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Seltene Besucher gesichtet: Tiere aus Südamerika in Köln aufgetaucht – sind sie eine Gefahr für die Stadt?

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Von: Nina Büchs

Zwei Nutrias sitzen am 01.09.2017 in Frankfurt am Main (Hessen) an der Nidda.
Der Nutria ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa eingebürgerte Nagetierart (Archivbild). © Andreas Arnold/dpa

In Köln sind Nutrias nur selten zu sehen. Doch nun sind zwei Exemplare am Ebertplatz und in Sürth aufgetaucht. Das könnte Folgen haben.

Köln – Auf den ersten Blick sehen sie putzig aus, die zwei Tiere, die ihre Köpfe neugierig in Richtung Kamera aus dem Wasser recken. Dabei handelt es sich um Nutrias – auch Biberratten genannt. Sie stammen eigentlich aus Südamerika – zwei von den Tieren wurden nun in Sürth und östlich des Ebertplatzes am Weiher im Theodor-Heuss-Park entdeckt. Aber auch in den Kölner Rheinauen bei Worringen und Flittard kam es schon zu Begegnungen mit den Tieren. Zwar werden die Tiere in Köln immer noch selten gesichtet, sollte es jedoch zu einer Vermehrung kommen, können die Biberratten auch zur Gefahr werden.

Köln: Nutrias am Ebertplatz und in Sürth entdeckt– darum sieht man sie so selten

„Nutrias kommen in NRW fast flächendeckend vor. Sie besiedeln bevorzugt Bäche und Flüsse mit reicher Ufervegetation. Aber an auch Seen, Teiche und Kiesgruben lassen sich die Tiere gerne nieder, wenn Wasser- und Sumpfpflanzen ausreichend vorhanden sind“, so Achim Kemper vom Naturschutzbund (NABU) Köln. Dass die Tiere in City-nahen Stillgewässern vorkommen, ist jedoch neu, so Kemper. Sie werden außerdem sehr selten gesehen. Der Grund: Die Nagetiere sind nachtaktiv.

Anders als in Köln sind Nutrias in den Bonner Rheinauen regelmäßig zu sehen. Ein Video zeigt, wie nah die Nager Spaziergängern kommen. In der Stadt gilt ein Fütterungsverbot.

Nagetiere aus Südamerika in Köln unterwegs – richten die Tiere etwa Schaden an?

Immer wieder kommt es vor, dass die Nager von der Landschaftsbehörde zum Abschuss freigegeben werden. So auch in Bremen. Die Freigabe erfolgt zum Beispiel dann, wenn „die Nutrias Schäden in Gewässern mit menschlicher Nutzung (zum Beispiel Fischerei) anrichten“, so Kemper. Aber auch im Rahmen des Hochwasserschutzes sei eine Tötung der Tiere erlaubt, da sie durch gegrabene Uferhöhlen in Dämmen, Deichen und Uferbefestigungsanlagen Schaden anrichten können, so Kemper. Doch wie sieht das in Köln aus? „In Köln wurden bislang keine Schäden durch Nutrias gemeldet“, so Birgit Konopatzki, Pressesprecherin der Stadtentwässerungsbetriebe in Köln. Auch auf den Hochwasser-Schutz haben die Tiere keine Auswirkungen, so Konopatzki. „Schließlich bestehen die Uferbefestigungen und Schutzwände gegen das Hochwasser aus Stahl, daher können die Tiere auch dort keine Schäden anrichten.“

Häufig werden die Nagetiere übrigens mit Bibern verwechselt. Der Schwanz der Nutrias ist aber dagegen nicht so rund und auch nicht so abgeflacht, wie bei den Bibern. Ein Steckbrief gibt Aufschluss über Aussehen, Verbreitung, Nahrung und Feinde der Tiere:

Putzige Nager aus Südamerika: An diesen Merkmalen erkennt man die Tiere

(nb)

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