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Obdachlose in Köln sollen Mini-Alarmanlagen bekommen

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Von: Johanna Werning

Ein obdachloser Mann sitzt vor einem Geschäft am Neumarkt in Köln. Im Kreis sieht man die Mini-Alarmanlage.
Eine Mini-Alarmanlage soll Obdachlose vor Diebstahl schützen (IDZRW-Montage) © Jochen Tack/Imago & Jonas Güttler/dpa

In Köln sollen Obdachlose bald besser schlafen können. Die FDP will, dass die Stadt Mini-Alarmanlagen für obdachlose Menschen anschafft.

Köln – 7193 wohnungslose Menschen wurden in der Stadt Köln zuletzt gemeldet. Das geht aus einer Statistik des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (Stand: 30. Juni 2020) hervor. Ein häufiges Problem für die Obdachlosen: Immer wieder werden sie beklaut. Und genau dagegen will man in Köln nun vorgehen – zumindest, wenn es nach der FDP geht.

Obdachlose in Köln sollen Mini-Alarmanlagen von der Stadt bekommen

Der Plan: Eine Mini-Alarmanlage für Obdachlose. Das Gerät ist nur wenige Zentimeter groß, erreicht aber eine Lautstärke von bis zu 80 Dezibel. Das ist genauso laut wie ein schreiendes Baby oder ein Motorrad. Die Kölner FDP will nun, dass die Mini-Alarmanlagen auch in der Domstadt zum Einsatz kommen. Die Stadt Köln soll die obdachlosen Menschen mit den Geräten ausstatten.

Der Obdachlose Björn schließt eine Alarmanlage, die sogenannte „Clochard Alert“, an seinen Rucksack an.
Die Mini-Alarmanlage soll Obdachlose vor Diebstahl schützen. © Jonas Güttler/dpa

„Für die Finanzierung sollen auch potentielle Sponsoren angesprochen werden“, heißt es dem FDP-Antrag. Abgestimmt wird über die Mini-Alarmanlage im Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren. Der nächste Sitzungstermin findet am 18. August 2022 statt.

Mini-Alarmanlage für Obdachlose: „Lässt die Obdachlosen besser schlafen“

Aber wie genau funktioniert die Mini-Alarmanlage? Das Gerät besteht aus einem Röhrchen und einem dünnen Kabel. Menschen, die auf der Straße leben, können die Mini-Alarmanlage an ihren Taschen oder Rucksäcken befestigen. Sobald jemand versucht, das Kabel zu ziehen oder zu durchtrennen, löst das Gerät lauten Alarm aus. So soll ein Diebstahl verhindert werden.

Andere Städte in NRW machen es bereits vor. Der Verein „Unsichtbar“ hat im Juli 100 dieser Alarmanlagen im Ennepe-Ruhr-Kreis, in Hagen und in Wuppertal an Obdachlose verteilt. Das Feedback der Obdachlosen zur Mini-Alarmanlage: positiv. „Das lässt die Obdachlosen besser schlafen, sie gehen mit einem ganz anderen Gefühl von Sicherheit in den Schlaf“, sagt Holger Brandenburg von der ehrenamtlichen Hilfsinitiative „Unsichtbar“ gegenüber der dpa. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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