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Wie Kölner mit dem Winterhilfetelefon Obdachlosen bei Kälte helfen können

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Von: Johanna Werning

In Köln bleibt es kalt. Vor allem für obdachlose Menschen sind die eiskalten Temperaturen eine zusätzliche Herausforderung. OB Reker, appelliert zu helfen.

Köln – Glätte, Frost und eiskalte Temperaturen: -6 Grad kalt war es am Donnerstagmorgen in Köln. Allein beim Weg zur KVB oder zum Auto zieht sich alles zusammen und man friert. Kaum vorstellbar, dass bei diesem Winterwetter in Köln Menschen auf der Straße leben und nur notdürftig vor den eiskalten Temperaturen geschützt sind.

Ein Mann schiebt seine Habseligkeiten in einem Einkaufswagen durch die Innenstadt.
Gerade bei den eiskalten Temperaturen ist es wichtig, dass Obdachlose Hilfe bekommen (Archivbild) © Henning Kaiser/dpa

Frost und Minusgrade: Wie Köln Obdachlosen im Winter hilft

Wie viele Menschen in Köln auf der Straße schlafen, ist nicht klar. „Hierzu gibt es auch keine qualifizierte Schätzung“, so die Stadt. Aber, es soll allen so gut wie möglich geholfen werden. „Wir bieten ganzjährig umfassende Hilfen und Unterstützungsleistungen für Wohnungslose an.“

Zusätzlich gibt es im Winter besondere Maßnahmen, um den Betroffenen bei den eiskalten Temperaturen zu helfen. „Grundsätzlich beginnt die Winterhilfe am 1. November und dauert bis zum 30. April. Eröffnungstermin und Schließungstermin der Angebote sind aber witterungsabhängig“, so die Stadt. Dabei können auch die Kölner unterstützen.

So funktioniert die Winterhilfe für Obdachlose in Köln

► Unterkünfte: Mit Beginn der kalten Jahreszeit wird das Unterbringungsangebot an Notschlafstellen aufgestockt. Die zusätzlichen Angebote der Winterhilfe in der Ostmerheimer Straße im Stadtbezirk Köln-Mülheim bieten die Möglichkeit zur Übernachtung und zum Tagesaufenthalt, um sich vor winterlichen Witterungsverhältnissen schützen zu können. Die ResoDienste Köln helfen dabei, Notunterkünfte zu vermitteln.

Das Tierheim Köln-Zollstock bietet zudem Unterbringungsmöglichkeiten für Hunde von wohnungslosen Menschen an. Für Hunde stehen zehn Plätze pro Nacht zur Verfügung. Die Hundebesitzer können die Hunde abends bis 18 Uhr oder in der Zeit von 20 bis 21 Uhr bringen. Die Hunde übernachten in einem beheizten Zwinger (Fußbodenheizung) und werden mit Futter und Wasser versorgt. Morgens können die Hunde ab 7 Uhr wieder abgeholt werden. Unter der Nummer 0221 / 381858 ist das Tierheim zu erreichen.

► Kältegänge: Bei länger andauernden frostigen Witterungsverhältnissen führen Ehrenamtliche Kältegänge durch und informieren auf der Straße schlafende Menschen über Unterbringungsangebote in Köln.

► Kältebus: Der Kältebus fährt täglich durch Köln, wenn die Temperaturen unter 0 Grad fallen. Er wird vom Verein „Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner“ gestellt und versorgt Obdachlose mit Essen, Getränken, Kleidung, Hygieneartikeln und informiert über weitere Hilfsangebote. Kölnerinnen und Kölner können 0221 / 259 74 244 und 0176 / 240 71 312 bestimmte Orte melden, an denen sich Obdachlose befinden. Die Hotline ist täglich von 18 bis 23 Uhr besetzt.

► Winterhilfetelefon: Auch beim Winterhilfetelefon unter der Nummer 0221 / 56097310 können Kölner Hinweise zu obdachlosen Menschen melden. Die Stadt kümmert sich dann gemeinsam mit dem Sozialdienst Katholischer Männer e. V. (SKM) um die Betroffenen. Im Rahmen der Kältegänge werden die genannten Schlafplätze dann abgelaufen. Das Winterhilfetelefon ist rund um die Uhr besetzt.

► Straßenwächter: Der Verein versorgt die obdachlosen Menschen auf den täglichen Touren mit Nahrungsmitteln, Getränken, Kleidung, Verbandsmaterialien und Hygieneartikel.

► Spenden: Eine Sammelstelle für gut erhaltene und warme Winterkleidung gibt es beim Sozialdienst katholischer Männer e. V. in der Vorgebirgsstraße 22 direkt am Volksgarten in der Neustadt-Süd.

► Hinweis: Bei akut gefährdeten Menschen werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, sich umgehend an den Rettungsdienst unter 112 zu wenden.

Quelle: Stadt Köln, „Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner“ und Straßenwächter e.V.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker appelliert, Obdachlosen in Köln zu helfen

„Die Angebote und Maßnahmen der Winterhilfe werden eng mit der Polizei, den Kölner Verkehrs-Betrieben und dem Ordnungsamt abgestimmt“, teilt die Stadt weiter mit. Mit dem Winterhilfetelefon (24 Stunden besetzt) und der Hotline des Kältebusses (18 bis 23 Uhr besetzt) können Kölnerinnen und Kölner mit einem einfachen Anruf Hilfe für die Obdachlosen organisieren.

Auch Bezirksbürgermeisterin Henriette Reker appelliert, dass Kölnerinnen und Kölner das Angebot nutzen sollen. „Für KölnerInnen ist jetzt ein guter Augenblick, die Nummer des 24h Winterhilfetelefons einzuspeichern“, schreibt sie Mitte Dezember auf Twitter. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln & NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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