anstieg von Infektionen hat sich leider fortgesetzt“, sagte Schömig am Dienstag. Aktuell seien 748 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert oder befänden sich in Quarantäne. Das seien nochmals 59 Beschäftigte mehr als am Vortag.

Uniklinik Köln: Rund 750 Mitarbeiter in Corona-Quarantäne – OPs werden verschoben

„Wir danken in dieser kritischen Situation unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz, um diese Herausforderung zu meistern“, betonte Schömig und erklärte die Auswirkungen: „Wir müssen dieser Situation weiterhin mit Verschiebungen von planbaren Behandlungen begegnen, welche aufgrund der dynamischen Entwicklung tagesaktuell und bereichsspezifisch festgelegt werden.“ Die Uniklinik Köln bitte die Patienten um Verständnis, sofern sie von Verschiebungen betroffen sein sollten.

Bei den hohen Zahlen handelt es sich jedoch um einen enormen Anstieg. In den Tagen und Wochen vor Karneval waren den Angaben zufolge täglich etwa 350 bis 450 Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert oder befanden sich in Quarantäne. Nun sind es doppelt so viele. Insgesamt arbeiten an der Uniklinik etwa 11.600 Beschäftigte.

Uniklinik Köln muss Operationen verschieben: Kölner Karneval als Auslöser?

Einen Grund dafür nannte Schömig am Montag auch – und zwar den Kölner Karneval. „In den vergangenen Tagen ist es durch die zurückliegende Karnevalszeit auch bei unseren Beschäftigten zu einem massiven Anstieg von Infektionen gekommen.“ In dem Punkt ist die Stadt Köln zurückhaltender. Ein Zusammenhang zwischen den hohen Inzidenzzahlen und dem Karneval sei zwar möglich, „eine ursächliche Erklärung des Inzidenzanstiegs durch den Karneval ist aber nicht sicher beurteilbar“, erklärte die Stadt unter anderem am Freitag (4. März).

Köln: Inzidenz steigt innerhalb einer Woche nach Karneval rapide an

Und auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck warnt: „Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass das mit dem Karneval zusammenhängt. Aber man sollte immer vorsichtig sein: Korrelation bedeutet nicht automatisch Kausalität.“ (jw mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Rheinland, NRW passiert – hier den kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wurde zuletzt am 8. März aktualisiert. Neuerung: Weitere-Corona-Fälle.

Auch interessant